Gesund zurück nach Hause: Senioren aus dem Lukas-Heim in Bad Feilnbach ziehen wieder ein

Es ist geschafft: Jannick Dourdoigne ist dankbar, die Corona-Infektion mit Hilfe der Mediziner und Therapeuten der Medical Park Reithofpark Klinik überstanden zu haben und in seine Residenz zurückkehren zu können. Tosana

Ins Senioren- und Pflegeheim St. Lukas zieht wieder Leben ein. 24 Bewohner sind schon zurückgekehrt. Alle haben die Infektion mit dem Corona-Virus überstanden. Sie wurden am Montag noch einmal auf COVID-19 getestet. Das Ergebnis war negativ. Auch die anderen Bewohner dürfen bald nach Hause.

Bad Feilnbach – Wann die restlichen Bewohner zurückkehren können, steht allerdings noch nicht fest, da noch nicht das komplette Personal der Einrichtung wieder zur Verfügung steht. Einige Mitarbeiter befinden sich noch in Quarantäne. Mit dem gesunden Personal kann die Versorgung der ersten 24 Rückkehrer sichergestellt werden.

31 Senioren hatten das Corona-Virus

Wie berichtet mussten die Bewohner des Alten- und Pflegeheims St. Lukas in Bad Feilnbacham Morgen des 1. April evakuiert werden. Nicht nur die Leitung der Einrichtung und zahlreiche Mitarbeiter, sondern auch viele Bewohner waren damals positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Von den 41 verlegten Senioren waren 31 nachweislich infiziert.

Um eine optimale Versorgung sicherzustellen, waren die Bewohner in der Schön Klinik Bad Aibling Harthausen, in der Rheumaklinik Bad Aibling sowie in den beiden Kliniken des Medical Park Bad Feilnbach untergebracht worden.

„Wir hatten im Reithofpark und Blumenhof jeweils 15 Senioren“, berichtet Professor Dr. med. Peter Young, der Ärztliche Direktor vom Reithofpark. „Nach der Einlieferung am 1. April hat sich der Gesundheitsverlauf von allen initial verschlechtert“, rekapituliert er den Krankheitsverlauf der 15 Senioren, die in den letzten fünf Wochen im Reithofpark versorgt wurden.

Ein Patient musste in eine Akutklinik verlegt werden, da sich sein Zustand stark verschlechtert hatte. Bei der Bildgebung waren zudem Veränderungen am Lungengewebe erkennbar geworden. Wie es diesem Patienten geht, ist nicht bekannt, da er in der Akutklinik geblieben ist.

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Alle anderen 14 Senioren sind innerhalb von zwei bis drei Wochen genesen. Trotzdem wurde ihr Gesundheitszustand während ihres gesamten Aufenthaltes im Reithofpark engmaschig kontrolliert. Auch wurde die Corona-Infektion durch mehrere Abstriche beobachtet.

Engmaschige medizinische Versorgung

„Da wir wissen, wie heimtückisch das Coronavirus ist, dass es zu einer schnellen Verschlechterung des Gesundheitszustandes führen kann, fanden nicht nur regelmäßige Visiten statt, sondern wurden auch die Vitalparameter der Patienten mindestens sechsmal am Tag überprüft“, erklärt Young. Dabei werden Blutgaswerte, Sauerstoffkonzentration, Atemfrequenz, Puls und Blutdruck kontrolliert.

Zudem wurden die Patienten von Physio- und Ergotherapeuten mobilisiert. Dazu gehörten unter anderem Spaziergänge und Atemübungen an der frischen Luft. Zwei Patienten mit einer beginnenden Demenz wurden zudem von den Neuropsychologen betreut.

„Die Patienten haben sich bei uns sehr wohlgefühlt, weil sie sich nach ihren eigenen Worten medizinisch und therapeutisch gut umsorgt fühlten“, so Young: „Sehnsucht nach ihrer gewohnten Umgebung im Seniorenheim hatten sie natürlich trotzdem.“

Fünf Senioren sind noch immer positiv

Am Montag wurde erneut ein Corona-Abstrich bei den Senioren gemacht. „Bei zwölf Patienten war er negativ. Sie dürfen jetzt wieder zurück in ihre Seniorenresidenz“, informiert Young. Seit gestern kehren die Patienten der beiden Medical Park Kliniken nun zurück.

Fünf Senioren, die zwar gesund, aber noch immer Träger des Virus‘ sind, werden weiter im Blumenhof betreut. „Dort befindet sich jetzt unsere einzige Corona-Station“, informiert Young. „Der Reithofpark kehrt wieder zum normalen Alltag einer Rehaklink zurück.“

Sankt-Lukas-Geschäftsführer Thomas Kumberger-Anagnostopoulos war gestern bis Redaktionsschluss leider nicht erreichbar, um einen Eindruck davon zu vermitteln, wie das Heim für die Wiedereröffnung vorbereitet wurde, und die Senioren angekommen sind.

Wie das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim informierte, wurden im Vorfeld umfangreiche Desinfektionsmaßnahmen im Haus durchgeführt. Von der Pflegedienstleitung seien Konzepte erarbeitet worden, damit sich die Bewohner im Speisesaal und in den Gemeinschaftsräumen mit ausreichendem Abstand aufhalten können.

Zudem sollen tägliche Symptomvisiten bei Bewohnern und Mitarbeitern stattfinden. Die Intervalle der Kontaktflächenreinigung in den Gemeinschaftsbereichen seien angepasst worden. Ausreichend Schutzausrüstung für das Pflegepersonal sei vorhanden. Die Einrichtung stelle zudem genügend einsatzfähiges Pflegepersonal sicher, verlautete aus dem Gesundheitsamt. Eine Hygieneschulung sei ebenfalls veranlasst worden.

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