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MARKTGEMEINDERAT VERABSCHIEDET NEUE VERORDNUNG

In Bruckmühl müssen Hunde ab jetzt an die Leine

Frau geht mit ihrem Hund Gassi  (Symbolbild)
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Künftig gilt auf öffentlichen Straßen und Wegen in „im Zusammenhang bebauten Ortsteilen“ Bruckmühls ein Leinenzwang. Kleine Hunde sind davon ausgenommen, sie dürfen weiter herumtollen. Nur die großen Hunde ab einer Schulterhöhe von 50 Zentimetern müssen an die Leine. 
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Jetzt ist es amtlich: Bruckmühl hat eine Hundehaltungsverordnung. Der Marktgemeinderat hat sie mit 18:6 Stimmen auf den Weg gebracht. Sie tritt noch Anfang März in Kraft.

Bruckmühl – Mit etwas mehr Vernunft und Verantwortungsbewusstsein aller Hundehalter würde es eine solche Verordnung nicht brauchen – darin waren sich die Gemeinderäte einig. Doch waren es Beschwerden von Bruckmühler Bürgern, die die Verwaltung dazu veranlassten, den Gemeinderat mit der Abwägung aller Für und Wider einer Hundesatzung zu betrauen.

Räte sind gegen Reglementierungen

Schon im Oktober diskutierte der Marktausschuss diese Thematik, wollte eine Entscheidung aber in die Hände alle Räte legen (wir berichteten). Nun entspann sich erneut eine Diskussion, denn eigentlich – so der Eindruck – widerstrebte es den Marktgemeinderäten, die Bruckmühler Bürger zu reglementieren. Elfriede Bengl-Kimmel, Fachbereichsleiterin für Ordnungs- und Sozialwesen, machte deshalb noch einmal klar, dass der Rat die Satzung nicht verabschieden müsse: „Fällt er aber eine Entscheidung, haben wir im Streitfall Argumente gegenüber den Bürgern.“

Tierärztin Dr. Monika Mager (Grüne) befürwortete es, klare Verhältnisse zu schaffen, wenn Hundehalter nicht verantwortungsbewusst handelten. „Hunde in bebauten Gebieten an die Leine zu nehmen, gehört einfach zum Anstand“, betonte sie. Dafür sei die Ahndung von Einzelfällen ihrer Meinung nach aber wirkungsvoller. Dabei gebe es nach Bengl-Kimmel aber vor allem ein Problem: Sei der Hundehalter nicht namentlich bekannt, könne er auch nicht ermittelt werden.

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Mager erläuterte aus beruflicher Erfahrung, dass Hunde ab einer Schulterhöhe von 50 Zentimetern nicht unbedingt die Problemhunde seien. Nur die großen Hunde an die Leine zu legen, bewertete sie als „nicht fair“ und glaubt, „dass es die Probleme nicht lösen wird“. Auch Michael Stahuber (CSU/PW) fände eine Satzung für alle Hunde besser. „Das ist rechtlich aber nicht möglich“, wie Bengl-Kimmel erläuterte.

Hubert Maier (CSU/PW) möchte die Menschen, die Angst vor großen Hunden haben, mit einer Satzung schützen und ihnen Sicherheit geben. Er war verwundert darüber, dass es in bebauten Gebieten keine generelle Leinenpflicht gibt, und diese durch eine eigene Satzung reguliert werden müsse.

Wolfgang Huber (Grüne) sieht in rücksichtslosen rasenden E-Bikern am Mangfalldamm die größere Gefahr.

Hoffen auf ein besseres Miteinander

Georg Ziegltrum (CSU/PW) hofft, dass die Satzung die Reibereien zwischen allen Verkehrsteilnehmern am Mangfalldamm minimieren wird. Stefan Mager (Grüne) wollte noch einmal zu bedenken geben, ob man wirklich viele Hundebesitzer für ein paar Unvernünftige bestrafen wolle.

Bartholomäus Krapichler (CSU/PW) regte an, auch die Wege an der Glonn in die Satzung aufzunehmen. Das sei aber nicht möglich, da es keine öffentlichen Wege seien, wurde erklärt.

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Bürgermeister Richard Richter (CSU/PW) erinnerte daran, dass es die Bürger waren, die den Wunsch nach einer Hundesatzung geäußert hätten. Die Verwaltung habe diesen fachlich aufgearbeitet. Eine Satzung mache transparent, was erlaubt sei, und was nicht. „Bei gegenseitiger Rücksichtnahme gebe es keine Beschwerden“, betonte er. „Die Entscheidung wird zeigen, wie wir damit umgehen wollen.“

Diese fiel schließlich mit 18:6 Stimmen für eine Hundesatzung und damit für eine Leinenpflicht.

Die wichtigsten Punkte der Hundehaltungsverordnung

  • Wer Hunde in öffentlichen Anlagen oder auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen mit sich führt, hat dies so zu tun, dass andere nicht gefährdet oder geschädigt werden.
  • In folgenden Bereichen müssen Kampfhunde und große Hunde ab einer Schulterhöhe von 50 Zentimetern an einer reißfesten Leine von höchsten 1,50 Metern Länge geführt werden:
  • In allen öffentlichen Anlagen, insbesondere Sport- und Schulanlagen (ausgenommen sind Hundesportanlagen),
  • Auf allen öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile des Marktes Bruckmühl,
  • Entlang des Triftbaches und
  • Auf Verkehrswegen entlang der Mangfall.
  • Wer einen leinenpflichtigen Hund führt, muss jederzeit dazu in der Lage sein, das Tier körperlich zu beherrschen und zu führen.
  • Von Kinderspielplätzen und deren näherer Umgebung sind große Hunde und Kampfhunde fernzuhalten. Auch ein Mitführen an der Leine ist hier nicht gestattet.
  • Davon ausgenommen sind Blindenhunde, Diensthunde, Rettungshunde sowie Hütehunde und Jagdhunde im Einsatz.

Hundekot ist großes Problem

Hundekot ist in Bruckmühl noch immer ein Problem. Und das, obwohl die Marktgemeinde zig „Hundetoiletten“ aufgebaut hat und es die dazugehörigen „Entsorgungstüten“ kostenlos im Bürgerbüro gibt.

Anna Wallner (CSU/PW) richtete noch einmal einen Appell an alle Hundehalter, diese Möglichkeit auch zu nutzen und die Rückstände zu entsorgen. „Das würde schon viel böses Blut vermeiden“, betonte sie. Das bestätigte Georg Oswald (BP) mit einem Bericht über schmerzliche persönliche Erfahrungen.

Kirsten Klein (Grüne) sieht im Hundekot das größere Problem als in der Leinenpflicht. Sie fragte nach der Möglichkeit einer Grünanlagenordnung, um dem entgegenzuwirken. Fachbereichsleiterin Elfriede Bengl-Kimmel erläuterte, dass eine solche Verordnung keinen wirklichen Sinn mache, da die Marktgemeinde gar nicht über das nötige Personal verfüge, um die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren.

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