BAD FEILNBACH

Großes Interesse an Online-Bürgerversammlung zum Thema „Was bringt 5G in die Gemeinde?“

Bürgerversammlungen funktionieren auch online: Für die Bad Feilnbacher Bürger erklärte Peter Hensinger jetzt die Auswirkungen und Alternativen des Mobilfunkausbaus in einem Online-Vortrag.
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Bürgerversammlungen funktionieren auch online: Für die Bad Feilnbacher Bürger erklärte Peter Hensinger jetzt die Auswirkungen und Alternativen des Mobilfunkausbaus in einem Online-Vortrag.
  • vonKonrad Kriechbaumer
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Was würde der 5G-Ausbau für Bad Feilnbach bedeuten? Diese Frage beleuchtete Peter Hensinger vom Verein „Diagnose Funk“ jetzt in einem Onlinevortrag. Die Bürgerinitiative „Gesundheit vor 5G Bad Feilnbach“ hatte die Online-Veranstaltung organisiert.

Bad Feilnbach – Initiatorin Andrea Erhart-Leicht begrüßte neben Bürgermeister Anton Wallner und Mitglieder des Gemeinderats auch viele interessierte Bürger im Online-Forum. „Es gibt viele Fragen zum Thema 5G, wie wir an den zahlreichen Fragen im Vorfeld dieser Veranstaltung gesehen haben“, so Erhart-Leicht.

Strahlenbelastung des 5G-Netzes

In seinem Vortrag beschränkte sich Peter Hensinger auf die Auswirkungen durch die Strahlenbelastung. Die Bereiche „Überwachung“ und „ökologischer Fußabdruck“ des Mobilfunks ließ er aufgrund des Zeitrahmens außen vor. Er erläuterte in zahlreichen Folien die Quellen elektromagnetischer Felder, deren Spektrum und die Funktionsweise des Mobilfunk-Netzes.

Studien zufolge steige das Krebsrisiko, je näher Menschen an einer Mobilfunkantenne leben würden. Zudem könne die Mobilfunkstrahlung auch Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Reizbarkeit, Unbehagen, Nervosität, depressive Anzeichen, Schlaf- und Gedächtnisstörungen sowie eine verminderte Libido verusachen. Darüber hinaus wirke sich die Mobilfunkstrahlung schädlich auf Insekten, Pflanzen und Tiere aus.

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Der Kommune empfahl er dringend, ein Mobilfunkkonzept zu erstellen. „Wenn Betreiber Masten beantragen, müssen Sie ‚Stop‘ sagen“, riet Hensinger. Die Gemeinde solle sich dann auf das Bundesimmissionsschutzgesetz und das laufende Planungsverfahren berufen. Die Betreiber seien gesetzlich dazu verpflichtet, mit der Gemeinde in einen Dialog zu treten und so alternative Standorte festzulegen, die weniger Strahlenbelastung und trotzdem eine zufriedenstellende Versorgung bedeuten würden.

Zudem solle die Gemeinde darauf achten, dass sich mehrere Mobilfunkanbieter einen Standort teilen, ideal wäre nach Hensingers Auffassung sogar nur ein Netzbetreiber, denn: „Warum werden wir eigentlich von vier Anbietern bestrahlt?“, fragte der Experte. Vor allem solle im Konzept der Gemeinde enthalten sein, dass möglichst viele Gebäude mit Glasfaseranschlüssen versorgt werden.

Das Ziel sei es, die Strahlenbelastung aus den Häusern fernzuhalten. Hensinger: „Die Mobilfunkstationen außen strahlen so schwach, dass sie nur den Außenbereich versorgen und nicht durch die Wände durchgehen – dann sind Sie innen geschützt vor der Strahlung.“ Wer seine Wohnung strahlungsfrei haben möchte, hätte sie dann auch strahlungsfrei, resümierte Hensinger.

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Einen „großen Bedarf, nochmals nachzudenken“, sah Andrea Erhart-Leicht am Ende von Hensingers Ausführungen. Die Aussagen der Netzbetreiber, dass mehr Mobilfunkmasten zu einer geringeren Strahlungsbelastung führen würden, stünden im Gegensatz zu dem, was im Vortrag dargestellt wurde. Sie appellierte an den Bürgermeister, die Gemeinderäte und die Bürger von Bad Feilnbach, dass ein Mobilfunkkonzept zu erstellen.

Gemeinde braucht ein Mobilfunkkonzept

Vor allem herrsche jetzt ein gewisser Zeitdruck, da die Telekom bereits eine Suchkreisanfrage für einen 30 Meter hohen Mobilfunkmasten in Litzldorf gestellt habe. Hensinger hakte hier nochmals ein: „Dass mehr Mobilfunkmasten aufgestellt werden müssen, um die Strahlenbelastung zu verringern, ist ein Verkaufsargument der Mobilfunkindustrie“, warnte der Fachmann.

Zum Abschluss der gut zweistündigen Online-Veranstaltung wurden noch zahlreiche Fragen beantwortet, die die Bürgerinitiative bereits im Vorfeld erreicht hatten. Der Gemeinderat wird sich in seiner Sitzung am Donnerstag, 21. Januar, erneut mit dem Thema befassen: „Mobilfunk in der Gemeinde Bad Feilnbach“ steht bereits auf der Tagesordnung zur Sitzung.

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