Heuer kein Jubiläum und Armbrustschießen: Absage an 17 Kompanien

Hauptmann Manfred Ortner

Bad Aibling – Die Gebirgsschützenkompanie Aibling hat ihr für den Zeitraum vom 15.

bis 17. Mai geplantes Festwochenende zum 40.    Wiedergründungsjubiläum in Verbindung mit dem traditionellen Armbrustschießen abgesagt. Kein leichter Schritt, waren doch bereits die 17 Kompanien des Bataillons Inn-Chiemgau sowie die Ehrengäste zu beiden Veranstaltungen eingeladen, die Musikkapelle engagiert und die Ausstellungshalle nebst Vorplatz nicht nur reserviert, sondern die Mietkosten auch bezahlt.

Für den Festabend waren zudem die Bewirtung vergeben sowie die Bedienungen und die Helfer zum Austragen der Speisen organisiert. „Auch für das Armbrustschießen war alles vorbereitet, Bestellung von Bestuhlung und Getränken waren bereits aufgegeben. Nach Ostern hätten wir an die Ortsvereine die Einladungen zur Stadtmeisterschaft sowie zum Wiedergründungsfest verschickt“, so Hauptmann Manfred Ortner, für den die Absage aber im Sinne der Allgemeinheit letztlich jedoch außer Frage stand.

Die Aiblinger Kompanie hatte sich schon zeitnah mit dem Thema Verschiebung, abgespeckte Feier oder der kompletten Absage befasst. Man wollte jedoch zumindest warten, bis eine Entscheidung in Bezug auf den Patronatstag des Bundes der Bayerischen Gebirgsschützenkompanien gefallen war, der am 3. Mai in Königsdorf stattfinden hätte sollen und zu dem mehr als 4000 Schützen aus Bayern und Tirol gekommen wären.

Der Patronatstag findet nun nicht statt, folglich auch nicht die Veranstaltung in Bad Aibling.

Am Gründonnerstag gab es erste Meldungen, dass die Königsdorfer Festwoche, in deren Rahmen auch der Patronatstag gefeiert werden sollte, abgesagt ist. Eine offizielle Absage des Patronatstages durch den „Bund“ gab es bis zum Ende des Tages nicht. Dass diese aber bereits vorbereitet wurde, zeigte sich am Karfreitag. Die Hauptleute aller 47 Kompanien erhielten bereits am frühen Morgen vom geschäftsführenden Offizier Robert Stumbaum die Information, dass die „Gemeinde Königsdorf die Durchführung der Festwoche, in deren Rahmen auch der Patronatstag gefallen wäre, aufgrund von Schreiben der Ministerien sowie der derzeitigen Bestimmungen und der Ausrufung des Katastrophenfalls als nicht mehr durchführbar bezeichnet und eine Genehmigung dazu versagt“. Weiter: „Die überragende Bedeutung von Leben und Gesundheit der möglicherweise Gefährdeten überwiegen als Begründungen für die Absage.“

Bereits eine halbe Stunde später berief Manfred Ortner eine „Whatsapp-Konferenz der Aiblinger Hauptmannschaft ein, mit dem einzigen Thema „Wiedergründungsfest und Armbrustschießen“. Alle sechs Vorstandsmitglieder waren sich in Minutenschnelle einig. Das einstimmige Votum hieß „Absage“.

Warum nun Absage und nicht Verschiebung? „Wir hätten in diesem Jahr keinen sicheren Termin mehr bekommen. Nach Ende der Ausgangsbeschränkung ist noch nicht sicher, ob dann Veranstaltungen in der Größenordnung durchgeführt werden dürfen und falls ja, unter welchen Bedingungen. Das Fest dann eventuell im Spätherbst in einer kalten Ausstellungshalle zu feiern, das wollten wir niemandem zumuten“, begründete der Hauptmann diesen Schritt.

Waffenmeister Pascal Geiger war sich zudem sicher, dass eine Durchführung, selbst wenn diese nach Ende der Ausgangsbeschränkung erlaubt wäre, „keinen großen Erfolg bringt, weil die Menschen wohl noch vorsichtig sein werden und große Veranstaltungen meiden, und das zu Recht“.

Dass die Kompanie zwar buchstäblich bis zum letzten Moment gewartet hatte, aber keinesfalls die Hände in den Schoß gelegt wurden, zeigte sich an der Tatsache, dass noch am Karsamstag vorbereitete Absage-Schreiben an den Schutzherren sowie die bereits eingeladenen Ehrengäste verschickt wurden und die Kompanie des Bataillons ebenfalls mit einer „Rundmail“ informiert werden konnten.

Die Aiblinger Gebirgsschützen hoffen nun, „dass die Stadtverwaltung großzügig ist, die bereits geleistete Zahlung sowie die Genehmigung an sich ins nächste Jahr übernimmt“. Denn feiern möchte die Kompanie ihr „40-Jähriges“ auf jeden Fall und liegt mit 2021 auch nicht so verkehrt: Denn obwohl die Urkunde zur Wiedergründung vom damaligen Landeshauptmann Andreas Stadler im Mai 1980 unterschrieben wurde, fand das offizielle Wiedergründungsfest erst im Juni 1981 statt. uhe

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