Hinaus in die Natur: Bekommt Au einen Waldkindergarten?

Ein Wald- oder Naturkindergarten könnte an den Auer Kindergarten „Purzelbaam“ angegliedert werden. Darüber denkt der Gemeinderat derzeit nach.
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Ein Wald- oder Naturkindergarten könnte an den Auer Kindergarten „Purzelbaam“ angegliedert werden. Darüber denkt der Gemeinderat derzeit nach.
  • vonPeter Strim
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Wird die Gemeinde Bad Feilnbach einen Teil ihres dringenden Bedarfs an Betreuungsplätzen mit einem Wald- oder Naturkindergarten decken? Eine Entscheidung will der Gemeinderat erst treffen, wenn er das Konzept kennt.

Bad Feilnbach – In ihrer jüngsten Sitzung zum Tagesordnungspunkt „Kindertagesstätte, weitere Vorgehensweise“ hatten die Bad Feilnbacher Gemeinderäte eine Grundsatzentscheidung über die Erstellung eines Konzepts zur Einrichtung einer „Waldkindergartengruppe“ zu fällen. Vorausgegangen war die Prognose zur Entwicklung des Kindergarten- und Kinderkrippenbedarfs bis 2023/24 durch Barbara Buchner vom Sachgebiet Kindergarten und Schule der Gemeinde Bad Feilnbach.

Wald- oder Naturgruppe für den „Purzelbaam“?

Wie aus dem Sachverhalt hervorging, könnte ein Wald- oder auch Naturkindergarten als eigenständige Einrichtung betrieben oder als Wald- oder Naturgruppe an einen bestehenden Kindergarten, etwa „Purzelbaam“ in Au, angegliedert werden.

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Für eine baurechtliche Zulassung ist ein Grundstück mit entsprechendem Baumbestand erforderlich. Als Ausstattung genügt ein Bauwagen oder eine Blockhütte mit Toiletten. Die Kosten belaufen sich je nach Größe und Ausstattung zwischen 45 000 und 50 000 Euro. Im Falle von Witterungsbedingungen, die einen Aufenthalt im Freien für Kinder nicht zulassen, muss allerdings ein entsprechender und geeigneter Schutzraum vorhanden sein. Die Nutzung eines Bauwagens als Schutzraum wäre, so die Verwaltung, bei einem vereinfachten Brandschutznachweis und bei Vorlage einer geprüften Statik möglich.

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Allerdings gibt es nach Darstellung von Marianne Sirkiä, Leiterin des Auer Kindergartens „Purzelbaam“, und ihrer leitenden Kollegin Elisabeth Bernöcker von den Bad Feilnbacher „Gemeindemäusen“ spezielle Anforderungen an solche Einrichtungen. Es bestehe eine besondere Aufsichtspflicht, zudem sei ein sicheres Mobilfunknetz erforderlich. Zur Beaufsichtigung von maximal 25 Kindern vom dritten bis fünften Lebensjahr seien zwei pädagogische Mitarbeiter nicht ausreichend, hieß es auf die Frage von Stephan Oberprieler (Bündnis90/Die Grünen). Das Personal benötige eine besondere Qualifikation auf dem Gebiet Wald-, Natur- und Erlebnispädagogik.

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Einen Wald- oder Naturkindergarten in Au konnte sich der Gemeinderat gut vorstellen. Allerdings, so Dr. Balthasar Spann (CSU), sollten Meinungen und Akzeptanz von Eltern hinterfragt und eingeholt werden.

Mit 18:0 stimmten die Gemeinderäte schließlich für den Beschlussvorschlag, dass die Verwaltung ein Konzept für eine Wald-/Natur-Kindergartengruppe mit Angliederung an den gemeindlichen Kindergarten „Purzelbaam“ in Au erstellen soll. Eine endgültige Entscheidung soll nach Vorlage des Konzepts erfolgen.

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