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Gemeinderat wirft Entscheidung um

Großkarolinenfeld gibt Bauland für Einheimische zugunsten sozialen Wohnungsbaus auf

Nördlich der Kreisstraße soll nun nach dem Willen des Gemeinderates sozialer Wohnungsbau entstehen, das Einheimischenmodell fand keinen Anklang mehr.
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Nördlich der Kreisstraße soll nun nach dem Willen des Gemeinderates sozialer Wohnungsbau entstehen, das Einheimischenmodell fand keinen Anklang mehr.
  • VonKatharina Heinz
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Rolle rückwärts im Gemeinderat: Der Planer sollte einen Bebauungsplan für ein Baugebiet im Einheimischenmodell aufstellen. Tat er auch. Und dann fand der Gemeinderat, dass sozialer Wohnungsbau auf den gemeindlichen Grundstücken nördlich der Kreisstraße RO19 besser, weil gerechter, wäre.

Großkarolinenfeld – Eigentlich sollte für das Gebiet „Nördlich der Kreisstraße“ in Großkarolinenfeld ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Der Architekt hatte den Bereich nach der Vorgabe, Bauland für Einheimische zu schaffen, überplant. Doch dann machte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung eine Rolle rückwärts.

Kleine Parzellen kamen nicht gut an

Kleine Parzellen und eine Lärmschutzwand – das kam bei vielen Gemeinderatsmitgliedern nun doch nicht so gut an. Dabei hatte man Planer Franz Fuchs ausdrücklich mit der Aufgabe betraut, die bestehende Wohnsiedlung Richtung Süden bis zur Kreisstraße zu erweitern und Bauland für Einheimische zu schaffen. Der „Arbeitskreis Ortsentwicklung“, ein verkleinertes Abbild des Gemeinderates, hatte im Juli 2020 den entsprechenden Vorschlag gemacht.

Wohnungen statt Einfamilienhäusern

Doch dann wurden im Gemeinderat andere Wünsche laut. Könne man da nicht eher etwas in Richtung sozialen Wohnungsbau machen, Mehrparteienhäuser oder kleine Eigentumswohnungen, fragten Dr. Erwin Gutsmiedl und Michael Höhensteiger (beide FW-GBV).

Bürgermeister Bernd Fessler (parteilos) war da gleich dabei. „Ich trage das vollumfänglich mit, denn ich war bei diesem Vorhaben nie sehr leidenschaftlich dafür“, betonte er.

Einheimischenbauland als einseitige Bevorzugung

Einheimischenbauland sei seiner Meinung nicht mehr zeitgemäß und würde bestimmte Personengruppen ungerecht bevorzugen.

Eine Gemeinde könne über sozialen Wohnungsbau viel mehr Bürger erreichen, so Fessler. „Gerade in Gebieten mit großem Siedlungsdruck stellt sich die Frage, ob die erhebliche individuelle Förderung einzelner Bürger beim Erwerb von Bauland für Einfamilien- oder Doppelhäuser sozial noch zu rechtfertigen ist oder ob vielmehr die Gemeinde nicht – auch im Sinne der Reduzierung des Flächenverbrauchs – Gebäuden mit mehreren Wohneinheiten im sozialen Wohnungsbau den Vorzug geben sollte“, so der Bürgermeister.

Mischform aus Wohntypen

Fessler betonte, dass das Vorhaben dann aber nochmal in den Arbeitskreis „Ortsentwicklung“ müsse. Auch sei der Management-Aufwand für die Gemeinde viel größer, als lediglich einen Bebauungsplan aufzustellen und Grundstücke zu verkaufen. Generell könne es sowieso nur eine Mischform werden, da die Kommune dort nicht im Besitz aller Grundstücke sei. Allerdings könne man auf diese Weise sicher etwas „Netteres“ schaffen, dort am Ortsrand, und vielleicht auch auf die unliebsame Lärmschutzwand verzichten.

Zurück in den Arbeitskreis

Das Gremium war einstimmig dafür. Das Vorhaben wird erneut in den Arbeitskreis Ortsentwicklung verwiesen und soll angesichts der neuen Motivation überdacht werden.

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