Einst eine Kiesgrube

Irlachweiher im Bad Aiblinger Kurpark: Ein Schmuckstück mit Geschichte

In früheren Zeiten bei Jung und Alt begehrt – und ein gern verwendetes Postkartenmotiv: Kahnfahrten auf dem Irlachweiher im Kurpark.
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In früheren Zeiten bei Jung und Alt begehrt – und ein gern verwendetes Postkartenmotiv: Kahnfahrten auf dem Irlachweiher im Kurpark.
  • vonJohann Baumann
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Er ist das Herzstück des Bad Aiblinger Kurparks: der idyllische Irlachweiher. Was viele nicht mehr wissen: Einst war er eine Kiesgrube.

Bad Aibling – Totale Ebbe herrschte vor Kurzem im Irlachweiher: Vor dem jährlichen Abfischen wurde sein Wasser bis auf einen geringen Rest in die benachbarte Glonn entleert. Inzwischen wurde der „Kurpark-See“ mittels Pumpen wieder mit dem Wasser aus der Glonn befüllt, damit er im Winter wie immer als Eldorado für Schlittschuhläufer, Eisstockschützen und Eishockeyspieler dienen kann. Momentan ist dies aber noch nicht möglich – wie das am Ufer aufgestellte Schild „Wegen Nichttragfähigkeit gesperrt“ erläutert.

Von der Kiesgrube zum Kurpark-See

Beim Irlachweiher handelt es sich übrigens nicht um ein natürliches Gewässer, sondern um eine frühere Kiesgrube. In den 80er- Jahren des vorletzten Jahrhunderts war der Kurpark einer ständigen Hochwassergefahr ausgesetzt und musste aus diesem Grund aufgeschüttet werden.

Da der Kies aus der Mangfall schon damals sehr teuer war und man für dessen Zufuhr zudem aufwändige Wegschüttungen im seinerzeit sumpfigen Kurparkgelände hätte vornehmen müssen, wurde das benötigte Material einfach vor Ort aus dem Boden geholt.

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Die daraus entstandene Kiesgrube wurde durch einen Zufluss mit dem Wasser aus der Glonn gefüllt. So entstand im Jahr 1886 der Irlachweiher, den der Zeitzeuge Karl Wagner (nach ihm ist in der Kurstadt eine Straße benannt) in seiner 1917 erstellten Handschrift als „eine ganz entschiedene Verschönerung“ und „entsprechende Abwechslung“ bezeichnete.

Bald wurde der „Mini-See“ mit einer Schiffshütte sowie einem Schwanenhäuschen ausgestattet und man konnte sich dort im Sommer bei einer gefahrlosen Kahnfahrt vergnügen. „Auch gepflegte Damen belustigte es, von charmanten Herren auf schaukelnden Kähnen über den Weiher gerudert zu werden“, heißt es in den Aufzeichnungen.

Geringer Wasserstand bietet Vorteile

Schon damals wurde der Irlachweiher wegen seines geringen Wasserstandes für den Eissport, vor allem zum Eisstockschießen und Schlittschuhlaufen, genutzt.

„Sobald seine Eisdecke trägt, wird er zum Anziehungspunkt für Jung und Alt“, heißt es in der Facharbeit von Christine Dietrich aus dem Jahr 2010, aus der Manfred Schaulies aus dem Archiv des Aiblinger Heimatmuseums unserer Zeitung die vorgenannten historischen Passagen zur Verfügung stellte.

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