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Eigeninitiative nach Workshop

Jetzt geben Bad Aiblinger Bürger ihren Senf dazu: Was steckt hinter dem Klima-Rat-Projekt?

Hitzewellen, Spätfröste, Trockenheit, Hagel, Stürme und Starkregen, der immer öfter auch für Hochwasser und Überschwemmungen – so wie hier im vergangenen Sommer in Götting – sorgt, sind laut dem Umweltbundesamt nur einige der Folgen des Klimawandels.
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Hitzewellen, Spätfröste, Trockenheit, Hagel, Stürme und Starkregen, der immer öfter auch für Hochwasser und Überschwemmungen – so wie hier im vergangenen Sommer in Götting – sorgt, sind laut dem Umweltbundesamt nur einige der Folgen des Klimawandels.
  • Eva Lagler
    VonEva Lagler
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Das ließen sich viele Aiblinger nicht zweimal sagen, als Klimaschutzmanagerin Natalie Tomlinson-Kurz die Bevölkerung einlud, ihren „Senf“ zu einem Workshop dazuzugeben. Was dabei rauskam und was hinter dem Projekt „Klima-Rat“ steckt, verraten Rolf Schneider, Alexandra Woköck und Thomas Beck.

Bad Aibling – „Geben Sie Ihren Senf dazu!“ hatte die Stadtverwaltung Bad Aibling im Juli die Bürger in einem Workshop aufgefordert, ihre eigenen klimaschutzwirksamen Ideen einzubringen. Als Beitrag zum integrierten Klimaschutzkonzept, das die Stadt derzeit erarbeitet.

Die Resonanz war sehr groß, so Bürgermeister Stephan Schlier erfreut. Neben rund 45 Teilnehmern aus der Bürgerschaft waren auch Vertreter der Stadt und Stadtwerke Bad Aibling mit Klimaschutzmanagerin Natalie Tomlinson-Kurz sowie der Hochschule Rosenheim dabei.

Mit dem Fazit „Wir müssen doch was machen!“ haben einige der Teilnehmer im Nachgang in der Tat auf die „Senf-Tube“ gedrückt. Ihr Ziel: einen Klima-Rat auf die Beine zu stellen und dazu nach und nach möglichst das ganze Mangfalltal zu vernetzen. „ Dafür gib es schon zahlreiche Beispiele. Warum nicht auch hier?“, sagt Rolf Schneider.

„Überparteilich und unabhängig“

Der Diplom Biologe ist einer aus der Gruppe, die das Projekt vorantreiben möchte. „Ich arbeite in der Klimaforschung und kann hieraus auch Kontakte mitbringen.“ Wichtig sei es, den Klima-Rat überparteilich und unabhängig aufzustellen, betonen auch Alexandra Woköck und Thomas Beck, zwei weitere Bad Aiblinger, die die Idee unterstützen.

Die Bürgerinformation stehe bei dem Projekt, das möglichst auch durch eine Vereinsgründung Rechtsform erlangen soll, an oberster Stelle. „Durch die Bürgerbeteiligung wollen wir weitere Unterstützer gewinnen und die Vernetzung ausbauen.“ Derzeit würden viele konstruktive Gespräche mit Einzelpersonen, Landwirten, Unternehmen, Institutionen und Einrichtungen geführt, Kontakte hergestellt sowie Informationen und Ideen gesammelt, um einen Maßnahmenkatalog für das weitere Vorgehen zu erarbeiten. „Hier wollen wir so viele Leute wie möglich an einen Tisch bringen“, so Woköck. Diese Gespräche fließen in das Gesamtkonzept ein, mit dem man in die Zukunft gehen will.

„Das Rad nicht neu erfinden“

Auch dieses baut auf Information. „Wobei man das Rad nicht neu erfinden muss. Es gibt schon viele Kommunen mit solchen Modellen, mit denen man sich austauschen kann“, so Schneider. Wichtige Bausteine werden ihm zufolge auch Vorträge rund um das Thema sowie Beratungen durch Fachleute sein, aber auch ein Ideenpool, in den jeder Bürger Informationen und Anregungen hineinlegen oder aber auch mitnehmen kann. „Das was jeder für sich im Kleinen macht, ändert noch nicht viel, aber wenn viele mitmachen, summiert sich das beträchtlich“, werben Schneider, Woköck und Beck um weitere Mitstreiter und Unterstützer.

So könne man durch eine private Initiative hoch professionelle Klima-Messtationen anschaffen, die auch Daten aus den Dörfern anzeigen und die im Austausch mit der Deutschen Wetterstation stünden. „So ist es möglich, genau zu sagen, wie hoch etwa die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und die Windgeschwindigkeit am 27.7.2022 an einer bestimmten Stelle in der Stadt war.“ Vor allem aber strebe man eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt und den Stadtwerken an. Hier hätten bereits diverse Gespräche stattgefunden.

Bürgermeister Stephan Schlier begrüßt ausdrücklich jede Initiative von Bürgern in Sachen Klimaschutz, Zugleich legt er aber Wert darauf, dass die Stadt unabhängig davon ihr Klimaschutzkonzept weiter vorantreibt. „Ganz wichtig dabei ist es uns, die Bürger einzubinden, damit keine Idee verloren geht. Wenn etwas Tolles kommt, sind wir da sehr offen und nehmen gerne Input mit, auch aus einem ,Parallelgremium‘.“

Stadt sucht neue Klimaschutzmanagerin

Wichtig seien zunächst die Daten aus der Energie- und Treibhausgasbilanz der Stadt, auf deren Grundlage das weitere Vorgehen in Sachen Klimaschutzkonzept entwickelt werde. Derzeit werde noch über diverse Modelle nachgedacht, wie man sich als Stadt hier aufstellen will. Zugleich suche man im Moment auch nach einer neuen Klimaschutzmanagerin, nachdem Natalie Tomlinson-Kurz dieses Amt nicht mehr wahrnehmen könne.

Währenddessen arbeiten die an dem Projekt „Klima-Rat“ Interessierten an ihrem Netzwerk weiter und berichten von guten Kontakten im ganzen Mangfalltal. Erreichbar ist der Klima-Rat unter Telefon 0157/ 53 55 89 95, E-Mail klimarat_badaibling@outlook.de. Ansprechpartner ist Rolf Schneider. Eine eigene Homepage soll in Kürze im Internet an den Start gehen.

Bürgermeister Stephan Schlier zum Stand der Dinge

Die Stadt Bad Aibling steckt – unabhängig von dem sich durch Bürger formierenden Klima-Rat – mitten in der Erarbeitung des ihres integrierten Klimaschutzkonzepts. Die Energie- und Treibhausgasbilanz ist berechnet, die Potenzial- und Szenarienanalyse ist fertiggestellt. Konkret heißt das laut Bürgermeister Stephan Schlier, dass Bad Aibling nun weiß, wo es als Stadt in punkto Treibhausgasemissionen steht und wo die größten Hebel sind. „Das bedeutet auch, dass konkrete Maßnahmen erarbeitet werden müssen, um den Ausstoß entsprechend zu verringern, damit die Stadt ihren Beitrag zum 1,5°C Ziel leisten kann.“Die Wege zu diesem Ziel wolle man mit Nachdruck erarbeiten und verfolgen.

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