Keine Opernabende im Schloss Maxlrain – Alle Mai-Termine für Kultursommer abgesagt

Verwunschen wie das Dornröschenschloss: In der Reithalle des Schlosses Maxlrain finden aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr keine Opernaufführungen statt. Die Großherzogin von Gerolstein lässt auf sich warten. Bößwetter

Die Kultur in der Region leidet unter der Corona-Krise. Die Opernbühne Maxlrain sagt alle Operaufführungen ab – sieben Vorstellungen der „Großherzogin von Gerolstein“ von Jaques Offenbach. Auch der Kulturförderverein Mangfalltal muss auf den Monat Mai des Maxlrainer Kultursommers verzichten.

Von Ute Bößwetter

Bad Aibling – Die Vorbereitungen für die neue Oper des Vereins „Die Opernbühne“ waren längst angelaufen. „Die Großherzogin von Gerolstein“ von Jaques Offenbach sollte zur Aufführung kommen. Doch nun das Corona-Aus: Die Opernbühne Bad Aibling muss ihre Veranstaltungen absagen. Alle sieben Opernabende sind gestrichen.

Schwerer Start für neue Vorsitzende

Es ist schon in normalen Zeiten eine große Aufgabe, die Chariklia Apostolu mit dem Amt der ersten Vorsitzenden des Vereins „Die Opernbühne“ nach dem Rücktritt von James Barnes übernommen hat (wir berichteten).

Corona stoppt erste Produktion

Nun stellt sich ausgerechnet zu ihrer ersten Produktion durch die Corona-Pandemie eine weltumspannende Ausnahmesituation ein, die zum Bedauern der Veranstalter eine endgültige Absage der diesjährigen Aufführungen notwendig macht. Denn nachdem Bund und Länder beschlossen haben, dass bis zum 31. August keine kulturellen und sonstigen Großveranstaltungen stattfinden dürfen, musste nun auch die Maxlrainer Opernbühne reagieren.

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Zwar hatten Apostolu und die weiteren Vorstandsmitglieder bereits seit längerem die Streichung der diesjährigen Produktion wegen des Gesundheitsrisikos für nötig befunden. Aber vor der endgültigen Absage seitens des Vereins stellte die Vorsitzende intensive Überlegungen an, wie man den finanziellen Schaden für Künstler und Veranstalter noch mindern könne.

Konzertabende im Herbst

Anvisiert werden nun zwei oder drei Konzertabende im Herbst, die den Sängern und dem angesehenen Chor der „Oper Schloss Maxlrain“ eine Bühne geben werden – allerdings nicht in der Reithalle, in der es dann bereits zu kalt sein wird.

Einnahmen als Entschädigung

Gedacht sind diese musikalischen Darbietungen als Benefizkonzerte, deren Einnahmen den Solisten als Entschädigung für ihre Verluste zugute kommen sollen. Nähere Auskünfte zu Veranstaltungsort und Terminen erfolgen später im Jahr.

Hochkarätige Kunst seit 31 Jahren

In den 31 Jahren der Vereinsgeschichte sind ebenso viele erfolgreiche Inszenierungen in der Reithalle des Schlosses Maxlrain über die Bühne gegangen und haben der „Opernbühne“ ein ausgezeichnetes Ansehen verliehen. Immer übernahm SD Dr. Erich Prinz von Lobkowicz die Schirmherrschaft.

„Die Großherzogin“ wird verschoben

Zahlreiche hochkarätige Solisten und Orchestermusiker hat die Bühne erlebt, und mit diesem Ziel vor Augen wird die Planung für das nächste Jahr weiter gehen. Und auch die spritzige, leichte Opera bouffe von Jaques Offenbach „Die Großherzogin von Gerolstein“ ist nur aufgeschoben, nicht aufgehoben.

Kulturförderverein sagt Mai-Termine ab

Auch der Kulturförderverein Mangfalltal in Maxlrain hat lange gezögert, ehe er bereit war, auf Programmpunkte des Maxlrainer Kultursommers zu verzichten. Doch nun ist es definitiv: Bis zum 31. August sind Großveranstaltungen tabu. Deshalb werden die Mai-Termine nun definitiv abgesagt, darunter das Mariensingen in der Basilika Tuntenhausen am Freitag, 1. Mai.

Keine Bühne für junge Künstler

Auch das Mitmach-Konzert für junge Künstler „open stage!“ am Freitag, 15. Mai, im Novalishaus in Bad Aibling kann nicht stattfinden. Das traditionelle „Tanzlmusi-Treffen“ mit Quirin Kaiser in der Reithalle am Schloss Maxlrain am Donnerstag, 21. Mai, muss entfallen. Das Maxlrainer „Brettl“ mit den drei Newcomern Dis M, Moni und Mika Blauenstein – geplant für den 28. Mai – wird in den Herbst verschoben.

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