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Bienen über die Schulter geschaut

Golfclub Maxlrain präsentiert sich als Bienendomizil – Imker erklären Insektenleben

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Georg Bachmayr, Vorsitzender des Bienenzuchtvereins Hohenthann-Schönau, erklärte das Bienenleben.
  • vonJohann Baumann
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Die 140 Hektar große Golfanlage in Maxlrain gilt in Fachkreisen als eine der schönsten Deutschlands. Doch der Golfclub Maxlrain widmet sich nicht nur der Pflege des Platzes, sondern auch seiner Bio-Diversität und ökologischen Bedeutung – unter anderem als Rückzugsgebiet für Pflanzen und Tiere.

Tuntenhausen – So spendet der Maxlrainer Club von den Startgeldern und Greenfee-Einnahmen pro Spieler beispielsweise einen Euro an den Bienenschutz. Jetzt lud er in Kooperation mit dem Bienenzuchtverein Hohenthann-Schönau zu einem Rundgang über den Golfplatz ein. Ziel war es, zu zeigen, wie Sport und Natur miteinander harmonieren.

Auf Gelände leben acht Bienenvölker

Auf dem Gelände sind acht Bienenvölker angesiedelt. Georg Bachmayr, Vorsitzender der Imker aus Hohenthann und Schönau, hatte einen Schaukasten vorbereitet, in dem die Besucher die emsige Tätigkeit der Bienen beim Bau ihrer Waben beobachten konnten. „Den Baustoff dazu produzieren sie mit ihren Wachsdrüsen“, erklärte er.

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Die Besucher erfuhren auch, dass die Bienen mit einem von ihnen aus Baumharzen gewonnenen natürlichen Antibiotikum ihre Kästen auskleiden und abdichten. Bachmayr erinnerte daran, dass es seit 60 Millionen Jahren Bienen gibt. Er gab einen Überblick über die Hierarchie innerhalb eines Bienenvolkes (Königin, Drohnen, Arbeiterinnen), das zwischen 30.000 und 50.000 Tiere umfasst. Die Vermehrung eines Volkes entstehe dadurch, dass die Königin mit einem Teil ihres Volkes ihren Standort verlasse, weil dort eine neue Königin ein neues Volk begründet.

Mit großem Interesse widmeten sich die Teilnehmer dem Schaukasten, in dem ihnen die Bienen den Bau einer zweiteiligen Naturwabe demonstrieren.

Karl-Heinz Schäfer gab unter anderem einen Überblick über den Kampf gegen die in den 70er-Jahren durch Bienenimporte aus Asien eingeschleppte Varroa-Milbe. „Die Behandlung erfolgt entweder durch Säure oder mit chemischen Mitteln“, erklärte der Experte. Während Hobby-Imker eine Behandlung häufig erst nach festgestelltem Befall mit den Parasiten eine Behandlung einleiteten, setze der Berufsimker auf Prophylaxe, denn: „Honigbienen können ohne die Pflege durch den Imker nicht überleben“, so der Bienen-Fachmann.

Der Golfclub unterstützt auch ein Versuchsprojekt des Bienenzuchtvereins, für das auf dem Gelände sieben weitere Bienenkästen an verschiedenen Positionen aufgestellt wurden. Thomas Heinisch stellte das Projekt der „darwinistischen Bienenhaltung“ vor. Es sieht unter anderem vor, dass nur mit Bienen gearbeitet wird, die an ihren Standort angepasst sind. Die gut isolierten Beuten (Bienenkästen) sollten etwa 40 bis 50 Liter groß sein, das Wandern der Bienen sollte vermieden werden.

Experiment gegen die tödliche Milbe

Damit soll herausgefunden werden, ob der Standort der Beuten einen Einfluss auf den Befall durch die tödliche Varroa-Milbe hat. „Bei unserem Projekt ist es besonders wichtig, dass die Bienen mit ihrem eigenen Honig über den Winter kommen. Wir vermeiden die sonst nach der Honigernte übliche Zuckerfütterung. Wenn nicht genug Honig im Volk ist, wird nichts entnommen“, konstatierte der Projektleiter und stellte fest: „Der Golfplatz mit seiner großen Fläche, die nur zu einem Bruchteil bespielt wird, eignet sich mit seinen nach Jahreszeitenlückenlosen Bienenweiden sehr gut für Hobbyimker.“

Golf und Natur sind eng verbunden

Der Golfclub Maxlrain wurde im vergangenen Jahr erneut mit dem Qualitätszertifikat ausgezeichnet, das der Deutsche Golfverband (DGV) im Rahmen seines Qualitäts- und Umweltprogramms „Golf & Natur“ vergibt (wir berichteten). Der Maxlrainer Club nimmt zudem am „Blühpakt Bayern“ teil, einer gemeinsamen Initiative des Bayerischen Umweltministeriums mit den Naturschutzverbänden, der sich auch der Bayerische Golfverband angeschlossen hat. Im Rahmen der „Süddeutschen Bienenwoche“, die der Bayerische und der Baden-Württembergische Golfverband ins Leben riefen, gab es auf den teilnehmenden Golfplätzen verschiedenste Aktionen.

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