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Vitaminreiches für den Winter

In Maxlrain wird noch bis zum 13. Oktober Ismaninger Weißkraut gehobelt

In Windeseile schneidet die Maschine die Krautköpfe „portionsfertig“ zu. Mit Wannen oder Tüten tragen die Käufer es dann nach Hause.
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In Windeseile schneidet die Maschine die Krautköpfe „portionsfertig“ zu. Mit Wannen oder Tüten tragen die Käufer es dann nach Hause.
  • VonWerner Stache
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In Maxlrain wurde am Wochenende wieder fleißig Kraut gehobelt, und das übrigens schon zum fünften Mal. Die alte Tradition erfreut sich wachsender Beliebtheit. Dabei heißt es in Maxlrain: vom Feld direkt zum Endverbraucher.

Tuntenhausen – Erst am Freitag kamen die Krautköpfe frisch von der Ernte in Ismaning an. An den fünf Krauthobel-Tagen im Salettl des Bräustüberls in Maxlrain steht allerhand Arbeit für die Landfrauen von Beyharting an. Innerhalb weniger Minuten. wiegen sie die Krautköpfe, portionieren und hobeln sie, sodass sie der Käufer ihr Kraut gleich frisch mit nach Hause nehmen können. Zehn Tonnen wurden in diesem Jahr für das Krauthobeln bestellt – eine stattliche Menge.

Hüter der Tradition: Der Vater von Franz Heinritzi begründete die Tradition 1946.

Zehn Tonnen werden frisch gehobelt

Aber was ist das Besondere an dem Kraut und warum gerade aus Ismaning? „Das Ismaninger Weißkraut ist besonders mild und bekömmlich“, weiß Franz Heinritzi zu berichten und betont, dass die Ismaninger Köstlichkeit weit über die Region hinaus bekannt ist. Er ist stolz darauf, dass die Tradition, die sein Vater vor 75 Jahren in der Region begründete, von den Landfrauen und der Schlossbrauerei Maxlrain fortgeführt wird. Der Bruckmühler Ehrenbürger arbeitet aber noch immer fleißig mit. Sein Rat ist gefragt und fast jeder Kunde kennt ihn und schätzt den kurzen Plausch mit ihm. Getreu der Tradition, die sein Vater nach dem Zweiten Weltkrieg ins Leben rief.

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Schon damals war der Kraut-Zulieferer der Gleiche: der Ismaninger Landwirt Wagner. Und das hatte einen besonderen Grund, den Heinritzi erklärt: „Mein Vater und Hans Wagner lernten sich im Lazarett kennen.“ Wagner fragte ihn, warum er denn in seinem Lagerhaus in Bruckmühl kein Kraut verkaufe, denn dieses war in der Nachkriegszeit äußerst beliebt. Sauerkraut gehörte bis zur Etablierung neuer Konservierungsmethoden zu den im Winter hauptsächlich verarbeiteten Zutaten. Durch seinen hohen Vitamingehalt beugte es im Winter Mangelerscheinungen vor. „Damals gab es ja noch keine Kühlschränke zur Lagerung wie heute“, erläutert Heinritzi.

Seit dieser Zeit veranstaltete das Bruckmühler Lagerhaus und das Gartenfachgeschäft Heinritzi die „Krautwoche“ und hielt damit eine alte Tradition am Leben. Vor fünf Jahren haben die Landfrauen in Maxlrain diese Tradition von der Familie Heinritzi übernommen. Sie erhalten vom Bruckmühler Altbürgermeister viel Lob. „Wir machen es gerne“, sagt Andrea Rummelsberger. Sie hat heuer ein Siebener-Team um sich geschart, so viele Helferinnen wie noch nie in den vergangenen Jahren. „Allen macht es großen Spaß“, so Rummelsberger.

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Die Beyhartinger Landfrauen gaben zudem wieder jede Menge Tipps, wie man Weißkraut verarbeiten kann. Rummelsberger hat dazu sogar zwei neue Kochbücher rund ums Sauerkraut mit insgesamt 100 Rezepten zusammengestellt. Dazu gab es für alle, die traditionell Sauerkraut machen wollen, auch alle Utensilien, die sie dafür brauchen: also beispielsweise Gärtöpfe und Krautstampfer, unjodiertes Steinsalz, Wacholderbeeren oder Kümmel.

Das Krauthobeln geht weiter: Von Montag, 11. Oktober, bis Mittwoch, 13. Oktober, jeweils von 10 bis 17 Uhr, können sich Interessenten vor dem Braustüberl in Maxlrain ihre vitaminreichem Vorräte für den Winter holen.

Andrea Rummelsberger (rechts) erklärt die Gartöpfe. Zum Kraut hat sie auch viele Rezepte.

Ein Blick in die Historie

Urkundlich erwähnt wurde das Ismaninger Kraut, heute ob seiner Geschichte auch als „Bischofskraut“ bekannt, erstmals im Jahr 1509. Schon damals war die Ismaninger Köstlichkeit weit über die Region hinaus geschätzt. Die urkundliche Erwähnung ging auf Bischof Philipp von Freising zurück. Dieser übergab den Ismaninger Bauern die Gemeindegründe als Eigentum, verpflichtete sie dafür aber, jährlich 2500 Krautköpfe an den Bischofshof zu liefern.

Rezeptvorschlag für „Fitnesskraut“

Zutaten (vier Personen):

300 g Sauerkraut, 4 kleine Karotten, 4 kleine, rotschalige Äpfel, Saft von 1 Zitrone, 2 bis 3 EL Apfelessig, 2 bis 3 EL Sonnenblumenöl, Salz, weißer Pfeffer aus der Mühle, 1 Prise Zucker.

Zubereitung:

Das Sauerkraut zerpflücken und in eine Schüssel geben. Die Karotten putzen und in Stifte schneiden, die Äpfel abwaschen, trockentupfen, das Kerngehäuse herausschneiden, die Äpfel in Würfel schneiden. Die Karotten und Äpfel mit Zitronensaft beträufeln und unter das Sauerkraut heben. Für das Dressing den Apfelessig mit Sonnenblumenöl verrühren, mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken und das Sauerkraut damit anmachen.

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