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Kommune wird Bauherr - und betritt „Neuland“

Sozialer Wohnbau: In Großkarolinenfeld richtet es die Gemeinde selbst

Großkarolinenfeld will sozialen Wohnungsbau in der Gemeinde verwirklichen.
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Großkarolinenfeld will sozialen Wohnungsbau in der Gemeinde verwirklichen.
  • VonKatharina Heinz
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„Das machen wir selber“. Da waren sich die Großkarolinenfelder Räte schnell einig: Den sozialen Wohnungsbau am Veilchenweg geben sie nicht aus der Hand. Die Gemeinde wird Bauherr – und hat mehr Einfluss auf Zahl, Größe, Barrierefreiheit, Energiebilanz... Aber auch mehr Scherereien wegen der Förderung.

Großkarolinenfeld – Die Gemeinde will den sozialen Wohnungsbau aktiv vorantreiben. Ein entsprechender einstimmiger Beschluss fiel in der vergangenen Sitzung des Gemeinderates. Das Thema kam nach einem Antrag der CSU-Fraktion auf die Tagesordnung. Nichtöffentlich wurde zunächst über einen geeigneten Standort beraten.

„Die Gemeinde hat in Großkarolinenfeld-Ost ein Grundstück gekauft, das für sozialen Wohnungsbau vorgesehen war“, erinnerte CSU-Fraktionssprecherin Irmi Huber. Diesen Grund habe man mit anderen Möglichkeiten verglichen und festgestellt, dass er am geeignetsten sei. Hier könne man eine bestmögliche Entwicklung für die Gemeinde erreichen. Gemeint ist ein Grundstück im Bebauungsplan „Großkarolinenfeld-Ost“ mit einer Fläche von 4347 Quadratmetern zwischen Bgm.-Mertl-Straße und Veilchenweg.

Selber bauen,selber entscheiden

Wichtig sei ihr, so Huber, dass die Gemeinde selbst als Bauherr auftrete, um Entscheidungen für die Bürger treffen zu können. Außerdem solle es möglichst zügig voran gehen.

Bürgermeister Bernd Fessler (parteilos) bestätigte die Notwendigkeit von sozialem Wohnungsbau. Er betonte, dass laut Statistik die Zahl der über 65-Jährigen bis 2040 um 35 Prozent ansteigen werde.

Das Wohnen der Zukunft müsse grundsätzlich neu gedacht werden. Fragen der Barrierefreiheit zum Beispiel rückten dabei ins Zentrum. Er erinnerte zudem daran, dass die Fläche gerade im Raum Rosenheim begrenzt sei. Flächensparen sei daher ein weiteres bedeutendes Thema. Außerdem sprach er den sozialen Aspekt an. Er stellte die Frage, ob das typische „Bauland für Einheimische“-Modell, bei dem Grundstücke in der Größenordnung von 500 Quadratmetern für Einfamilienhäuser vergünstigt vergeben würden, zeitgemäß sei. Schließlich sei noch der Umweltschutz zu bedenken. Denn mehrere Wohnungen beieinander seien sicherlich ökologischer zu heizen als einzelne Häuser. „All diese Dinge müssen wir in der Abwägung berücksichtigen“, so Fessler.

Bei der Prüfung der Förderprogramme sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass das kommunale Wohnraumförderungsprogramm, bei dem die Gemeinde Eigentümer bleibe, reizvoll sei. Hier leiste die Gemeinde einen zehnprozentigen Eigenanteil, bekomme 30 Prozent Zuschuss und ein Darlehen über 60 Prozent. Der Bürgermeister machte aber auch klar, dass es etwas Zeit brauche, wenn man es mit Förderprogrammen und Abstimmungen mit der Regierung zu tun habe. Einen Baubeginn 2024 nannte er aber „realistisch“.

Gemeinde betritt Neuland

„Das ist Neuland, das die Gemeinde hier betritt“, betonte er. Es würden auch noch zahlreiche Abstimmungen in den Gemeindegremien nötig. Denn es sei eine große Herausforderung, eine solche Aufgabe neu anzugehen.

Klaus Höglauer (PLW) fragte, wie der Architekt ausgewählt werde. Johann Kosek (PLW) äußerte dazu den Wunsch, mindestens drei Büros zu kontaktieren. Fessler erklärte, dass man diese Leistung wahrscheinlich ausschreiben müsse. Wichtig sei es, jemanden mit Erfahrungen bei den Förderungsbestimmungen zu finden.

Viele Vorgaben erst noch entwickeln

Klaus Boos (CSU) erkundigte sich, ob man bis zur nächsten Sitzung schon Angebote vorlegen könne. „Mir fehlt im Beschluss die Zeitschiene“, sagte er. Fessler zeigte sich skeptisch. Man müsse zunächst Vorgaben, etwa den Grad der Barrierefreiheit oder die Größe und Anzahl der Wohnungen entwickeln. Das sei Voraussetzung für die Architektenleistung. Irmi Huber schlug vor, einige soziale Wohnbauprojekte in der Umgebung zu besichtigen.

Auf den unterstrichenen Flurnummern plant die Gemeinde Großkarolinenfeld sozialen Wohnraum.

Einstimmig beschloss das Gremium, den sozialen Wohnungsbau im Bereich Großkarolinenfeld-Ost weiter zu planen. Die Gemeinde soll selbst als Bauherr auftreten und das kommunale Wohnraumförderungsprogramm nutzen.

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