Beschluss im Gemeinderat

Hundesteuer in Bad Feilnbach: Soviel kostet Sie Ihr Hund ab 1. Januar jährlich

In der Gemeinde gibt es 34 Hundetoiletten: Viele Hundebesitzer nutzen das Angebot der Kommune, wie hier die Einrichtung an der Sterntaler Filze.
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In der Gemeinde gibt es 34 Hundetoiletten: Viele Hundebesitzer nutzen das Angebot der Kommune, wie hier die Einrichtung an der Sterntaler Filze.
  • vonKonrad Kriechbaumer
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Der Gemeinderat beschließt, dass die Besitzer der Vierbeiner jetzt tiefer in die Tasche greifen müssen. Um wie viel die Steuer ab 1. Januar erhöht wird und worüber noch diskutiert wurde, lesen Sie hier.

Bad Feilnbach – Bad Feilnbachs Hundebesitzer müssen ab 2021 etwas tiefer in die Tasche greifen. Die Gemeinde Bad Feilnbach erhöht die Hundesteuer zum 1. Januar von 50 auf 60 Euro. Zudem wird die Hundesteuersatzung der Mustersatzung des Freistaats Bayern angepasst.

20-prozentige Erhöhung

Der Gemeinderat befasste sich in einer seiner jüngsten Sitzungen mit dem Neuerlass der Hundesteuersatzung. Wesentliche Änderungen: Die Anhebung der Steuerbeträge. Während bis dato noch 50 Euro für den ersten, 100 Euro für den zweiten und 150 Euro für jeden weiteren Hund fällig wurden, beträgt die Hundesteuer 60 Euro für den ersten Hund und 120 Euro für den zweiten Hund, der Steuersatz für die weiteren Hunde bleibt bei 150 Euro pro Jahr.

Damit passt sich die Gemeinde auch dem Durchschnitt der umliegenden Gemeinden an. Dort reicht die Spanne von 38 Euro (Rohrdorf) bis 80 Euro wie zum Beispiel in Fischbachau oder Bayrischzell.

Kampfhund kostet 600 Euro im Jahr

Neu dazugekommen ist der neue Steuertatbestand für die Haltung eines Kampfhundes. Bis dato gab es keine extra Besteuerung für diese Hunderassen, ab 2021 kostet jeder Kampfhund 600 Euro pro Jahr. Nach Aussagen von Bürgermeister Anton Wallner gebe es im Gemeindebereich derzeit zwei Kampfhunde. Darüber hinaus wurde die Hundesteuersatzung redaktionell an die Mustersatzung des Freistaats Bayern angepasst.

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Zur Steuererhöhung und zur Satzungsänderung gab es im Gremium kaum Diskussionen, stattdessen entspann sich eine rege Debatte um die im Gemeindebereich aufgestellten Hundetoiletten. Sieglinde Angermaier (Grüne) stimmte gegen die Steuererhöhung: „Ich bin nicht für die Erhöhung, trage die Mehrheitsentscheidung natürlich mit.“ Gleichzeitig forderte sie, die Steuermehreinnahmen zweckgebunden für die Aufstellung von Hundetoiletten zu verwenden. Ihrer Ansicht nach gebe es zu wenige im Gemeindegebiet, bereits vorhandene seien zum Teil sehr veraltet. Sebastian Gasteiger (CSU) entgegnete, dass Steuereinnahmen niemals zweckgebunden werden können.

34 Hundetoiletten in der Kommune

In der Sitzung war auch Bauhofleiter Martin Mayer. Er informierte darüber, dass es im Gemeindegebiet 34 Hundetoiletten gebe, die auch laufend ausgetauscht würden. Die Defekte betreffen die mittlerweile in die Jahre gekommenen Modelle der ersten Generation. „Wir tauschen einzelne Stationen aus, jedoch kostet eine Hundetoilette in Edelstahlausführung 700 Euro“, gab Mayer zu Bedenken.

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Der Erhöhung der Anzahl steht der Bauhofchef skeptisch gegenüber: „Wir müssen die Toiletten anfahren und ausleeren, alleine für das Leeren der Hundetoiletten und Mülleimer sind heuer bereits 744 Arbeitsstunden angefallen“, bilanzierte er. „Sinnvoll wäre, Hundetoiletten aufzustellen, die sowieso auf der Route liegen“, so Angermaier. „Damit hielte sich der zusätzliche Aufwand in Grenzen.“

200.000 Beutel für Hinterlassenschaften

Weitere Zahlen hatte Mayer im Gepäck: Pro Jahr werden 200.000 Plastiktüten und 5000 Müllsäcke im Gemeindegebiet verbraucht. Zudem landen nicht alle Hundekottüten in den Toiletten und Abfalleimern, sondern auch in den landwirtschaftlich genutzten Wiesen. Marinus Moser (ÜW) wünschte sich eine detaillierte Aufstellung der Kosten, die der Gemeinde jährlich durch den Unterhalt der Hundetoiletten entstehen. Mit einer Gegenstimme (19:1) wurde die Hundesteuersatzung beschlossen. Sie tritt zum 1. Januar in Kraft und löst die bisherige Satzung aus dem Jahr 2006 ab.

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