Ist der „Katzentraum“ bald ausgeträumt? – Bad Feilnbacher Verein braucht dringend Hilfe

Wo kann gespart werden?Renate Holland (rechts) und Elektroingenieur Johann Brandmeier prüfen die Pläne für den Gnadenhof und die Kostenschätzungen.

Der Verein Katzentraum braucht Unterstützung. Der Gnadenhof soll aus dem Margarethenhof – seinem alten Domizil in Sonnenham – nach Ried in der Gemeinde Bruckmühl umziehen. Doch seit dem Kauf des Grundstücks sind die Kosten explodiert. Statt zwei soll das Projekt jetzt drei Millionen Euro kosten.

Von Kathrin Gerlach

Bad Feilnbach/Bruckmühl – Der Verein Gnadenhof Katzentraum braucht Unterstützung. Der Gnadenhof soll aus dem Margarethenhof – seinem alten Domizil in Sonnenham – nach Ried in der Gemeinde Bruckmühl umziehen.

Ein Schock: Kosten sind explodiert

Doch nun hat das Architekturbüro die konkreten Planungsunterlagen vorgelegt, und Vereinsvorsitzende Renate Holland ist schockiert: „Die Baukosten sind explodiert. Gute drei Millionen Euro soll allein der erste Teilausbau kosten. Das ist eine gute Million mehr als geplant und für uns einfach zu viel.“

Mitglieder sammeln 560 000 Euro

Schon die Investition von zwei Millionen Euro war für den Verein eine riesige Herausforderung. Mehr als ein Viertel davon – immerhin 560 000 Euro – hatten die circa 450 Mitglieder sowie zahlreiche Freunde und Unterstützer bereits zusammengetragen.

Einnahmen gehen zurück

Doch nun liegt alles auf Eis: Keine Flohmärkte mehr, keine Tage der offenen Tür, weniger Spenden – die Einnahmen haben sich aufgrund der Corona-Krise stark verringert. Doch der Betrieb des Gnadenhofes muss aufrechterhalten werden: Betriebs- und Personalkosten, ärztliche Behandlungen und Futter müssen bezahlt werden.

2,5-Millionen-Kredit ist nicht zu schaffen

Die Baukosten sind seit dem Kauf des Grundstückes im Jahr 2018 um circa 30 Prozent gestiegen. „Wir müssten statt 1,5 jetzt 2,5 Millionen Euro über einen Kredit finanzieren. Das schaffen wir nicht. Die monatlichen Raten kann unser Verein nicht stemmen“, erklärt Renate Holland. Fünf Jahre könnte der Verein im Margarethenhof in Sonnenham seinen Gnadenhof noch betreiben. Dann läuft der Mietvertrag aus.

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Doch was nützt diese Gnadenfrist, wenn die Baukosten weiter steigen? Das große Grundstück mit Baurecht in Ried zu verkaufen und stattdessen eine kleine Immobilie zu suchen, ist so gut wie aussichtslos. Soll der Verein den Traum vom Gnadenhof also aufgeben und sich langsam auflösen? „Nein, das kommt nicht in Frage, auf gar keinen Fall“, sagt die Vereinsvorsitzende entschlossen.

Größe des Neubaus ist vorgeschrieben

„Zudem ist Ried ein idealer Standort, denn hier sind wir inmitten unseres Netzwerkes aus Helfern und Ärzten.“ Inzwischen sind auf dem Grundstück in Ried die Vorbereitungen für den Neubau vorangeschritten. Das alte Bauernhaus wurde abgerissen. Doch es muss in Größe und Aussehen originalgetreu wieder aufgebaut werden.

Kann Rotstift das Projekt retten?

Jetzt ruht der Bau erst einmal, muss der Rotstift angesetzt werden, um zumindest einen Teil des Projektes realisieren zu können. Gelingt das nicht, wird der „Katzentraum“ so schnell nicht realisiert werden können.

Kosten sprengen das Budget

Renate Holland zählt einen Teil der Kosten auf: „Baustelleneinrichtung 35 000 Euro, Erdarbeiten 95 000 Euro, Rohbau 710 000 Euro, Gerüstarbeiten 15 000 Euro, Fenster 90 000 Euro, Dach 200 000 Euro, Spengler 30 000 Euro, Holzverkleidung 52 000 Euro ... Dazu kommt noch die Mehrwertsteuer, die ein Verein nicht steuerlich geltend machen kann.“

Hoffen auf Spenden und gute Angebote

Sie ist verzweifelt und weiß sich momentan nur einen Rat: „Die Baufirmen sind unserem Verein wohlgesonnen. Ich werde sie bitten, uns günstige Angebote zu machen. Vielleicht wäre es sogar möglich, unserem Verein einen Teil der Leistungen zu schenken oder nur das Material zu berechnen?“

Spender und Helfer gesucht

Wer helfen möchte, kann sich unter https://gnadenhof-katzentraum.jimdofree.com oder E-Mail rh@katzentraum.org an den Verein Gnadenhof Katzentraum wenden. Was möglich ist, wird die Vorsitzende in den nächsten Tagen erfragen. Klar ist, dass es um die Zukunft des Gnadenhofes geht. „Wir verlieren unser Zuhause“, sagt Renate Holland traurig.

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