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22 Jahre DIE GUTE SEELE

Schönauer Schulkinder wollen ihn nicht gehen lassen: Hausmeister Sepp Mair geht in Ruhestand

Wechsel am Steuer des kleinen blauen Traktors: Hausmeister Sepp Mair (links) geht in den Ruhestand. Sein Nachfolger ist Zimmerermeister Jochen Sigl.
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Wechsel am Steuer des kleinen blauen Traktors: Hausmeister Sepp Mair (links) geht in den Ruhestand. Sein Nachfolger ist Zimmerermeister Jochen Sigl.
  • Kathrin Gerlach
    vonKathrin Gerlach
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Wenn die Schönauer Grundschüler den kleinen blauen Traktor ihres Hausmeisters sehen, werden sie in Zukunft zweimal hinschauen müssen. Ist es der Sepp oder sitzt da etwa ein anderer drin? Denn am Freitag hat Josef Mair seinen letzten Arbeitstag.

Tuntenhausen – Nach 22 Jahren als Hausmeister von Grundschule, Mehrzweckhalle und Schulsportplatz in Schönau sowie Kinderhaus „Purzelbaum“ in Hohenthann tritt er nun seinen Ruhestand an. Den „neuen Sepp“ hat er in den vergangenen drei Wochen eingearbeitet. Künftig ist Jochen Sigl der „Facility Manager“ der drei Einrichtungen.

Seit dem ersten Tag an der Grundschule

Er tritt in große Fußstapfen, denn die Schönauer wollten die gute Seele ihres Hause eigentlich gar nicht gehen lassen. Mindestens zehn Jahre solle er noch bleiben, wünschten sie sich. Dabei hatte er sein Rentenalter schon im vergangenen Jahr erreicht. Sepp ringt mit sich, schmunzelt und entschuldigt sich fast schon: „Nach mehr als 50 arbeitsreichen Jahren als Landwirt, Kraftfahrer und Hausmeister ist es ein wohlverdienter Ruhestand.“ Gleichzeitig kündigt an: „Ich werde sicher ab und an mal zu Besuch kommen, denn das hier war mein Traumjob.“

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Der Schönauer ist einer, der alles kann. Er war das sprichwörtliche Mädchen für alles – umsichtig und allgegenwärtig. Er werkelte im Haus, mähte den Rasen, las Kindern und Lehrern jeden Wunsch von den Augen ab, bevor sie ihn überhaupt aussprechen konnten. „Wenn man etwas brauchte, hatte man es innerhalb von fünf Minuten“, erinnert sich Anneliese Mayroth. Sie denkt an viele scheinbar selbstverständliche Dinge: an Licht und Ton bei Veranstaltungen oder die schwierige Deckendekoration, an den Adventskranz für die Aula oder die Lichterketten für die Tannenbäume...

Hat bei jedem Wetter den Schulweg bereitet

Kamen sie in Schönau an, war Sepp längst da und hatte ihnen bei jedem Wetter schon den Weg bereitet. „Und immer hat er viel mehr gemacht, als er eigentlich musste“, ergänzt Kathrin Jungermann. Waren am Nachmittag alle aus dem Schulhaus ausgeflogen, schaute er überall noch einmal nach dem Rechten, ehe er selbst nach Hause ging.

Die Schönauer Grundschule ist sein „Baby“. Seit dem ersten Tag ist er hier. Ihre Eröffnung im Jahr 1999 hat er mit vorbereitet. Als die ersten Kinder und Lehrer kamen, nahm er sie in Empfang. „Das war ein Glücksfall für uns“, sagt Bürgermeister Georg Weigl. „Sepp war mit seiner besonderen Art unheimlich wichtig für diese Schule.“

Sobald es möglich ist, bekommt Sepp seine Party

Vor allem natürlich für die Kinder: „Ich glaube sie sehen in ihm auch den Opa, bei dem sie sich geborgen fühlen, mit dem sie spielen können“, sagt Rektorin Karin Richter. Deshalb wird es im Sommer – falls es dann wieder möglich ist – eine große Party für ihn geben. Die Kinder wollen sich ordentlich verabschieden, schließlich war es ihr Sepp, der sie jeden Morgen am Schulbus in Empfang genommen hat. Und er war auch da, wenn sie nach Hause fuhren, um „ein gutes Gefühl zu haben, dass sie gut heimkommen“, wie er sagt.

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Am Freitag ist Sepp das letzte Mal „offiziell“ in seiner Schule. In Zukunft will er es „ruhiger angehen“, sich mehr seiner Frau Hilde, den drei Kindern und acht Enkeln widmen. Und dann sind da ja auch noch seine Bienenvölker. „Wenn Jochen mich braucht, kann er jederzeit anrufen“, kündigt Mair seine Bereitschaft an, auch künftig ein Ansprechpartner für die Schönauer Grundschule zu sein. Immerhin habe jedes Zimmer der Schule seine Eigenheiten. „Da gibt es schon einiges zu beachten.“

Erste Projekte für den Zimmerermeister

Jochen Sigl hat sich ein Bild gemacht von seiner neuen Wirkungsstätte und fühlt sich wohl im Schönauer Team. Der 48-Jährige lebt in Ellmosen, ist Zimmerermeister und -techniker. In den neuen Job kann er all seine handwerklichen Erfahrungen einfließen lassen. Die ersten Sonderaufgaben für das Frühjahr hat ihm Sepp schon aufgetragen: „Die Schönauer Kinder könnten ein Insektenhotel gut brauchen, und in Hohenthann gehört das Spielehaus hergerichtet.“

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