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Neue Friedhofsgebühren und -satzung

In Bad Feilnbach werden Einzel- und Familiengräber teurer

Neue Gebühren gelten ab 2022 für die gemeindlichen Friedhöfe – darunter auch für den in Derndorf.
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Neue Gebühren gelten ab 2022 für die gemeindlichen Friedhöfe – darunter auch für den in Derndorf.
  • VonKonrad Kriechbaumer
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Wie viel kostet ein Grabplatz in einem der gemeindlichen Friedhöfe in Bad Feilnbach und welche Gebühren werden für eine Bestattung erhoben? Mit diesen Themen beschäftigte sich der Gemeinderat in jüngster Sitzung und erließ die Friedhofssatzung und die zugehörige Gebührensatzung neu.

Bad Feilnbach – „Die Friedhofsgebühren sind in regelmäßigen Abständen zu überprüfen und zu kalkulieren“, erläuterte Bürgermeister Anton Wallner (CSU) den Anlass der Neukalkulation. In Bad Feilnbach fand die letzte Berechnung 2003 – beziehungsweise 2007 für die Grabstätten in der Sonnenbichlwiese – statt.

Kommunalberatung kalkuliert Kosten

Nach der Kalkulation durch die Kommunalberatung Radlbeck aus Straubing ergeben sich ab dem 1. Januar 2022 folgende Gebühren: Ein Einzelgrab kostet dann 60 Euro pro Jahr (bisher 55 Euro), für ein Familiengrab werden künftig 83 Euro im Jahr fällig (bisher 79 Euro). Deutlich günstiger werden die Gebühren für ein Einzelgrab als Grabkammer: Bislang mussten die Inhaber 79 Euro pro Jahr bezahlen, künftig nur noch 60 Euro. Unverändert bleiben die Gebühren für die Urnengräber bei 55 Euro im Jahr.

Für anonyme Urnengrabstätten auf der Sonnenbichlwiese wurden bisher 15,23 Euro im Jahr fällig, künftig sind es 25 Euro. Reihengräber, die bisher noch nicht kalkuliert wurden, und für die keine eigene Gebühr ausgewiesen waren, kosten künftig 44 Euro pro Jahr. Auch die pauschale Abrechnung der Benutzung des Leichenhauses in Höhe von 150 Euro ändert sich: Ab nächstes Jahr werden 41 Euro pro angefangenen Benutzungstag berechnet.

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Die Eckpunkte der Kalkulation stellte Bettina Radlbeck von der gleichnamigen Kommunalberatung vor. Anhand einer „modifizierten Äquivalenzziffernkalkulation“ wurden die Grabnutzungsgebühren berechnet. „Dabei werden die in der Gemeinde vorhandenen, unterschiedlichen Grabgrößen herangezogen und auf ein Jahr und die diesbezüglich voraussichtlich erfolgenden Bestattungen verteilt“, erläuterte Radlbeck. In der Kalkulation sind die laufenden Betriebskosten sowie die kalkulatorischen Kosten auf die Anschaffungs- und Herstellungskosten der Friedhöfe enthalten. Diese werden dann auf die Friedhofsanlage, die Leichenhäuser, die Bestattung und die Sonnenbichlwiese aufgeteilt.

Die Kosten der Friedhofsanlage werden zu 30 Prozent auf „grabartidentische Gemeinkosten“ und zu 70 Prozent auf „grabartspezifische Kosten“ aufgeteilt. Diese Aufteilung ist damit begründet, dass Inhaber kleinerer Gräber die Friedhofsanlage in gleichem Maße in Anspruch nehmen, wie Inhaber größerer Gräber. Für die Urnengräber in der Sonnenbichlwiese wurde ein entsprechender Zuschlag errechnet. „Die Nettograbfläche von 0,09 Quadratmetern repräsentiert nicht den Aufwand“, begründete Radlbeck den Zuschlag. Mit 17:0 Stimmen stimmte der Gemeinderat der Kalkulation zu.

Eine Änderung erfuhr die Gebührensatzung nicht nur bei den Grab-, sondern auch bei den Bestattungsgebühren. Diese wurden in der Sitzung nicht präsentiert, den Gemeinderatsmitgliedern lag die neue Gebührenübersicht aber vor. Sieglinde Angermaier (Grüne) fand die deutliche Erhöhung der Bestattungsgebühren für Sarggräber von 360 Euro (bisher 325 Euro) zuzüglich 80 Euro für die Vorbereitung der Bestattung zu teuer. Sophia Gasteiger, Sachbearbeiterin im Standesamts- und Friedhofswesen der Gemeinde Bad Feilnbach, begründete die Gebühr damit, dass die Gemeinde die Kosten für die Bestattungen der externen Dienstleister eins zu eins weitergebe.

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Dr. Balthasar Spann (CSU) fragte nach, ob ein zusätzlicher Gebührenaufschlag für Bestattungen außerhalb der Gemeinde verlangt werden könne, um einen „Bestattungstourismus“ – insbesondere bei anonymen Gräber der Sonnenbichlwiese – zu verhindern. Bettina Radlbeck verneinte diese Möglichkeit: „Die Systematik gibt so etwas nicht her.“ Andreas Henfling (ÜW) empfahl dem Gremium, das Bestattungsmodell auf der Sonnenbichlwiese auslaufen zu lassen und dort künftig keine Bestattungen mehr anzubieten.

Mit 16 Ja-Stimmen und der Gegenstimme von Sieglinde Angermaier beschloss der Gemeinderat die neue Gebührensatzung, die ab dem 1. Januar gilt.

Mit 17:0 Stimmen wurde darüber hinaus die Friedhofsatzung neu erlassen. Grund waren vier Änderungen. So wurde die Anzahl der Urnen pro Urnengrab auf sechs festgelegt.

Neu sind kleinere Abdeckplatten

Außerdem wurde bestimmt, dass in einer Partnergrabstätte bis zu zwei Urnen bei gleichzeitig laufender Ruhefrist beigesetzt werden können. Für zulässig erklärt wurden Grababdeckplatten, allerdings dürfen diese nur 50 Prozent des Grabes bedecken. Für bereits vorhandene, ganzflächige Platten gilt ein Bestandsschutz. Dies begründete Sophia Gasteiger mit dem Charakter des Friedhofs: „Der Wunsch nach einer pflegefreien Grabstätte wird immer größer.“ Sie verwies auch auf die Möglichkeit der alternativen Bestattungsformen, wo die Pflege vom Friedhofsträger übernommen wird.

Als weitere Änderung wurde in die Satzung aufgenommen, dass bei alternativen und anonymen Bestattungsformen Exhumierungen und Umbettungen nicht möglich sind.

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