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„Jetzt müssen wir anpacken“

Thomas Hörl(rechts) bei seinem Vortrag im Gasthof „Zur Post“: Mit seiner Bürgerinitiative hat er die Öko-Modellregion Hochries-Kampenwand-Samerberg angestoßen. Kircher

Bad Feilnbach/Samerberg – Mit der Öko-Modellregion Hochries-Kampenwand-Wendelstein ist nicht gerade zusammengewachsen, was zusammengehört.

Denn der kommunale Zusammenschluss von Aschau, Bad Aibling, Bad Feilnbach, Frasdorf, Raubling, Rohrdorf und Samerberg erstreckt sich in einem weiten Band im südlichen und westlichen Landkreis Rosenheim. Nur über einen schmalen Streifen zwischen Rohrdorf und Raubling bilden die Orte überhaupt ein zusammenhängendes Gebiet. Dennoch ist es den Gemeinden mit einem überzeugenden Konzept nun gelungen, vom Innenministerium als Öko-Modellregion anerkannt zu werden.

ÜberzeugendeBewerbung

Jetzt läuft die Suche nach einem Projektmanager, für den es vom Freistaat für maximal fünf Jahre Fördergeld gibt. Und es läuft die Suche nach einer Antwort auf die Frage: Welche konkreten Projekte wollen die Mitgliedsgemeinden in Angriff nehmen?

Angestoßen hat das Projekt die Bürgerinitiative Zukunft Samerberg, die mit ihrer Idee im Sommer vergangenen Jahres an den Samerberger Bürgermeister Georg Huber herangetreten war. Dann musste alles relativ schnell gehen. Denn Anfang 2019 lief die Bewerbungsfrist aus. Schnell fanden sich umliegende Gemeinden, die mitmachen wollten. Sprecher der Öko-Modellregion ist der Bad Feilnbacher Bürgermeister Anton Wallner. Nach der Erfolgsmeldung aus München ließ es sich die Bürgerinitiative Zukunft Samerberg allerdings nicht nehmen, am Mittwoch zu einem Informationsabend in den Gasthof „Zur Post“ am Samerberg einzuladen und den aktuellen Stand der Dinge zu präsentieren.

„Die Bewerbung war überzeugend“, sagte ein sichtlich stolzer Thomas Hörl von der Bürgerinitiative vor rund 40 Zuhörern, die in den Gasthof gekommen waren. Die Ökomodellregion Hochries-Kampenwand-Wendelsteinsei jetzt eine von 27 in Bayern. Den Weg dorthin skizzierte Christiane Voggenauer in einem Vortrag. Die Landwirtin aus Frasdorf hatte maßgeblich an dem Konzept mitgearbeitet, das nun in München zum Erfolg führte. „Das soll nichts sein, das nur auf dem Blatt steht“, sagte sie. „Jetzt haben wir den Titel, jetzt müssen wir anpacken.“

Vermarktung von Streuobstwiesen

Vermarktung von Streuobstwiesen, Schafbeweidung der Kulturlandschaft, Produktion von Bio-Kalb- und Rindfleisch, regionale Produkte in den Küchen von Kitas und Schulen, gemeinsames Produktmarketing, Blühflächen für mehr Biodiversität, mehr Dialog zwischen Landwirten und Verbrauchern: Ein ganzer Fundus an Ideen steckt in dem Konzept, mit dem die Gemeinden zusammenarbeiten wollen. Man könne nicht alles auf einmal machen, sagte Voggenauer. Es wird wohl eine der ersten Aufgaben des neuen Projektmanagers sein, zu entscheiden, wo es losgehen soll.

Denn die Staatsregierung will nach zwei Jahren erste Ergebnisse sehen. Dann prüft sie, was eine Öko-Modellregion in der Startphase erreicht hat und entscheidet, ob die Förderung noch drei Jahre weitergeführt werden kann. Zuerst gibt es einen Zuschuss von 75 Prozent für die Projektmanager-Stelle. Der sinkt dann von Jahr zu Jahr etwas ab. Den Rest der Stelle müssen die Teilnehmergemeinden aus eigener Kasse zahlen.

Dass sich das lohnen kann, zeigte sich am Vortrag von Rosa Kugler. Die Bürgerinitiative hatte die Projektmanagerin der Öko-Modellregion Isental im Landkreis Mühldorf eingeladen – eines der kleinsten Projekte in Bayern, das allerdings in seinem fünften Jahr erfolgreich arbeitet. Vom Dorfladen bis zu neuen Kooperationen von Landwirten und weiterverarbeitenden Betrieben bis hin zu konkreten Projekten für die Artenvielfalt stellte sie vieles vor, was die beiden Gemeinden Buchbach und Schwindegg gemeinsam bislang erreicht haben.

Nichts eins zu eins übertragbar

Dass sich das nicht eins zu eins auf die Region übertragen lässt, stellte sich bei der anschließenden Diskussion mit den Zuhörern heraus. So seien die Gemeinden im Landkreis Mühldorf landwirtschaftlich stark auf den Ackerbau ausgerichtet, während im Landkreis Rosenheim mit 64 000 Kühen die Milchviehwirtschaft dominiere. Und wie schwierig in diesem Bereich regionale Öko-Vermarktungsmodelle seien, skizzierten einige anwesende Bauern sowohl für den Biobereich als auch für die konventionelle Landwirtschaft.

Samerbergs Bürgermeister Georg Huber ebenso wie einige hätten sich gewünscht, dass im Vorfeld besser über den Abend informiert und einige potenzielle Teilnehmer in der neuen Öko-Modellregion direkt angesprochen worden wären. Huber hofft nun, dass im Sommer der Projektmanager gefunden wird. „Wenn etwas von heute Abend hängen bleibt, dann das: Wir müssen die Leute zusammenbringen.“

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