Nachruf

Beliebte Heufelder Grundschullehrerin, Christl Schweiger, ist mit 73 Jahren gestorben

Christl Schweiger
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Christl Schweiger

Was von ihr bleibt, ist Liebe: zu ihrem Mann Bernhard, ihrer Tochter Andrea, ihrem Sohn Martin, ihren Enkeln David und Anna und zu all den anderen Kindern, die sie ins Leben begleitete. Christl Schweiger ist am 24. Dezember in den Armen ihres Mannes eingeschlafen.

Bruckmühl – Die beliebte Heufelder Grundschullehrerin wurde nur 73 Jahre alt.

Voller Leidenschaft war sie – die Christl, die Bernhard Schweiger vor 50 Jahren auf einer Skihütte auf dem Hochficht in Österreich zum ersten Mal sah. Damals waren sie noch blutjung. Sie 23, er 24 – beide Pädagogen. Er war fasziniert von ihrem ungestümen Temperament und blieb es ein Leben lang. Wie alle, die Christl Schweiger kannten. Als Grundschullehrerin sorgte sie sich um jedes ihrer Kinder. Konsequent, aber liebevoll. Mit großem Interesse an den kleinen Menschen, mit grenzenloser Hilfsbereitschaft, mit Humor und Fröhlichkeit.

Christl Schweiger liebte Schach

Sie war ein Mensch, der andere mitreißen konnte. Mit ihrer Faszination für das Schachspiel beispielsweise. Selbst in den Pausen war es in ihrem Klassenzimmer oft ganz still: Dann saßen zwei Kinder auf dem Teppich, spielten Schach, und die anderen schauten ihnen gebannt zu. Als Grundschullehrerin unterrichtete sie viele Fächer, am liebsten aber Kunsterziehung. Für ihre Kreativität wurde sie bewundert. Oft verharrte sie stundenlang vor einem Motiv, um es in all seinen Details zu erfassen. So entstanden hunderte Fotos und Zeichnungen mit ihrem Blick auf die Welt.

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Christl Schweiger liebte ihren Beruf. Sie war eine leidenschaftliche Pädagogin mit einem großen Herzen – auch für jene Kinder, die meilenweit entfernt lebten, und die sie nie persönlich kennenlernte. Für den Verein „Bildungswerk Westafrika“ schlug sie Brücken nach Benin. Viele Jahre lang wurde der Erlös des Weihnachtsbasars der Heufelder Schule für den Bau von festen Schulgebäuden im Benin gespendet. War das vor 20 Jahren noch unendlich schwierig, wird im Januar die 50. Einrichtung eingeweiht. Ein Erfolg, für den auch Christl Schweiger den Weg geebnet hat.

Gerne mit dem Wohnwagen unterwegs

Christl und Bernd Schweiger liebten das Reisen. Einmal im Jahr waren sie mit ihrem Wohnwagen unterwegs, erkundeten Deutschland, Europa und am liebsten Frankreich. Studienreisen führten die beiden rund um den Globus. Trotzdem blieben ihre Geburtsstadt Passau und das Haus der Familie in Hinrichssegen für sie die beiden schönsten Orte der Welt. Sie liebte ihren Garten und unter den Blumen vor allem die Rosen. Die Terrasse war ihr zweites Wohnzimmer. Hier genoss sie Natur, Musik, Literatur und unheimlich gern auch ihren Nachmittagskaffee.

Christl und Bernhard hatten noch viele Pläne, wollten auf Reisen ihren Ruhestand genießen und endlich auch Asien erkunden. Doch dann wurde bei ihr eine heimtückische Krankheit diagnostiziert. Ihr letzter Weg war schwer, doch sie beschritt ihn tapfer, voller Dankbarkeit für ein schönes Leben, doch in Sorge um ihre Lieben: „Vorm Sterben hab ich keine Angst, aber dass ich euch nicht mehr sehen soll“, sagte sie ihnen.

Christl Schweiger ist am 24. Dezember im Kreise ihrer Familie gestorben. Am 8. Januar wurde sie im Friedwald in Hinrichssegen beigesetzt – mitten in der Natur, mit Blick auf die Berge.

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