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Carsharing, Fahrradwerkstatt und Mitfahrbahnkerl

Grüne Mobilität für neues Wohnquartier in Ostermünchen: Macht das auf dem Land Sinn?

Ideen für eine grüne Mobilität in künftigen Quartier „Ostermünchener Mitte“.
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Ideen für eine grüne Mobilität in künftigen Quartier „Ostermünchener Mitte“.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Funktionieren moderne Mobilitätskonzepte auch auf dem Land? Die Tuntenhausener Gemeinderäte sind skeptisch, würden es sich aber wünschen. Der Blick in die Zukunft der neuen Ostermünchener Mitte war in der jüngsten Gemeinderatssitzung auch mit neuen Ideen für Mobilität verbunden.

Tuntenhausen – Tobias Giehl von der Schlothauer und Wauer Ingenieurgesellschaft für Straßenverkehr erläuterte, was möglich wäre, um den Pkw-Verkehr zu reduzieren.

Anbindung an Bus und Bahn ist da

Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist mit Bus und Bahn gegeben. Im Stundentakt fährt die Bahn nach Rosenheim oder München. Zu Fuß wären die künftigen Bewohner des neuen Quartiers zwischen Fritz-Schäffer-Straße und Niedergartenweg in 15 Minuten am Bahnhof.

Mit einer zusätzlichen Haltestelle am neuen Wohngebiet würde auch eine bequeme Busanbindung erreicht. Ostermünchen hat also gute Voraussetzungen.

165 Fahrradstellplätze

Damit die neuen Bewohner aufs Fahrrad umsatteln, gehören 165 Fahrradstellplätze zu den Bauplänen. Das wären 2,8 Stellplätze pro Wohneinheit und weitere 35 für Besucher von Dorfladen, Arzt, Zahnarzt, Apotheke oder Tagespflege.

Lesen Sie auch: Das Ostermünchen der Zukunft hat ein Gesicht – Baustart voraussichtlich 2024 (Plus-Artikel ovb-online.de)

Als weiteren Baustein für grüne Mobilität schlagen die Verkehrsplaner die Gründung eines Vereines mit Beteiligung der Gemeinde vor. Dieser könnte Pkw fürs Carsharing anschaffen, gegebenenfalls auch Fahrräder, Lastenräder oder E-Bikes fürs Bikesharing. Zudem könnte der Verein eine Mobilitätszentrale betreiben. Die Fahrzeuge sollen nicht nur verliehen, sondern auch gepflegt werden.

Eine Fahrradreparaturwerkstatt – beispielsweise betrieben von rüstigen Senioren – könnte sich Maria Breuer (UW Ostermünchen) als aktives Mitglied der Nachbarschaftshilfe gut vorstellen.

Skeptische Ansichten: Auto bleibt nötig

Andere Tuntenhausener Gemeinderäte waren skeptischer: „Die Ideen sind gut. Ich würde mir wünschen, dass sie umsetzbar sind“, sagte Johann Stürzer (CSU/FWG), gab aber zu bedenken: „Die Nahversorgung in Ostermünchen ist schlecht. Die Leute sind aufs Auto angewiesen, um einzukaufen.“ Auch Johannes Lechner (CSU/FWG) sieht den Mobilitätsbedarf auf dem Land für den Weg zur Arbeit und zur Kita eher in zwei Pkw pro Familie. Er regte an, E-Ladesäulen ins Konzept aufzunehmen.

Bürgermeister Georg Weigl (CSU/FWG) schärfte den Blick dafür, „wie viele Stunden am Tag man sein Auto benutzt“. Er könnte sich ein Carsharing gerade für den Einkauf gut vorstellen.

Für den Rahmenplan der Ostermünchener Mitte mussten die Räte auch über die Größe der Tiefgaragen entscheiden. Ihre Wahl fiel auf die größere Version mit 106 Stellplätzen, denn: „Neue Mobilitätskonzepte lassen sich unabhängig davon umsetzen“, so Andreas Gigglinger (CSU/FWG).

Auch ein Mitfahrbankerl mit fest installierten Hinweisschildern zu den Zielorten schlug Planer Tobias Giehl vor. Ein weiterer Baustein wäre eine Paketstation, mit der sich der innerörtliche Zustellverkehr reduzieren ließe.

Ideen kommen ganzem Ort zugute

Mit dem Blick in die Zukunft – Baubeginn für die Ostermünchener Mitte ist frühestens 2024 – meinte Herbert Prechtl (Die Liste 83104): „Das ist für uns unbekanntes Land. Wir sollten es wagen.“ Dem stimmte Dr. Anna Fernández Diarte (UWO) zu: „Wir sollten mutig sein, denn diese Ideen kommen dem ganzen Ort zugute.“

Der Planer verwies darauf, dass für die künftigen Bewohner damit Anreize geschaffen würden, von Beginn an auf alternative Mobilität umzusteigen, denn: „Festgefahrene Gewohnheiten ändern sich schwerer.“ Der Gemeinderat stimmte dem Mobilitätskonzept als Bestandteil des Rahmenplanes für die Ostermünchener Mitte einstimmig zu.

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