Für jede Trasse gibt es K.o.-Kriterien: Bad Aibling will sich zu Brenner-Nordzulauf äußern

Die westlichen Trassen für den geplanten Brenner-Norzulauf wird die Stadt Bad Aibling ablehnen.
  • Eva Lagler
    vonEva Lagler
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Wie alle von den möglichen Trassen des Brenner-Nordzulaufs betroffenen Kommunen bereitet auch die Stadt Bad Aibling derzeit ihre Stellungnahme im Zuge des Raumordnungsverfahrens vor. Das teilte Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) in der jüngsten Sitzung des Stadtrates auf die Anfrage von Petra Keitz-Dimpflmeier mit.

Bad Aibling – Die SPD-Rätin hatte sich nach den dafür geltenden Fristen erkundigt. Abgabefrist sei am 24. Juli, entgegnete Schlier. Man habe sich inhaltlich dabei mit der Stadt Kolbermoor abgestimmt. Selbstverständlich werde man die drei westlichen Trassen ablehnen. „Das hat nichts mit dem St. Florians-Prinzip zu tun, denn wir sind de Überzeugung, dass diese aus verschiedenen Gründen nicht geeignet sind“, betonte der Bürgermeister.

Für die Bahntrasse "Stützen bis zu 60 Meter in den Grund hinein"

Beim Vergleich der Trassen komme man schlicht zu dem Ergebnis, dass die beste die sei, die unter der Erde verlaufe und möglichst wenig Ausgleichsflächen erfordere. „Und damit fallen die drei im Westen weg.“

+++ Hier geht es zu den Nordzulauf-Planungen der Deutschen Bahn. +++

Erwin Kühnel, der in der vergangenen Legislaturperiode als Zweiter Bürgermeister für die Stadt den zahlreichen Beratungen der entsprechenden Gremien beiwohnte, verwies hier vor allem auf den Seeton im Untergrund: „Das ist teuflisch. Wenn man eine Brücke bauen würde, müsste man für die Stützen bis zu 60 Meter in den Grund hinein.“ Bei den Trassen im Osten des Planungsgebietes sei dies nicht so. Kühnel betonte, für jede der fünf Trassen gebe es K.o.-Kriterien, in jedem Bereich gebe es starke Betroffenheiten. Das sei auch dem Planungsbüro bewusst.

150 Vorschläge von Bürgern zum Brenner-Nordzulauf

Zu Keitz-Dimpflmeiers Wunsch nach mehr Informationen und nach einer Sondersitzung meinte er, es habe öffentliche Infoveranstaltungen der Deutschen Bahn in allen betroffenen Gemeinden gegeben, die Bürger seien zu Ergänzungsvorschlägen aufgefordert worden. 150 seien eingeganen und vom Planungsbüro geprüft worden. Auch im Raumordnungsverfahren gebe es Bürgerbeteiligung über die Bürgerinitiativen. Der Ausbau der Bestandsstrecke allerdings sei vom Tisch, so Kühnel.

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Im ersten Quartal des kommenden Jahres erfahre man von den Planern, welches die Vorzugstrasse sei, dann folge die wirtschaftliche Betrachtung, es gebe einen Kriterienplan – „das alles ist sehr mühsam, erst dann geht es in das reguläre Verfahren.“ Auch Kühnel betonte, die Stadt werde eindeutig Position beziehen.

Schlier: Nicht die billigste, sondern die beste Trassenvariante bauen

Andreas Winhart (AfD) sprach sich dafür aus, die Bürger über die Position der Stadt zu informieren und aufzufordern, sich ihr anzuschließen. „Die Gemeinden im Osten machen mobil. Das sollten wir auch tun.“ Schlier entgegnete: „Nicht die Zahl der Stellungnahmen ist entscheidend, sondern die Argumente.“ Doch auch Antita Fuchs (Grüne) meinte, sie fühle sich als Stadträtin nicht gut informiert. Sie bat darum, die Stellungnahme gleich auf den Tisch zu bekommen, wenn sie fertig sei.

Wie Schlier auf Nachfrage unsere Zeitung sagte, werde man sie in der nächsten Stadtratssitzung vorlegen, die am Donnerstag, 23. Juli, – einen Tag vor Fristablauf – stattfindet. Der Anspruch der Politik sei immer, dass nicht die billigste, sondern die beste Variante gebaut wird, und dies sei nun einmal die, die möglichst viel untertunnelt.

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