5 Jahre Bücherbox Bad Aibling: Tauschen, treffen, schmökern

In der Bücherbox gibt es fast täglich etwas aufzuräumen, aber der Aufwand für Bad Aiblings öffentlichen Bücherschrank und Ort der Begegnung lohnt sich, finden (von links) Hiltrud Braun, Dorothee Roschek, Heidi Benda, Andrea Reverchon und Altbürgermeister Dr. Werner Keitz als regelmäßiger Kunde (es fehlt: Schatzmeisterin Doris Mangerig).
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In der Bücherbox gibt es fast täglich etwas aufzuräumen, aber der Aufwand für Bad Aiblings öffentlichen Bücherschrank und Ort der Begegnung lohnt sich, finden (von links) Hiltrud Braun, Dorothee Roschek, Heidi Benda, Andrea Reverchon und Altbürgermeister Dr. Werner Keitz als regelmäßiger Kunde (es fehlt: Schatzmeisterin Doris Mangerig).

Ein beliebtes Geburtstagskind feiert am Montag, 28. September, seinen 5. Geburtstag. Die Bücherbox an der Bahnhofstraße schreibt seit ihrer Eröffnung eine Erfolgsgeschichte, Einwohner und Kurgäste möchten sie nicht mehr missen.

Von Margit Schmitz

Bad Aibling– Am 28. September vor genau fünf Jahren ist die Bücherbox an der Bahnhof-/ Ecke Irlachstraße offiziell eröffnet worden. Gut sichtbar zwischen Straße und Gehweg an der Glonn gelegen, bietet die umgebaute Telefonzelle ein buntes Sortiment an Unterhaltungsliteratur und Sachbüchern für Kinder und Erwachsene – kostenlos.

Die Tür wird jeden Morgen um 6 Uhr vom städtischen Schließdienst aufgeschlossen und bleibt dann offen bis 22 Uhr. Das Projekt des Fördervereins der Stadtbücherei Bad Aibling ist ein Erfolgsmodell. Viele Aiblinger schauen regelmäßig vorbei, um nach neuer anregender Lektüre zu suchen.

Eine zweite Chance für die Bücher

Andere sind froh, dass Bücher, die sie nicht mehr benötigen, hier eine zweite Chance bekommen. „Auch Kurgäste nutzen das Angebot“, weiß Dorothee Roschek, stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins.

Vor knapp sechs Jahren war im Förderverein die Idee entstanden, eine ehemalige Telefonzelle zu einem öffentlichen Bücherschrank umzubauen. Eine ähnliche Einrichtung am Münchner Nordfriedhof hatte die Inspiration geliefert. Mit viel Geduld und Einsatz gelang es der damaligen Kassiererin Vereins, Susanne Schlosser, eine ausrangierte Telefonzelle der Telekom zu erwerben und vom Depot in Berlin nach Bad Aibling transportieren zu lassen.

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Sehr dankbar waren Susanne Schlosser, Heidi Benda und Dorothee Roschek vom Vorstand des Fördervereins der Stadtbücherei, dass das Team des städtischen Bauhofs mit dem heutigen Leiter Josef Feuersinger beim Umbau der ausrangierten Telefonzelle zur Bücherbox half.

Mitarbeiter des städtischen Bauhofs halfen, die Zelle umzubauen, ansprechend zu gestalten und aufzustellen. Der Standort, den die Verantwortlichen von Förderverein und Stadtbauamt gemeinsam auswählten, erwies sich als sehr geeignet. „Die Bücherbox steht hier in der Nähe verschiedener Geschäfte, der Glonn und einiger Sitzbänke und ist so auch zu einem Treffpunkt für Gespräche geworden“, sagt Vorsitzende Heidi Benda.

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Tatsächlich kommen während des Fototermins zum Jubiläum zwei Bürger vorbei, um nach Büchern zu stöbern. Einer von ihnen ist Altbürgermeister Dr. Werner Keitz „Das ist eine der besten Ideen aus dem bürgerschaftlichen Engagement in unserer Stadt“, sagt er. „Ich komme bestimmt alle zwei Wochen vorbei.“ An diesem Tag hat er sich nach kurzer Suche für zwei Romane entschieden.

Für die kommenden fünf Jahre wünscht sich Roschek, dass die Box weiterhin so gut angenommen wird. „Aber bitte keine Beschädigungen mehr“, sagt Benda, mit Blick auf einige Fälle von Vandalismus in den vergangenen Jahren. Schriftführerin Andrea Reverchon hofft, dass sich weiterhin so viele Leute für die Box verantwortlich fühlen. Neben den Mitgliedern des Fördervereins und dem Team der Stadtbücherei gebe es sehr viele Bürger, die mal schnell die Bücher wieder ordentlich hinstellen oder Müll mitnehmen.

Auch Bürger engagieren sich für das Projekt

Darüber hinaus engagieren sich immer wieder einzelne Personen in besonderem Maße. Lange Zeit war das der inzwischen verstorbene Peter Benda, der diese Aufgabe mit Leidenschaft und großem Einsatz wahrnahm. „Nach dem letzten Artikel im Mangfall-Boten haben sich auch mehrere Leute gemeldet, darunter eine Dame, die jetzt fast täglich vorbeischaut und dafür sorgt, dass der öffentliche Bücherschrank immer aufgeräumt und einladend dasteht“, berichtet Hiltrud Braun, Leiterin der Stadtbücherei, die mit ihrem Team ebenfalls zum Gelingen des Projekts beiträgt.

Positive Bilanz nach ersten fünf Jahren

So können nach den ersten fünf Jahren alle Beteiligten eine positive Bilanz ziehen. Der Erfolg hat sich auch schon über die Grenzen der Stadt hinaus herumgesprochen. Andere Kommunen aus dem Landkreis haben inzwischen ihr Interesse bekundet und um Rat gefragt, erzählt Benda.

Für Bad Aibling ist die Bücherbox ein Aushängeschild und damit ein wichtiges, aber nicht das einzige Projekt zur Leseförderung, das der Förderverein initiiert hat.

Wer Interesse daran hat, das ganze Spektrum der Arbeit des Fördervereins kennenzulernen und aktiv oder passiv zu unterstützen, kann sich persönlich, unter Telefon 0 80 61/4901-140 oder über die Homepage der Stadt, www.bad-aibling.de, an das Team der Stadtbücherei wenden.

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