Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Brenzlige Übungsaufgabe

Großeinsatz im Gewerbepark Hohenthann: Fünf Feuerwehren rücken mit 100 Kameraden aus

Die Kameraden aus Beyharting sichern die Löschwasserzufuhr und nutzen den Einsatz für eine Einweisung junger Kameraden an der Tragkraftspritze.
+
Die Kameraden aus Beyharting sichern die Löschwasserzufuhr und nutzen den Einsatz für eine Einweisung junger Kameraden an der Tragkraftspritze.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
    schließen

Zu einem Großeinsatz rückten am Mittwoch, 12. Oktober, fünf Feuerwehren mit 100 Kameraden und acht Fahrzeugen aus. Das Übungsszenario: Im Gewerbegebiet Hohenthann hatte am Abend ein Blitz eingeschlagen und einen Brand entfacht. Der Hausmeister wurde vermisst. Wie die Rettungsaktion aus Sicht der Kreisbrandinspektion verlaufen ist, erfahren Sie hier.

Tuntenhausen – Großeinsatz in Hohenthann: 19 Uhr haben Passanten im Gewerbegebiet einen Blitzeinschlag gesehen, danach eine Rauchwolke beobachtet. Nur Minuten später treffen die Feuerwehren ein: 100 Kameraden aus Hohenthann, Schönau, Beyharting, Baiern und Glonn sind mit acht Fahrzeugen im Einsatz. „Es brennt. Ein Menschenleben ist in Gefahr. Der Hausmeister wird vermisst“, umreißt Josef Feichtner die Gefahrenlage. Der Kommandant der Hohenthanner Wehr agiert heute im Hintergrund. „Die Einsatzleitung übernehmen unsere jungen Führungskräfte“, informiert er.

Hohenthanner Einsatzkräfte gehen mit Atemschutz ins Blockheizkraftwerk, um eine vermisste Person zu retten.

Feuertaufe als Einsatzleiter

Zweiter Kommandant Michael Stamml übernimmt das Kommando, teilt den Wehren ihre Aufgaben im großräumigen Einsatzbereich zu. Die Hohenthanner sind am Eingang zum Blockheizkraftwerk. Atemschutzgeräteträger machen sich für den Erkundungsgang bereit. Die Beyhartinger bauen die Löschwasserzufuhr auf. Dann geht es hinein. Kurz darauf wird der Hausmeister bewusstlos geborgen und im Sanitätsbereich versorgt. Parallel dazu entlüften die Kameraden den völlig verrauchten Bereich, um in voller Atemschutz-Montur nach Glutnestern zu suchen.

Hat seine Feuertaufe als Einsatzleiter bestanden: Michael Stamml, Zweiter Kommandant der Hohenthanner Wehr.

Hinter dem Gebäude hat die Feuerwehr aus Baiern eine Saugleitung aufgebaut und mit dem Löschen begonnen. Von einer dritten Seite aus sind die Glonner mit der Drehleiter im Einsatz. Scheinwerfer erhellen den Unglücksort. Auch aus der Luft wird gelöscht. Die Wasserversorgung haben die Schönauer aufgebaut. Alles läuft wie ein Uhrwerk, ein Rädchen greift ins andere. Nach einer Stunde ist die Lage unter Kontrolle. „Die Kameraden verstehen ihr Handwerk“, ist Kreisbrandinspektor Max Goldbrunner zufrieden. „Für die jungen Führungskräfte ist es gar nicht so einfach, aus der ersten Reihe als Atemschutzgeräteträger jetzt in die zweite Reihe zurückzutreten, die Lage zu beobachten und den Einsatz zu koordinieren“, beschreibt Kreisbrandmeister Rudi Huber die Herausforderung.

Der landkreisübergreifende Einsatz der Wehren hat wie selbstverständlich funktioniert. „Das war das Ziel dieser Großübung“, beschreibt Bürgermeister Georg Weigl. Jedes Jahr findet in der Gemeinde Tuntenhausen eine Großübung statt. Das Szenario der letzten war der Großbrand in einer Schreinerei. Damals waren nur die Gemeindewehren im Einsatz. Nach der zweijährigen Corona-Zwangspause wird nun anders trainiert: „Wir legen jetzt den realistischen Alarmierungsplan zugrunde, damit die Wehren gemeinsame Großübungen absolvieren, die auch im Ernstfall gemeinsam ausrücken“, informiert Christine Kiener, in der Gemeindeverwaltung für die Feuerwehren zuständig.

Mit der Drehleiter rückt die Feuerwehr Glonn an. Hier werden die Erkundung des Unglücksortes und das Löschen aus der Luft vorbereitet.

Mit Hohenthann, Schönau und Beyharting waren drei der sechs Gemeindewehren eingebunden. „Im Einsatz sind wir tatsächlich vor allem mit den Kameraden aus Baiern und Glonn“, geht Kommandant Feichtner mit der neuen Form der Großübungen d’accord. Die Kameraden aus Ostermünchen, Tuntenhausen und Lampferding waren nur als Beobachter dabei. „Zusehen. Lernen. Man nimmt immer etwas mit“, sagt Uli Murnauer, Kommandant von Ostermünchen.

Die Feuerwehr Baiern beim Löscheinsatz im rückwärtigen Bereich des BHKW.

Vertieft haben die Kameraden in dieser Nacht vor allem eines: „Holt Euch immer einen Verantwortlichen aus der Firma an die Seite, der mögliche Gefahrenpotenziale im Einsatzbereich kennt“, so der Rat von Kreisbrandinspektor Goldbrunner. Bei dieser Übung war das Dritter Bürgermeister Martin Lurz, gleichzeitig Brandschutzbeauftragter der „Übungsfirma“. Er führte die Kommandanten und Gruppenführer der fünf beteiligten Feuerwehren abschließend noch einmal übers Gelände. Der Hohenthanner Kommandant informierte über Schlüsselgewalten, Zugänge zum Gebäude, Löschwasserhydranten und unterirdischen Zisternen, die mit Regenwasser gespeist werden und etwa 500 Kubikmeter Wasservorräte speichern.

Dank fürs Ehrenamt

Eine Prüfung haben die Kameraden an diesem Abend nicht bestanden: die Gaffer zu verscheuchen. Die Hürde, ihre eigenen Frauen vom Platz zu jagen, war dann wohl doch zu hoch. Die waren nämlich als „Gaffer“ angeheuert worden. Ihre Videos, die sie vom Verletzten und dem Rettungseinsatz machten, werden nun wohl im Familienkreis ausgewertet, denn, so Feichtner: „Wir wollen auch dafür sensibilisieren, dass Gaffen gar nicht geht.“ Am Ende der Übung sprach der Kreisbrandinspektor aus, was für die Kameraden selbstverständlich ist: „Ich danke Euch für Euer ehrenamtliches Engagement.“

Bei der Auswertung der Großübung: (von links) Kreisbrandinspektor Max Goldbrunner, Bürgermeister Georg Weigl und (rechts) Kommandant Josef Feichtner.

Mehr zum Thema

Kommentare