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GEMEINDERAT FELDKIRCHEN-WESTERHAM

Kampf der mobilen Strahlung

Beim jetzigen Mobilfunkstandort in Kleinhöhenrain wird es nicht bleiben. Die bestehenden Verträge werden aufgelöst.  Merk
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Beim jetzigen Mobilfunkstandort in Kleinhöhenrain wird es nicht bleiben. Die bestehenden Verträge werden aufgelöst. Merk

Braucht die Gemeinde Feldkirchen-Westerham ein Mobilfunk-Vorsorgekonzept? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Gemeinderat in jüngster Sitzung ausführlich. Nach eineinhalbstündiger Diskussion waren sich die Gremiumsmitglieder einig, dass zwei „kritische Punkte“ in Sachen Strahlung überarbeitet werden müssen.

Feldkirchen-Westerham – Mit der Messung der Mobilfunkstrahlung war „Das mobile Messlabor“ mit Sitz in Nürnberg und Heidelberg vor einigen Monaten von der Gemeinde beauftragt worden (wir berichteten). Nun stellte Uwe Münzenberg die Ergebnisse vor.

Ihm zufolge gibt es zwei „kritische Punkte“ im Gemeindegebiet. Diese befinden sich einerseits rund um den Mobilfunkmast am Seniorenzentrum an der Münchner Straße sowie in Kleinhöhenrain. Auch hier steht ein Sendemast. Dieser soll allerdings in den kommenden Wochen abgebaut werden.

Spannungsfeld der Kommune

Die Mobilfunkstrahlung unterliegt, wie der Experte ausführte, gewissen Grenzwerten. Diese sind in der 26. Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes festgelegt und beruhen auf den Empfehlungen der „Internationalen Strahlenschutzkommission für nichtionisierende Strahlung“. Je nach verwendetem Mobilfunkstandort variieren die Werte. Bei „LTE 800“ etwa gilt ein Grenzwert der Strahlung von 800 Megahertz. Beim, Standort UMTS sind es 2100 Megahertz.

Diese „Endwerte“ gelten als zulässige 100 Prozent. In Kleinhöhenrain wurden von diesen rechtlich zulässigen 100 Prozent zwölf Prozent der Strahlung erreicht. An der Feuertreppe des Seniorenzentrums liegt das Messergebnis bei 34 Prozent des zulässigen Grenzwertes. Dies höre sich, so Münzenberg, wenig an: „Allerdings schlägt die Stadt München in ihrem Mobilfunkkonzept schon bei einem zehnprozentigen Erreichen des Grenzwertes Alarm“, so der Experte. Die 100 Prozent würden auch schon gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Ist man diesem Wert dauerhaft ausgesetzt, steige etwa die Körpertemperatur eines Menschen um ein Grad an.

In der anschließenden Diskussion ging es nun vordergründig darum, zu entscheiden, welche Grenzwerte die Gemeinde Feldkirchen-Wes terham für künftige Mobilfunkstandorte festsetzen will. An den bereits vorhandenen kann sich nichts verändern: „Die haben Bestandsschutz“, so Münzenberg.

„Welche Empfehlung geben Sie uns denn? Besteht jetzt konkret Handlungsbedarf?“, wollte Christiane Noisternig (CSU) wissen. Dies, so Münzenberg, müsse die Gemeinde selbst entscheiden. Denn: „Die Kommune steht im Spannungsfeld zwischen dem Bürger, der sich eine optimale Mobilfunk-Versorgung wünscht und der Verantwortung in Sachen Gesundheit.“

Eine konkrete Empfehlung des Experten wünschte sich auch Josef Hupfauer (FW Feldolling): „Wir tun uns alle mit den komplizierten Zahlen schwer und wollen eine Bewertung aus Expertensicht.“ Ins Detail gehen wollte Münzenberg aber nicht: „Nur so viel: In Kleinhöhenrain sehe ich Handlungsbedarf. Dort macht man sich Sorgen.“ Barbara Birner (Bündnis 90/Die Grünen) forderte, bei neu einzurichtenden Anlagen in Zukunft „weit unter den deutschlandweiten Richtwerten“ zu bleiben. Ihr zufolge ist dieses Konzept bei den sogenannten Salzburger Werten angewandt und beispielsweise in der Nachbargemeinde Weyarn auch praktiziert worden. Laut Münzenberg schwer nachvollziehbar: „Die Salzburger Werte galten noch zu Zeiten, in denen es nur Telefonie gab, aber keine Datenübertragung.“

Michael Zistl (FW Vagen) ging die Diskussion zu sehr ins Detail: „Was machen wir uns jetzt Kopfzerbrechen. Am Standort in Höhenrain wird sich in den kommenden Monaten etwas ändern.“ Der Grund: Der Besitzer, auf dessen Haus der Mobilfunkmast derzeit steht, hat den Vertrag gekündigt.

Schlussendlich folgte das Gremium einem Vorschlag von Franz Bergmüller (Pro Bürger). Demnach soll künftig jede Errichtung eines Mobilfunkmastens von Fall zu Fall auf den zu erwartenden Strahlenwert hin geprüft werden. Vor einem Bau gilt es zudem, Bürger, Ortsräte und Gemeinderat zu beteiligen. Ein eigenes Mobilfunkkonzept soll vorerst nicht erstellt werden.

Der Antrag von Christof Langer (Bündnis 90/Die Grünen), sich das „Münchner Konzept“ in aller Ausführlichkeit im Feldkirchen-Westerhamer Gemeinderat vorstellen zu lassen, fiel mit 7:13 Stimmen durch.

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