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16 junge Kameraden sind neu im Team

Gute Nachrichten aus Ostermünchen: Zukunft der Freiwilligen Feuerwehr langfristig gesichert

Der ganze Stolz der Ostermünchener Wehr ist ihre Jugendfeuerwehr. Ihr gehören derzeit 18 Mädchen und Jungen an.
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Der ganze Stolz der Ostermünchener Wehr ist ihre Jugendfeuerwehr. Ihr gehören derzeit 18 Mädchen und Jungen an.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Der Feuerwehr Ostermünchen ist während der Corona-Pandemie Unglaubliches gelungen. Sie hat eine neue Jugendgruppe aufgebaut, der 18 künftige Feuerwehrmänner und -frauen angehören. Wie die Kameraden den Nachwuchs für das Ehrenamt begeistern, lesen Sie hier.

Tuntenhausen – In der Phase, in der jegliche Vereinsarbeit am Boden lag, warb sie für die ehrenamtliche Arbeit in der Feuerwehr. 16 Kameraden – darunter auch Mädchen – im Alter von 12 bis 17 Jahren sind dazugestoßen. Damit hat Ostermünchen nun eine 18-köpfige Jugendfeuerwehr. Und auch jetzt, da Sportvereine wieder trainieren, Blasmusikensembles proben und Jugendtreffs öffnen dürfen, halten sie zur Stange. Denn sie sind angekommen im Ehrenamt des Feuerwehrlers.

Mit spannender Praxis das Interesse geweckt

„Wir sind unglaublich stolz darauf, dass sich so viele junge Ostermünchener für die Feuerwehr interessieren“, sagt Michael Marx, der stellvertretende Kommandant. 70 aktive Kameraden gehören gegenwärtig zur Ostermünchener Feuerwehr. Am Freitag, 20. August, treffen sie sich um 19.30 Uhr, zur Jahreshauptversammlung im Gerätehaus. Und auch wenn die Corona-Pandemie die Ausbildung in den Feuerwehren enorm beschränkte und den Einsatz der First Responder sogar eine Zeit lang stoppte – eine gute Botschaft gibt es an diesem Abend: „Unser Nachwuchs ist unsere Zukunft, wir können also optimistisch nach vorn blicken“, so Marx.

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Doch wie ist es den Kameraden gelungen, so viele junge Leute zu begeistern? „Wir haben gleich von Anfang an mit praktischen Übungen das Interesse der Jugendlichen geweckt“, berichtet Jugendwart Thomas Ohlwärter. Die erste Übung war ein Löschangriff mit dem Aufbau von Saugleitungen aus der Moosach.

„Am Ende waren alle nass und es hat einen Riesenspaß gemacht“, erzählt er lachend. Seitdem haben die Kameraden nicht nur ihre eigene Uniform und ihren eigenen Spind im Gerätehaus, sondern weitere acht Übungen absolviert. Sie erprobten unter anderem den Einsatz verschiedener Leitern oder testeten die Schneid- und Spreizwerkzeuge für die technische Hilfeleistung nach Verkehrsunfällen.

Löschangriff der Jugend: Zuvor hatten sie eine Saugleitung aus der Moosach aufgebaut.

Natürlich stand auch Theorie auf dem Ausbildungsprogramm. Dazu gehören beispielsweise das Wissen um die Aufgaben einer Wehr und die ersten Stufen der Grundausbildung. Nun werden die jungen Kameraden Schritt für Schritt weiter auf ihren aktiven Dienst in der Wehr vorbereitet: mit Erster Hilfe, Fahrzeugkunde, Knoten und Stichen, Funken oder Retten und Bergen von Personen. In Einsatzübungen festigen sie ihr Wissen und lernen, wie die einzelnen Trupps der Feuerwehr zusammenarbeiten.

Mit 16 Jahren können sie dann das Basis-Ausbildungsmodul absolvieren. Mit 18 Jahren und bestandener Prüfung der Modularen Truppausbildung (MTA) werden sie zum Feuerwehrmann oder zur Feuerwehrfrau befördert und somit Teil der Einsatzmannschaft. Danach können sie weitere Speziallehrgänge absolvieren, sich zum Maschinisten, Gruppenführer, Atemschutzgeräteträger oder First Responder ausbilden.

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Noch ist das Vereinsleben der Feuerwehr aufgrund der Corona-Pandemie nicht wieder das, was es einmal war. Trotzdem konnten die Jugendlichen bei einer Grillfleischsemmel schon erahnen, wie wichtig auch die Geselligkeit für den Zusammenhalt einer Wehr und das uneingeschränkte Vertrauen der Kameraden ist. Ab dem 15. September trifft sich die Ostermünchener Feuerwehr-Jugend wieder zweimal im Monat: jeweils am ersten und dritten Mittwoch, von 19 bis 21 Uhr, am Gerätehaus an der Kampenwandstraße in Ostermünchen. „Wer Interesse hat, kann einfach vorbeikommen und mal schauen, was wir hier so machen“, sagt Jugendwart Ohlwärter, der sich gemeinsam mit Martin Nikel dem Nachwuchs widmet.

First Responder wieder im Einsatz

Die First Responder der Feuerwehr Ostermünchen sind wieder im Einsatz – freitags von 18 Uhr bis montags, 6 Uhr. „Wir bemühen uns darum, unsere einstige, tägliche Einsatzbereitschaft wieder herzustellen, momentan gelingt uns das aber leider noch nicht“, erklärt Uli Murnauer, FR-Chef und Kommandant der Feuerwehr Ostermünchen.

Die Corona-Pandemie sorgte am 19. März 2020 zum ersten Mal seit Gründung der First Responder im Jahr 2002 für einen Einsatz-Stopp. Nach 6777 Schichten ohne einen einzigen Ausfall-Tag, nach 12.000 Einsatzstunden und damit 315 Stunden pro First Responder.

Seit dem 26. September 2020 dürfen die First Responder wieder ausrücken, seit Mitte Juli wieder Mitte Juli wieder Notfall- und Notarzteinsätze fahren. Doch noch haben sie aufgrund der Pandemie ihre einstige Schlagkraft aber nicht erreicht. An den Wochenenden ist sie ihre Einsatzbereitschaft hergestellt.

Nun arbeiten sie daran, wieder an 365 Tagen im Jahr und sieben Tagen pro Woche ausrücken zu können, damit Menschen in Not innerhalb weniger Minuten Hilfe erhalten.

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