Schreiben an Ministerpräsident Söder

Hilferuf aus Bad Feilnbach: „Unsere Wirtshaustradition steht auf dem Spiel“

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Der Kur- und Tourismusverein der Gemeinde Bad Feilnbach sorgt sich massiv um den wichtigsten Wirtschaftszweig der Kommune. In einem Schreiben an Ministerpräsident Markus Söder fordern die Vorsitzenden, das Gastgewerbe umgehend wieder zu öffnen.

Bad Feilnbach – Mit einem Brief hat sich jetzt der Kur- und Tourismusverein der Gemeinde Bad Feilnbach an den bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder gewendet. Darin äußern die Unterzeichner – die beiden Vorsitzenden Karin Freiheit und Dr. Dr. Hans-Jürgen Eisele – ihre große Bestürzung über die Beschlüsse der Bund-LänderKonferenz zum zweiten Lockdown in Deutschland.

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Erneut werde das öffentliche Leben massiv eingeschränkt und unterbunden. Von einem Lockdown ,light‘ zu sprechen, erscheint den Unterzeichnern in diesem Zusammenhang „mehr als unpassend, ja sogar zynisch. Unsere Hoteliers und Gastwirte haben mit viel Aufwand Hygienekonzepte erstellt, umgesetzt und überwacht. Laut dem RKI und seinem Präsidenten Wieler sind es nicht die Hotels und Gastwirtschaften, welche die Treiber der Pandemie sind.“ Dies sei der Beweis, dass die Hygienekonzepte funktionieren und in der Pandemie helfen würden, die Menschen „bei der Stange“ zu halten.

„Keine Überwachung im privaten Raum möglich“

„Ganz im Gegensatz dazu der private, unkontrollierte Bereich. Hier existieren keine Hygieneregeln und keine Überwachung. Die AHA-Regeln werden eher nicht eingehalten und entziehen sich jeglicher Kontrollmöglichkeit“, monieren die Schreiber. „Unsere bayerische Wirtshaustradition steht auf dem Spiel“, befürchten die beiden Vorsitzenden.

Mit viel Mühe sei es im Sommer gelungen, die Verluste auf ein erträgliches Maß zu begrenzen. „Ein weiterer Lockdown wird unsere Hoteliers, Vermieter und Gastwirte schwer treffen, einige zum Aufgeben zwingen und den Kur- und Tourismus-Sektor in Bad Feilnbach langfristig beschädigen. Dieser ist aber unser wichtigster Wirtschaftszweig und wird somit auch die Gemeinde massiv in ihrer Existenz und in ihrem Selbstverständnis bedrohen.“

Massiven negative Effekten für die heimische Wirtschaft

Aus Sicht des Vereins sind die falschen Beschlüsse gefasst worden – unwirksam, die Pandemie einzuschränken, aber mit massiven negativen Seiteneffekten für die heimische Wirtschaft. Man bitte daher, diese Beschlüsse zu überdenken und darauf hinzuwirken, das Gastgewerbe umgehend wieder zu öffnen und Maßnahmen zu ergreifen, den privaten, unkontrollierten Kontaktbereich weiter einzudämmen.

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