Vor 300 Jahren beginnt der Bau der Pfarrkirche St. Martin in Au

Vor dem Bruderschaftsaltar „Maria zum Trost“ der Pfarrkirche St. Martin in Au zelebrierte Pfarrvikar Tivadar Jasura die Messe. Baumann

Mit einem Gottesdienst wurde jetzt das Fest der „Erzbruderschaft Maria vom Trost“ in der Pfarrkirche St. Martin Au gefeiert. Vor 300 Jahren war mit dem Bau des Gotteshauses begonnen worden.

Au – Pfarrer Matthias Neff war es, der die „Erzbruderschaft Maria vom Trost“ als soziale Einrichtung im Jahr 1706 gründete. Da diese Vereinigung großen Zuspruch erfuhr, wurde der Bau eines größeren Gotteshauses nötig – der heutigen Pfarrkirche St. Martin.

Eine Kirche von regionalen Meistern

Ab 1719 wurde diese mächtige Kirche nach den Plänen des berühmten Aiblinger Baumeisters Wolfgang Dientzenhofer, einem gebürtigen Auer, errichtet. Die Bauarbeiten unter der Ägide des Hausstatter Baumeisters Abraham Millauer dauerten bis 1723.

Wird das Bruderschaftsfest heute mit einem Gottesdienst gefeiert, gehörten in der Zeit des Barock große religiöse Umzüge zu den Festlichkeiten. Auf dem Friedhof mussten zusätzliche Beichtstühle aufgestellt werden, weil so viele Menschen das Sakrament der Buße empfangen wollten. An Marktständen wurden Devotionalien angeboten.

Heute erinnern die Prangstangen, die während der Fronleichnamsprozession getragen werden, und die „Vier Evangelien“ im Friedhof an diese Zeit.

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Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das „Evangelium“ auf der Südseite der Kirche der Erweiterung des Friedhofs und dem Bau eines Leichenhauses geopfert.

Als in den 70er-Jahren dann auch noch das „Evangelium“ auf der Nordseite wegen Baufälligkeit abgerissen wurde, läuteten bei Künstler und Diakon Helmuth Mayr die Alarmglocken. Jahrzehnte trug er sich mit dem Wunsch, dieses Kulturgut wieder zu erreichten. Im Jahr 2006 schließlich – zur 300-Jahr-Feier der Bruderschaft – konnte die Rekonstruktion des Bildstockes und der Bilder eingeweiht werden.

Vom kürzlich verstorbenen Holzbildhauer Mayr stammt die barocke Nachbildung von „Maria vom Trost“ im Giebel. Dieses Gnadenbild befindet sich auch auf dem Sterbebild von Helmuth Mayr.

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Das Hauptbild hat eine Größe von 2,5 Quadratmetern und zeigt Jesus am Ölberg. Dieses Gemälde ist eine Neuschöpfung, die von Kunstmaler Pepp Füß entworfen und gemeinsam mit der Kunsthistorikerin Regina Eisner aus Eulenau bei Au ausgeführt wurde. Sie war es auch, die an der Seite von Helmuth Mayr das „Evangelienbild“ auf der Westseite vor dem Verfall gerettet.

Den Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin wurde in diesem Jahr von Pfarrvikar Tivadar Jasura gestaltet, der die Messe am rechten Seitenaltar zele-brierte. Dort befindet sich das Gnadenbild „Maria vom Trost“. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von einer Harfenmusi und Volksgesang. bn

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