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BEWEGTE GESCHICHTE

Heiliges Grab von Kematen: Familie Singer lässt Tradition wieder aufleben

Mit Fingerspitzengefühl platzieren Hans SInger und Tochter Theresia die Farbkugeln in die Halterungen des Heiligen Grabes, während Ehefrau Irmi den Vorhang vorm Heiligen Grab vorbereitet.
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Mit Fingerspitzengefühl platzieren Hans SInger und Tochter Theresia die Farbkugeln in die Halterungen des Heiligen Grabes, während Ehefrau Irmi den Vorhang vorm Heiligen Grab vorbereitet.
  • VonPeter Strim
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Für die Gläubigen ist es jedes Jahr vor Ostern etwas ganz Besonderes: das Heilige Grab von Kematen. Es hat eine bewegte Geschichte.

Bad Feilnbach– Heilige Gräber haben in vielen Pfarreien im Erzbistum München und Freising an den beiden Kartagen inzwischen Tradition. Mit den Darstellungen soll den Gläubigen veranschaulicht werden, dass der geschändete Korpus Christi nach dessen Leidensweg und Tod am Kreuz tatsächlich im Grabe lag. Eines davon befindet sich in der St. Martinskirche von Kematen, Pfarrverband Maria Morgenstern in der Gemeinde Bad Feilnbach, das seit 2005 regelmäßig im Mittelpunkt zahlreicher Besucher nach der Kreuzesverehrung steht.

Vater, Mutter und Tochter helfen mit

Für Aufbau, Erhalt und Pflege zeichnet die Familie Singer mit Hans (52) und Ehefrau Irmi (51) aus Unterhofen verantwortlich. Seit vielen Jahren hilft auch Tochter Theresia mit. Während eines Krankenhausaufenthalts ihrer Mutter bewältigte die inzwischen 20-Jährige 2016 zusammen mit ihrem Vater den Auf- und auch Abbau der liebevollen Darstellung.

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Eine Pause gab es in Folge des ersten Corona-Lockdowns im vergangenen Jahr. Dafür ist das Heilige Grab heuer für ein Innehalten und stilles Gebet unter Einhaltung der aktuellen Regeln am heutigen Samstag bis 14 Uhr geöffnet.

Wie Hans und Irmi Singer im Zuge der Aufbauarbeiten gegenüber unserer Zeitung erläuterten, gab es in Kematen schon in früheren Jahren, den Brauch, ein „Heiliges Grab“ an den Kartagen aufzustellen.

Dornröschenschlaf währte 40 Jahre

Dieser wurde in Folge des „Zweiten Vatikanischen Konzils“ und einer Liturgiereform der damals üblichen Auferstehungsfeiern zur Heiligen Osternacht ab 1963 eingestellt. Der alte Aufbau war im ehemaligen Kemater Pfarrhaus eingelagert und ruhte dort 40 Jahre in einer Art Dornröschenschlaf.

Als sich die Kemater Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderäte entschlossen, der Tradition neues Leben einzuhauchen, stellte sich heraus, dass an vielen Originalteilen der Zahn der Zeit genagt hatte und sie sich in marodem Zustand befanden. Lediglich der Korpus Christi und die Kugeln aus dem 16. Jahrhundert waren weitgehend unversehrt geblieben. Kematen wollte wieder sein Heiliges Grab und so entschlossen sich Mitglieder der Kirchenverwaltung für teilweise Nachbauten notwendiger Teile.

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Johann Singer übernahm mit viel Engagement und Geschick die Schreinerarbeiten. Beschafft wurde das Material über Spenden, unter anderem aus einem Weihnachtssingen, organisiert von Anni Engelsberger. Seit 16 Jahren hütet die Familie Singer nun das Kulturgut und pflegt es in der Ruhephase vom Abbau vor Beginn der Osternacht als Sinnbild der Auferstehung Christi bis zu den darauf folgenden Kartagen.

Glaskugeln sind mit Wasser gefüllt

Markant für heilige Gräber sind neben dem Korpus Christi die bunten Glaskugeln. In Kematen sind sie gefüllt mit Wasser in den Farben, wie sie bei den bunten Ostereiern verwendet wer-den, erklären Irmi Singer und Tochter Theresia.

Kaputte Glaskugeln als Ersatz liefert auf Bestellung die „Josta Kristall-Glasbläserei“ aus Bodenmais im Bayerischen Wald. Die Beleuchtung hinter den Gläsern besorgten in früheren Jahren Kerzen. Heute sind es Glühbirnen.

Frühlingsblumen aus dem Garten der Familie Singer runden auch heuer den aktuellen Blumenschmuck der Mesnerin am linken Seitenaltar des Kemater Gotteshauses ab.

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