Bad Feilnbach: Hotel in Kreuzstraße von Wassermassen eingeschlossen

Dieser dramatische Anblick bot sich am Dienstagvormittag vom Obergeschoss des Hotels Maximilian an der Kreuzstraße im Gemeindegebiet von Bad Feilnbach. Der materielle Schaden indes hielt sich laut Inhaber Josef Rappl in Grenzen, eine Evakuierung des Hotels war nicht erforderlich.
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Dieser dramatische Anblick bot sich am Dienstagvormittag vom Obergeschoss des Hotels Maximilian an der Kreuzstraße im Gemeindegebiet von Bad Feilnbach. Der materielle Schaden indes hielt sich laut Inhaber Josef Rappl in Grenzen, eine Evakuierung des Hotels war nicht erforderlich.

Es waren extrem bange Minuten, die Viktoria Mayer am Dienstagmorgen ausstand. Viel hätte nicht mehr gefehlt, und das Hotel Maximilian an der Kreuzstraße hätte aufgrund des Hochwassers evakuiert werden müssen. Der gesamte Parkplatz stand bereits unter Wasser.

Bad Feilnbach – Als die Betriebsleiterin des Hotels gestern mit den OVB-Heimatzeitungen telefoniert, liegt neben dem Hochwasserschrecken bereits eine siebenstündige Aufräumaktion hinter ihr. Sie klingt dennoch gut gelaunt, freut sich aber nun nur noch auf eines: „Eine schöne warme Dusche, um den ganzen Dreck loszuwerden.“

Staatsstraße gesperrt

Als die junge Frau am Dienstag in Bad Feilnbach um 6 Uhr zu ihrem einige Kilometer entfernt gelegenen Arbeitsplatz aufbricht, kann sie zwar nicht mehr den Strecke am Reithof vorbei passieren, die Staatsstraße ist bereits gesperrt. Sie nimmt den Weg über Au. Im Hotel angekommen, sieht sie zwar die Wassermassen. „Aber es hat nicht so dramatisch ausgeschaut. Ich habe das Frühstück hergerichtet – aber dann konnte ich sehen, wie das Wasser immer mehr auf den Parkplatz lief.“

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Viktoria Mayer informiert die Gäste – 50 befinden sich im Haus, vier Monteure sind bereits zur Arbeit aufgebrochen –, damit sie ihre Autos in Sicherheit bringen können. Zugleich ruft sie die Feuerwehr, die auch prompt zwei Paletten Sandsäcke vorbeibringt. Hilflos sieht sie das Wasser plötzlich rasant steigen: „Da wurde ich dann schon leicht panisch. Ich war allein, mein Zimmermädchen rief an, dass sie nicht mehr durchkommt.“ Mit Gummistiefeln watet sie durch das mittlerweile kniehohe Wasser bis zum Kreisel, um die Feuerwehr um Hilfe zu bitten. „Die Feuerwehrler waren wirklich total nett und hilfsbereit, ich bin ihnen sehr dankbar“, sagt die Hotelleiterin.

Sandsäcke gestapelt

Mit viel Mühen kommt auch ihr Chef Josef Rappl schließlich am Hotel an. Zusammen mit ihm, ihrem Freund und dem Zimmermädchen heißt es nun Sandsäcke stapeln. Gegen 11 Uhr erreicht das Wasser den Scheitelpunkt. „Viel hat nicht mehr gefehlt, dann hätte das Hotel evakuiert werden müssen“, sagt Viktoria Mayer. Sie hatte sich von der Feuerwehr die kritische Marke zeigen lassen, an der dies unumgänglich gewesen wäre.

Doch es ging gerade noch einmal gut. Zwei Gäste jedoch hatten es nicht mehr geschafft, ihre Autos wegzufahren. „Bei ihnen ist das Wasser ins Innere gelangt. Ich hatte das Glück, dass der Motor meines Autos im Trockenen stand“, sagt Viktoria Mayer, die nebenbei noch die Rezeption betrieb und sich um die Gäste kümmerte. „Am Abend war ich dann schon leicht fertig, bin sehr früh eingeschlafen“, meint sie.

Am Mittwoch ist sie dann ab 6 Uhr wieder auf den Beinen. „Mein Vater hat mir geholfen, den Parkplatz mit Hochdruckreiniger wieder sauber zu bekommen. Sieben Stunden waren wir beschäftigt, aber jetzt passt wieder alles“, sagt sie kurz vor Feierabend.

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Ihr Chef Josef Rappl ist beeindruckt von dem, was sie geleistet hat. „Sie hat wirklich geackert und sich total engagiert.“ Er ist erleichtert, dass kein großer Schaden entstanden ist und blickt nach vorn. „Unser Restaurantbetrieb läuft wieder und es ist alles bestens gerichtet.“

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