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„PFAD FÜR KINDER“ IN SCHECHEN VERANSTALTETE FACHTAGUNG FÜR PFLEGE- UND ADOPTIVFAMILIEN

„Jedes Pflegekind bringt Päckchen mit“

„Mit der Aufnahme eines Pflegekindes kommen nicht nur glückliche Momente, sondern auch Probleme und Sorgen ins Haus.“ Für Dagmar Trautner, Vorsitzende des Vereins „Pfad für Kinder“ in Schechen steht fest: „Bei Problemen nicht lange warten, sondern sofort Hilfe suchen.“ Rund 20 Pflegeeltern nahmen jetzt an der Fachtagung „Die Rechte von Pflegekindern“ teil.

Schechen/Rosenheim– Der Schechener Verein ist ein Zusammenschluss von Pflege- und Adoptivfamilien, Adoptierten und Pflegekindern im Erwachsenenalter. Angeboten werden Erfahrungsaustausch, Beratung und Information.

Die Ortsgruppe mit Sitz in Schechen besteht seit 1981 und ist seit 2004 ein eingetragener Verein, aktuell mit rund 30 Mitgliedern. Vorsitzende und Mitglied der ersten Stunde ist Dagmar Trautner. Die 63-Jährige ist selbst Pflegemutter.

Sie kann sich noch gut an die Zeit erinnern, als sich mit ihrem Pflegekind ihr Leben komplett veränderte. „Jedes Pflegekind bringt sein Päckchen mit“, so ihre Erfahrung. Viele dieser Kinder seien traumatisiert. Oftmals würden sie darüber hinaus mit gesundheitlichen Problemen kämpfen. Für die Pflegeeltern bedeutet das eine enorme Herausforderung. Hinzu komme, dass sie sich mit der Aufnahme eines Pflegekindes als Familie öffnen müssen, um mit verschiedensten Ämtern, Institutionen und natürlich in vielen Fällen auch mit den leiblichen Eltern zusammenzuarbeiten.

Pfad für Kinder vor 35 Jahren gegründet

„Das ist schwer“, erzählt Trautner. Aus dieser Tatsache heraus sei vor 35 Jahren „Pfad für Kinder“ als Selbsthilfegruppe gegründet worden. „Im Austausch miteinander fällt vieles leichter“, sagt sie. In den Anfangsjahren mussten so manche Denkmuster über Bord geworfen werden. „Die Erfahrung lehrte uns schnell, dass es nicht gut ist, wenn man einem Kind verschweigt, dass es in seinem Leben zwei Mütter und zwei Väter gibt“, erklärt die Vorsitzende.

In der Stadt Rosenheim gibt es derzeit gut 20 Pflegefamilien, im Landkreis über 100. Der Antrieb, ein Pflegekind aufzunehmen, komme nach Einschätzung von Maria Setz, der Gruppen-Ansprechpartnerin des Vereins, in vielen Fällen durch die eigene Kinderlosigkeit.

Der Wunsch nach einem Adoptivkind bleibt oft unerfüllt: Auf ein Adoptivkind kommen im Schnitt zehn Bewerbungen. Der Bedarf an Pflegeeltern hingegen sei groß. Mit dieser Aufgabe verbunden ist nämlich die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Kind irgendwann wieder in seine leibliche Familie zurückgeführt wird. „Dessen muss man sich von Anfang an bewusst sein“, betont Maria Setz, die selbst Pflegemutter, Adoptivmutter und mittlerweile auch stolze Oma von Enkelkindern ist.

Auch sie kann sich an viele Probleme und Sorgen erinnern. Sie war froh, in diesen Situationen Hilfe und Rückhalt beim Verein „Pfad für Kinder“ zu finden. „Es ist wichtig, sich mit anderen Menschen zu besprechen, um sich bei Problemen nicht gleich als Versagerin zu fühlen.“ Zur Fachtagung ins Bildungswerk nach Rosenheim kamen Pflegefamilien aus der gesamten Region. Die Stadt Rosenheim selbst war eher schwach vertreten, zum Bedauern von Maria Setz. Dabei gab es für die Teilnehmer viel Informatives. Referentin war Ulrike Schulz, Fachkraft für Jugendinformation, und selbst Pflegemutter. Sie engagiert sich seit über 25 Jahren in Zusammenschlüssen von Pflege- und Adoptiveltern. Im Mittelpunkt ihres Vortrags standen die Rechte von Pflegekindern. Sie erfahren in ihrem Leben viel Fremdbestimmung. „Umso wichtiger ist es für ihre Entwicklung, zu wissen, dass sie eigene Rechte haben“, betonte die Referentin. Die Tagung informierte über Entwicklung und Inhalte der Kinderrechte und deren Anwendung im Bereich der Vollzeitpflege.

Weitere Informationen zu dem Verein „Pfad für Kinder“ gibt es bei Maria Setz unter Telefon 0 80 39/16 76 oder Dagmar Trautner, Telefon 0 80 31/9 40 95. wu

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