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23. BAND ERSCHIENEN

Historisches und Spannendes aus dem Mangfallgau

Maßgeblich an der „Mangfallgau“-Herausgabe beteiligt ist der Leiter des Archivs im Bad Aiblinger Heimatmuseum, Manfred Schaulies.
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Maßgeblich an der „Mangfallgau“-Herausgabe beteiligt ist der Leiter des Archivs im Bad Aiblinger Heimatmuseum, Manfred Schaulies.
  • VonJohann Baumann
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Ob in die Geschichte des heimischen Bergbaus oder des früheren Mietrachinger IRO-Kinderdorfs – auch der 23. Band des „Mangfallgaus“ gewährt wieder spannende Blicke hinter viele Kulissen. Wir haben schon einmal hineingeblickt.

Bad Aibling – Die heimatkundliche Zeitschrift „Der Mangfallgau“ des „Historischen Vereins Bad Aibling und Umgebung“ erfreut sich nicht nur bei den Vereinsmitgliedern großer Beliebtheit. Das meist im Zweijahres-Rhythmus erscheinende Werk wird üblicherweise bei der Mitgliederversammlung des Vereins präsentiert. Doch die kann wegen Corona derzeit nicht in gewohnter Form stattfinden.

Unsere Zeitung hat einen ersten Blick in die neueste, 23. Ausgabe hineingeworfen. Die aktuelle Corona-Pandemie schlägt sich auch im Vorwort des Vorsitzenden Felix Schwaller nieder. „In Zeiten der Kontaktbeschränkung ist Lesen eine der sinnvollen Tätigkeiten, die erlaubt und absolut ungefährlich ist“, schreibt der Altbürgermeister.

Themenbereich breit gefächert

„Der breitgefächerte Themenbereich dürfte einen größeren Leserkreis mit Interesse zur Geschichte unserer Heimat ansprechen“, erklärte Manfred Schaulies gegenüber unserer Zeitung. Der Leiter des Archivs im Heimatmuseum zeichnet zusammen mit Anneliese Wittkowski für die Redaktion des Werkes verantwortlich, das mit seinen acht Beiträgen auf 344 Seiten eine breite Palette regionaler Bezugspunkte aus mehreren Jahrhunderten aufgreift.

Einblicke in den Bergbau

„Alles kommt vom Bergwerk her“ – mit diesem alten Spruch beginnt Dr. Wolfgang Bloch seinen Bericht über das Bergbaudorf Au (Gemeinde Bad Feilnbach) und dem dortigen Pechkohle-Abbau. Als Mitverantwortlicher der Bergwerksausstellung 2016 und Mitglied des Bergmannsvereins „St. Barbara“ Hausham ist er ein ausgewiesener Fachmann der regionalen Bergwerkgeschichte.

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Christian Höschler hatte seine 2017 in englischer Sprache erschienene spannende Dissertation über das IRO-Kinderdorf (International Refugee Organization) in Mietraching schon in einem Vortrag im Rahmen der Jahreshauptversammlung 2018 des Vereins vorgestellt. Nunmehr hat er sein Werk ins Deutsche übersetzt und im „Mangfallgau“ veröffentlicht.

Alfred Breisl hat in langjähriger Recherche unter anderem auch Zeitzeugen befragt für seinen Beitrag über den Fliegerhorst Mietraching. Zusammen mit dem IRO-Artikel von Christian Höschler und der 2002 erschienenen Veröffentlichung von Dr. Gottfried Mayr ist die Geschichte des ehemaligen Flugplatzes umfassend publiziert.

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In einem weiteren Artikel beschäftigt sich Breisl mit dem Aiblinger Bürgersohn Ludwig Demmel, der im Ersten Weltkrieg zum Piloten ausgebildet wurde und 1917 nach einem Absturz verstarb.

Die Bruderschaften im Pfarrverband Maria Morgenstern in Bad Feilnbach stehen im Mittelpunkt der Dokumentation von Rupert Lienert. Daraus geht beispielsweise hervor, dass es um 1840 in der damals rund 1800 Seelen zählenden Gemeinde vier Bruderschaften gab.

Manfred Schaulies widmet sich in seinen Ausführungen den früheren und heute weitgehend vergessenen Aiblinger Fotoateliers. Sie befanden sich in der Schmiedgasse, in der Irlach- und Lindenstraße und in der Färbergasse. Er erinnert ferner an den Aiblinger Maler und ersten Kinobesitzer Josef Hochwind und an den unvergessenen „rasenden Reporter“ Wiggerl Stadler.

Liebesgabenpakete aus dem Keller

Aus einem „Kellerfund“ stammen rund 20 000 Belege über Liebesgabenpakete, die in der Zeit von 1933 bis 1945 mit Duldung der Nazis aus dem Ausland ankamen. Franz Schlosser hat die Unterlagen ausgewertet, die Bad Aibling als Verteilerstelle ausweisen.

Abgerundet wird der „Themen-Reigen“ durch Hans Michael Stratbücker mit seinen Erinnerungen an das „Stöckl-Haus“, das einst neben dem Fabriksgelände der „Chemischen“ heute: Clariant) stand und bis zu seinem Abriss eine wechselvolle Geschichte erlebte.

Eindrucksvoll illustriert

Der neue „Mangfallgau“ ist mit vielen Fotos und Dokumenten eindrucksvoll illustriert und mit allen Quellenangaben versehen. Das Buch ist zum Preis von 15 Euro (für Mitglieder des „Historischen Vereins“ kostenlos) im Archiv des Heimatmuseums (geöffnet montags und dienstags von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr) nach Voranmeldung unter Telefon 08061/7283 erhältlich. Dabei sind die einschlägigen Hygienevorschriften zu beachten. Es kann außerdem – ebenfalls nach Bestellung unter Telefon 0 80 61/31 48 in der Buchhandlung „Librano“ erworben werden.

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