Höglinger Kiesberge rücken weiter gen Osten

Die Fläche zur Lagerung von Kies wurde aus dem westlichen Grundstücksbereich nach Osten (im Bild rechts) verlegt. Dies ist eine deutliche Verbesserung für die Wohnbebauung in Norderwiechs. Neuwirth

Den Antrag für ein Kies-Zwischenlager auf dem Höglinger Kiesgrubenareal hatte der Bruckmühler Bau-, Umwelt- und Vergabeausschuss (BUVA) in seiner März-Sitzung vor Ausbruch der Corona-Pandemie bereits zum zweiten Mal auf dem Beratungstisch. Er gab für weitere drei Jahre seine Zustimmung.

Von Torsten Neuwirth

Bruckmühl– Nachdem die ursprünglichen Planungen der Januarvorlage durch die Antragstellerin auf Anraten der Kommune leicht modifiziert wurden, stimmte das Kommunalplenum dem Antrag mit einer zeitlichen Begrenzung mehrheitlich zu.

Zustimmung gilt nur für drei Jahre

Zur Vorgeschichte: Der Tagesordnungspunkt hatte das BUVA-Plenum bereits in der Januar-Sitzung als Vorab-Anfrage beschäftigt. Nach der intensiv und teils kontrovers geführten Sacherörterung erhielt der Antrag damals mit einem mehrheitlichen Votum „die Aussicht auf eine mögliche Zustimmung“. Letztere wurde aber auf eine Zeitspanne von maximal drei Jahren begrenzt. Aktuell hat nun die Immissionsschutzbehörde des Landratsamtes Rosenheim die Marktgemeinde als Träger öffentlicher Belange um eine offizielle Stellungnahme zum Antrag gebeten.

Kiesverarbeitung soll gesichert werden

Zur Ausgangslage brachte Bauamtschef Konrad Kremser das Kommunalplenum auf den aktuellen Sachstand: So regelt der Bebauungsplan Nummer 19 für das Kiesgrubengelände, welche Areale (Sondergebiete) ausgekiest werden dürfen und im Anschluss daran zu rekultivieren oder als Wasserfläche zu nutzen sind.

Zudem sind Flächen festgeschrieben, die dauerhaft als Betriebsanlagen oder Lagerflächen betrieben werden können. Außerdem wurde mit einer Novellierung auch das bestehende Verbot für Fremdkiesanlieferungen aufgehoben. Dadurch sollte unter anderem der Fortbestand der Kiesverarbeitung im Mangfalltal dauerhaft gesichert werden.

Lagerung von Kies aus dem Umland

Nachdem aber vor Ort nicht jede Qualität von benötigtem Kies gefördert werden kann, wurde in den letzten Jahren vermehrt Kies aus dem Umland angefahren. Um diesen bis zur Weiterverarbeitung entsprechend lagern zu können, haben die ansässigen Unternehmen auf verfügbare oder in ihrem Eigentum befindlichen Flächen und Grundstücke zurückgegriffen.

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Die Antragstellerin beabsichtigt nun, auf ihren eigenen Grundstücksflächen im Höglinger Kiesgrubengelände – auf drei Jahre befristet – Kies und kieshaltigen Bodenaushub zwischenzulagern. Die beiden unterschiedlichen Standorte liegen in unmittelbarer Nähe zu ihren betrieblichen Kiesaufbereitungsanlagen.

Entlastung für den Ortsteil Noderwiechs

Als positiv bewertete Bauamtschef Kremser, dass der ursprünglich im Westen geplante Lagerstandort in entgegengesetzte Richtung nach Osten verschoben wurde: „Dies führt zu einer deutlichen Emissions-Entlastung der Wohnbebauung im Ortsteil Noderwiechs.

Der zweite Standort bleibt unverändert im Mittelbereich des Kiesgrubengeländes. Aus seiner Sicht stand somit den beiden Zwischenlagerplätzen mit Zeitbefristung nichts mehr im Wege.

Immer wieder Anträge auf Verlängerung

Bürgermeister Richard Richter (CSU/PW) zeigte sich erfreut, dass die jetzigen Planungen eine Verbesserung für die Noderwiechser Bürger mit sich bringen und sich die Antragstellerin dabei offen für die Beratungen der Bauverwaltung zeigte. Hubert Maier (CSU/PW) war sich sicher, dass die Genehmigung auf nur drei Jahre zu kurz gegriffen ist: „Die Zeit ist gleich vorbei, und wir werden einen Antrag auf Zeitverlängerung auf den Tisch bekommen.“

Die Mehrheit ist für eine Verlängerung

Bauamstleiter Kremser klärte hierzu auf, dass diese Entscheidung dann dem zuständigen Landratsamt obliegt. Anders bewertete dies Konrad Hammerl. Der SPD/ÜWG-Rat verdeutlichte noch einmal: „Ich habe im Januar gegen diese Entscheidung gestimmt, und werde es auch diesmal tun.“ Dem Antrag wurde schließlich mit einem 9:2-Ergebnis die Zustimmung mit einer Dauer von maximal drei Jahren erteilt.

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