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Aus Behördensicht spricht nichts dagegen

Künftig AdBlue-Herstellung in Hornau bei Bruckmühl? Gemeinderat hat Bedenken

In einer Waldrandlage liegt die Grünfuttertrocknungsanlage Hornau, die nun für eine AdBlue Mischanlage Fit gemacht werden soll.
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In einer Waldrandlage liegt die Grünfuttertrocknungsanlage Hornau, die nun für eine AdBlue Mischanlage Fit gemacht werden soll.

Darf eine Anlage zur Trocknung von Grünfutter in Hornau umgebaut werden, um dort den Kraftstoff-Zusatz AdBlue herzustellen? Darüber sollte der Gemeinderat Bruckmühl entscheiden. Aus rechtlicher Sicht spricht offenbar nichts dagegen. Das Gremium fand trotzdem Gründe, eine Entscheidung zu vertagen.

Bruckmühl – In den nächsten Wochen soll der Antragsteller nun einen Fragenkatalog der Gemeindeverwaltung beantworten. Rückblick: Der Gemeinderat hatte von Mitte 2018 bis Anfang 2020 an einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nummer 77, „Grünfuttertrocknungsanlage Hornau“ gearbeitet, um die Gebäude und Anlagen wieder nutzbar und rentabel zu machen.

Da die Grünfuttertrocknung allein keine wirtschaftliche Basis für den Fortbestand des Betriebes – samt angeschlossenem Hackschnitzelheizkraftwerk – bot, wurde eine größere Palette zulässiger Nutzungen in dem Sondergebiet „Agrar, Energie, Umwelt“ ausgewiesenen Areal festgesetzt. Nach einem anfänglich guten Neustart blieb ein weiterer erfolgreicher Betrieb der Anlage, auch wegen der veränderten Marktsituation bei dem Thema Holz-Pellets, aus.

Bebauungsplan muss geändert werden

Dadurch war auch die durch das Hackschnitzelheizkraftwerk erzeugte Wärme nicht mehr verwendbar. Bei der Suche nach Alternativen stieß der Antragsteller auf die Möglichkeit einer AdBlue-Produktion am Standort Hornau. „Um aber in die AdBlue-Produktion einsteigen zu können, ist eine Änderung des Bebauungsplanes erforderlich“, erklärte Bauamtsleiter Konrad Kremser.

Damit ist laut Kremser aber eine Aufweitung der zulässigen Art, als auch des Maßes der baulichen Nutzung notwendig. Auf Nachfrage der Bauverwaltung bewertete die Regierung von Oberbayern das Vorhaben grundsätzlich positiv: In Summe kann die Bebauungsplanänderung mit den Erfordernissen der Raumordnung in Einklang gebracht werden.

Genug Wasser für die Herstellung von AdBlue vorhanden

Zum hohen täglichen Frischwasserbedarf zur AdBlue-Produktion holte die Bauverwaltung auch eine Stellungnahme des gemeindlichen Wasserwerks ein. Das gefertigte Votum dazu war klar formuliert: Es spricht nichts gegen einen weiteren Verbraucher.

Abschließend berichtete Kremser noch, dass die IG Ginsham-Hornau, die der Ansiedlung der AdBlue-Produktionsstätte kritisch gegenübersteht, im Rahmen einer Video-Konferenz über das Projekt ausführlich informiert worden sei. „Aus der Reaktion der IG-Vertreter wurde aber deutlich, dass sie einer Änderung des Bebauungsplanes sehr reserviert gegenüberstehen.“

Befürchtung: Wird Hornau zum Industriegebiet?

Bei der folgenden Diskussion ging es unter anderem um die Aspekte: Wohin soll der Weg der Grünfuttertrocknungsanlage überhaupt führen? Wird mit einem Ja-Entscheid Hornau zu einem Industriegebiet? Wie hoch ist der tatsächliche neue LKW-Verkehr? Wie sieht die Energiebilanz der neuen Produktionsstätte aus? Wie kann man die restliche, brach liegende Abwärme von etwa 80 Prozent sinnvoll nutzen?

Nachdem auf viele dieser Fragen keine zufriedenstellenden Antworten gegeben werden konnten, stimmte das Rastplenum schließlich dem Antrag von Robert Plank, CSU/PW, auf Vertagung mit einem 17:8 Entscheid zu. Die aufgeworfenen Fragen sollen jetzt durch die Gemeindeverwaltung in einem Fragenkatalog zusammengefasst und den Bauwerber zur detaillierten Beantwortung vorgelegt werden.

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