Temporäres Domizil

Die Marktgemeinde Bruckmühl hat in der „Wolldecke“ zum Amts-Alltag gefunden

Im Rathaus-Gebäude Nummer 13 sind die Abteilungen mit viel Publikumsverkehr untergebracht.
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Im Rathaus-Gebäude Nummer 13 sind die Abteilungen mit viel Publikumsverkehr untergebracht.
  • vonJohann Baumann
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Seit einem Monat ist die Mannschaft des Rathauses in ihren temporären Amtsräumen im BWB-Gewerbegebiet – der früheren Wolldeckenfabrik – in Heufeldmühle zu finden. Während der Bürgermeister im Gebäude 29 Quartier bezogen hat, spielt sich der Publikumsverkehr im Haus 13 ab, denn das ist barrierefrei.

Bruckmühl – Die Verwaltung der Marktgemeinde Bruckmühl ist in ihrem Übergangsdomizil angekommen. Bürgermeisterbüro, Personalabteilung, Kämmerei, Bauverwaltung, Wirtschaftsförderung, Bürgerbote-Redaktion, Betreutes Wohnen zu Hause sowie Registratur und Archiv sind im Haus Nummer 29 angesiedelt. Den zweiten Gebäude-Schwerpunkt bildet das östlich gelegene Gebäude Nummer 13. In diesem Gebäudeteil befinden sich der von Elfriede Bengl-Kimmel geleitete Fachbereich II mit Standesamt, Friedhofsverwaltung, Einwohnermeldeamt, Fundbüro, Renten- und Sozialamt, Gewerbeamt, Straßenverkehrsrecht sowie Ordnungsamt. Des Weiteren sind dort mit Kasse und Steueramt auch Teile des von Kämmerer Michael Lindner geführten Fachbereichs III untergebracht.

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Michael Koller (60) Sachbearbeiter aus Vagen „In meinem neuen Büro habe ich mich schon gut eingewöhnt. Ich bin seit 1992 bei der Marktgemeinde, und der tägliche Arbeitsweg ist in einem drin. Aber bis jetzt bin ich noch nie versehentlich von Vagen aus zum alten Rathaus gefahren. Der Umzug hat gut geklappt, allerdings hat bei uns im Gebäude 13 anfangs die IT etwas gehakt.“

„Im Haus 13 haben wir ganz bewusst die Abteilungen mit viel Publikumsverkehr untergebracht“, erläutert Bürgermeister Richard Richter. Dieses Gebäude ist barrierefrei und bietet zudem bessere Parkmöglichkeiten für die Rathausbesucher. „Einfach mal kurz ins Steuer- oder Einwohnermeldeamt rüberzugehen, ist freilich nicht mehr so einfach wie früher. Besuche im rund 100 Meter entfernten Gebäude 13 müssen jetzt koordiniert werden“, stellt der Rathauschef fest.

Elfriede Bengl-Kimmel (52) Sachgebietsleiterin aus Bruckmühl „Meine Erfahrungen seit dem Umzug sind durchweg positiv. Unsere Büros sind einschließlich Mobiliar fast eins zu eins abgebildet und bedeuten eine extreme Aufwertung gegenüber dem bisherigen Rathaus. Außerdem sind im Gegensatz zu vorher alle Büros nah beieinander auf einer Etage untergebracht, und das gibt kurze Wege – optimal.“

Möglichst keine Doppelbüros für Bruckmühler Rathaus-Mitarbeiter

In beiden Gebäuden arbeitet das Personal derzeit zunehmend auch im Homeoffice – soweit es fachlich und technisch möglich ist. „Dabei sollen Doppelbüros möglichst entzerrt werden“, erklärt das Gemeindeoberhaupt. So wechselt sich Ramona Kuhn im Steueramt beispielsweise mit ihren Kolleginnen in der Büropräsenz ab. „Wir sprechen uns ab, und das läuft gut“, betont sie. Auch mit ihrem neuen Büro ist sie sehr zufrieden. „Wir haben hier weitaus mehr Platz als im alten Rathaus, die Räume sind sehr schön, und es gibt wirklich nichts, worüber ich mich beschweren könnte“, hebt sie hervor.

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Warum die Bewältigung der Tagesarbeit im Homeoffice nicht in allen Bereichen der Verwaltung erfolgen kann, legt Elfriede Bengl-Kimmel dar. So können die Mitarbeiterinnen im Einwohnermeldeamt beispielsweise keine Anträge auf Ausstellung von Personalausweisen oder Reisepässen „von daheim aus“ bearbeiten. Denn dazu müssen von den Antragstellern die Fingerabdrücke genommen werden. „Im Standesamt sind bestimmte Daten nicht zur Digitalisierung vorgesehen, und daher ist auch kein elektronischer Zugriff auf sie möglich“, schildert die oberste Standesbeamtin der Marktgemeinde Bruckmühl. Dort werden unter anderem auch Beurkundungen vorgenommen, die eine persönliche Anwesenheit erfordern. „Und im Homeoffice heiraten geht auch noch nicht“, ergänzt sie schmunzelnd.

Anzumerken ist noch, dass der großzügige Eingangsbereich des Gebäudes Nummer 13 mit einem farbenfrohen Kunstwerk bereichert wurde. Es handelt sich um ein Gemälde des polnischen Malers Jan Galecki, das er neben seiner Arbeit als Architekt und Projektleiter geschaffen hat. Es zeigt in der Reproduktion als Tapete das Originalgebäude Nummer 13.

Der Eingangsbereich des Gebäudes 13 wurde mit einem Bild von Jan Galecki ausgestattet.

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