Aus dem Stadtentwicklungsausschuss

Hochwasserschutz für Mietraching und Adlfurt: Geht‘s 2021 weiter? Das sagt Bad Aiblings Bürgermeister

Was der Moosbach bei Starkregen anrichten kann, mussten die Bewohner von Adlfurt beim Hochwasser Anfang August erleben.
+
Was der Moosbach bei Starkregen anrichten kann, mussten die Bewohner von Adlfurt beim Hochwasser Anfang August erleben.
  • Eva Lagler
    vonEva Lagler
    schließen

Geht spätestens im Sommer 2021 endlich etwas voran in Sachen Hochwasserschutz für Mietraching und Adlfurt? Die Stadt hofft es, wie Bürgermeister Stephan Schlier jetzt kurz vor Jahresende erklärte. Er beleuchtete den Status Quo.

Bad Aibling – In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Klimaschutz, Stadtentwicklung und Gesamtverkehrsplanung nahm Bürgermeister Stephan Schlier unter anderem Stellung zu einem Antrag der ÜWG-Fraktion zum „ökologischen Hochwasserschutz an der Glonn in Mietraching und Hochwasserschutz Moosbach in Adlfurt“.

Freistaat bezahlt komplette Maßnahme

Was die Maßnahme an der Glonn bei Mietraching angehe, so treffe zwar die Bezeichnung „Hochwasserschutz“ nicht zu. Vielmehrhandle es sich hier um einen „ökologischen Ausbau“ (dessen Kosten der Freistaat Bayern zu 100 Prozent übernimmt). Durch diesen werde aber ebenfalls eine Verbesserung der Hochwassersituation erzielt: „Die maßgebende Wasserspiegelhöhe bei einem 100-jährlichen Hochwasserereignis an der Glonn wird um circa 30 Zentimeter verringert.“

Das könnte Sie auch interessieren:

100 Tage im Amt: Bad Aiblings Bürgermeister Stephan Schlier braucht keinen Schönwetter-Job

Nach Hochwasser: Bad Aibling nimmt jetzt Glonn und Moosbach ins Visier

Hier sei man in einem guten Kontakt mit dem zuständigen Wasserwirtschaftsamt Rosenheim, laut dessen Aussage man die Maßnahme wohl spätestens im Sommer 2021 umsetzen könne, so Schlier. Man rechne im Moment wöchentlich damit, dass die Genehmigungsplanung, die derzeit beim Landratsamt liege, eingeht und das Verfahren bis Ende des Jahres abgeschlossen sein wird. Bezüglich der allgemeinen Hochwassersituation werde ebenfalls Ende 2020 eine weitere Nachbesprechung mit den Feuerwehren und der Stadtverwaltung stattfinden. Für das Frühjahr kündigte Schlier eine Bürgerinformationsveranstaltung seitens Stadt und Wasserwirtschaftsamt an.

Lesen Sie auch:

Moosbach flutet Adlfurt: „Gegen das war das Hochwasser 2013 fast noch harmlos“

Wie von der ÜWG überdies gefordert, habe man Kontakt mit Dr. Erich Prinz von Lobkowicz, der vor geraumer Zeit Retentionsflächen für den Hochwasserschutz angeboten habe, aufgenommen. „Es würden Flächen an der Glonn bereitgestellt werden, die als Retentionsraum oder zur Renaturierung genutzt werden könnten. Hier liegt die Entscheidung zur Umsetzung jedoch beim Wasserwirtschaftsamt“, so Schlier.

Einzelschutzmaßnahmen oder Moosbach aufweiten?

Was die Moosbachaufweitung südlich von Adlfurt angehe, so stelle der Prinz dort nur bedingt Flächen zur Verfügung beziehungsweise nur, wenn auch die Anwohner ihrerseits sich beteiligten. Während die Verwaltung Einzelschutzmaßnahmen für die drei bei einem 100-jährlichen Hochwasserereignis (HQ 100) direkt betroffenen Anwesen vorschlage, bevorzuge das Dorf die Aufweitung. Diese bringe allerdings keinen Schutz für ein HQ 100.

Doch Schlier zeigte sich zuversichtlich, „dass wirklich etwas vorwärtsgehet“. Man stehe in Kontakt mit den betroffenen Anwohnern und Grundeigentümern, dem Wasserwirtschaftsamt und dem Planungsbüro EDR, um eine praktikable Lösung zu finden. Für den Moosbach sind ihm zufolge Planungskosten von 70 000 Euro im Haushalt 2020 eingestellt. Für 2021 sei ein Haushaltsansatz 140 000 Euro vorgesehen. Eine genaue Kostenberechnung liege aber noch nicht vor.

Handlungsbedarf an Brennpunkten

Dieter Bräunlich (ÜWG), seit Jahren ständiger Mahner in Sachen Hochwasserschutz an Glonn und Moosbach, würdigte Schliers Ausführungen: „Toll, was in den vergangenen zweieinhalb Monaten gemacht wurde. Da ist eine Menge passiert, das stimmt ich zuversichtlich.“ Handlungsbedarf gebe es aber noch an weiteren Brennpunkten in Mietraching Süd und am Wiesbach.

Dies habe die Verwaltung bereits auf dem Plan, versicherte Johanna Kinshofer vom städtischen Tiefbauamt. Auf Bräunlichs Frage nach Gerüchten über ein Behördenschreiben, in dem es heiße „der Hochwasserschutz für Mietraching kommt nicht, weil er zu teuer ist“ stellte Schlier klar: „Solch ein Schreiben gibt es nicht.“

Kommentare