Jetzt sind Bad Aiblings Bürger gefragt: Wie soll der neue Wochenmarkt aussehen?

Lagebesprechung vor Ort am Obst- und Gemüsestand: Alexandra Birklein und Erwin Kühnel wollen den Bad Aiblinger Wochenmarkt auf ganz neue Beine stellen. Dazu sollen vor alle auch die Bürgerwünsche gehört werden.
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Lagebesprechung vor Ort am Obst- und Gemüsestand: Alexandra Birklein und Erwin Kühnel wollen den Bad Aiblinger Wochenmarkt auf ganz neue Beine stellen. Dazu sollen vor alle auch die Bürgerwünsche gehört werden.

Was wünschen sich die Bad Aiblinger von einem optimal ausgestatteten Wochenmarkt in ihrer Stadt? Jetzt haben sie die Gelegenheit, ein kräftiges Wort mitzureden, wie das Angebot in Zukunft aussehen soll. Das Stadtmarketing hat dazu eine Umfrage gestartet.

Von Eva Lagler

Bad Aibling – Derzeit liegen Umfragebögen zum Thema „Neuer Wochenmarkt in Bad Aiblings Innenstadt“ im Rathaus aus. Sie können aber auch online ausgefüllt werden. Hier geht es zur Umfrage: Neuer Wochenmarkt Bad Aibling

„Der Wochenmarkt liegt uns schon lange im Magen“, sagen Alexandra Birklein und Stadtrat Erwin Kühnel vom Stadtmarketing.Im April 2016 ins Leben gerufen, habe man zu besten Zeiten an den Donnerstagen sechs Stände auf dem Marienplatz gehabt. Möglich wären knapp ein Dutzend. Doch aktuell gibt es nur noch einen von einst zwei Obst- und Gemüseständen, einen Grillhähnchen- und einen Imbissstand. Ein Backwarenstand kommt nun noch hinzu, ab Oktober wird auch wieder Käse angeboten.

Experten mit ins Boot geholt

„Ein attraktiver Wochenmarkt fängt bei zwölf Ständen an“, sagt hingegen Thomas Egger. Den Linzer Experten haben Birklein und Kühnel nun hinzugezogen, um das Angebot mit professioneller Unterstützung komplett neu aufzuziehen.

Erster Schritt hierzu ist eine umfassende Umfrage unter den Bürgern, um einen Überblick zu bekommen, welche Produkte sie sich auf einem Wochenmarkt, wünschen, welchen Wochentag und welche Öffnungszeiten sie bevorzugen. Rund 80 Kästchen stehen zum Ankreuzen zur Verfügung.

„Wollen Innenstadt nachhaltig beleben“

„Uns ist es ein großes Anliegen, dass durch den Aufbau des neuen Wochenmarktes eine weitere und vor allem nachhaltige Belebung der Innenstadt geschaffen wird“, betont Kühnel.

Unter dem Motto „Regionalität, Frische, Vielfalt, Flair und Qualität“ soll der neue Wochenmarkt das kulinarische Bad Aibling bereichern. Birklein sagt: „Märkte sind nicht nur Handelsplatz und Einkaufsort, sondern vor allem Treffpunkt der Menschen und Zentrum des gesellschaftlichen Lebens: gustieren und genießen, essen und trinken, sehen und gesehen werden.“ Deshalb soll der neue Wochenmarkt neben der Nahversorgung in der Innenstadt auch eine wichtige Funktion als Kommunikationszentrum erfüllen, in dem man sich bei einem kleinen Imbiss und einem Glas Bier oder Wein trifft. Gezielt sollen auch Gäste und Kunden aus der gesamten Region angesprochen und zu einem Besuch eingeladen werden.

Auch Vereine und Institutionen sind gern gesehen

Die Wunschvorstellung: 12 bis 14 Marktbeschicker sollen sich beteiligen, um von Anfang an eine reichhaltige Produktauswahl zu garantieren. Rund um den Wochenmarkt sind auch monatliche Schwerpunkt-Aktivitäten geplant. Außerdem will man Vereine und Institutionen einladen, ihre Aktivitäten zu präsentieren.

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Da bis zur Umsetzung aber sicher noch etliche Monate ins Land gehen werden, plant das Stadtmarketing, nach der langen Corona-Pause zudem auch wieder einen vorsichtigen Neustart mit den traditionellen Märkten angefangen vom Antikmarkt am 30. August – sofern es die Bestimmungen bis dahin zulassen (Bericht folgt).

Sechs Fragen an Thomas Egger, Geschäftsführer Egger & Partner

Herr Egger, Wie viele Rückmeldungen sind bei der Umfrage bislang schon eingegangen?

Thomas Egger: Obwohl wir erst Anfang August die Bevölkerungsumfrage gestartet haben, so wurden bereits fast 100 Fragebögen online und schriftlich ausgefüllt. Dies zeigt das große Interesse der Bevölkerung am Thema „Wochenmarkt Bad Aibling“.

Wie viele Rückmeldungen benötigen Sie, um ein gutes Bild über die Nachfrage zu bekommen?

Egger: Ein guter Rücklauf für die Bevölkerungsumfrage wäre 300 ausgefüllte Fragebögen, um repräsentative Ergebnisse für die konkrete Umsetzung des Gemeinschaftsprojektes zu erhalten.

Wie viele Marktstände wären für eine Stadt wie Bad Aibling ideal?

Egger: Ideal wären 12 bis 14 Marktstände, um einen attraktiven Wochenmarkt mit einem breiten Angebotsmix zu etablieren. Zusätzlich sollten saisonale Anbieter das Gesamtangebot abrunden.

Worauf kommt bei der Auswahl nach den geeigneten Anbietern Ihrer Erfahrung nach an?

Egger: Wesentlich bei der Auswahl nach geeigneten Anbietern ist, dass von Anfang an alle lokalen und regionalen Anbieter bei der Entwicklungsarbeit mit einbezogen werden. Zudem ist eine gute Durchmischung von agrarischen und gewerblichen Anbietern sowie die Einbindung von professionellen Anbietern wesentlich. Vorerst werden wir alle potenziellen Anbieter aus Bad Aibling und der Region einbinden, um gemeinsam einen attraktiven Wochenmarkt zu etablieren. Lediglich für jene Bereiche, wo das Angebot nicht zur Gänze aus der Region abgedeckt werden kann, werden Anbieter aus dem erweiterten Einzugsbereich engagiert.

Welche Rahmenbedingungen sind für ein funktionierendes Konzept unerlässlich?

Egger: Die repräsentativen Umfrageergebnisse sind ein wichtiges Fundament für die Detailplanung. Denn ein Wochenmarkt muss auf den jeweiligen Standort maßgeschneidert werden. Wesentlich ist ein breiter Angebotsmix, sodass der Wochenmarkt neben der traditionellen Käufergruppe „Senioren“ auch die Zielgruppe der 30- bis 50-Jährigen anspricht. Zusätzlich sind ein attraktiver Auftritt der Marktstände und eine gute Warenpräsentation von großer Bedeutung. Und der Wochenmarkt muss als beliebter „Treffpunkt- und Kommunikationsort“ beziehunsgweise „Begegnungsraum“ positioniert werden.

Mit welchem Zeitrahmen rechnen Sie für die Umsetzung des Marktes nach Abschluss und Auswertung der Umfrage?

Egger:Nach der Auswertung der Umfrageergebnisse werden wir im Oktober 2020 eine offizielle Auftaktveranstaltung mit Einbindung der Interessengruppen und der potenziellen Anbieter durchführen. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden die repräsentativen Umfrageergebnisse sowie die Erfolgsfaktoren und Rahmenbedingungen für einen attraktiven Wochenmarkt präsentiert. In der Folge wird die konkrete Umsetzung des Wochenmarktes Bad Aibling eingeleitet. Aus Erfahrung benötigen wir dazu circa sechs Monate bis zur Eröffnung des Marktes.

Thomas Egger

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