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Wechsel in Bad Feilnbacher Verwaltung

Geschäftsleiter Andreas Lukas geht nach Bernau – Helge Dethof übernimmt das Ruder

Führungswechsel in Bad Feilnbach: Andreas Lukas (links) verabschiedet sich nach Bernau. Helge Dethof übernimmt die Geschäftsleitung der Gemeinde.
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Führungswechsel in Bad Feilnbach: Andreas Lukas (links) verabschiedet sich nach Bernau. Helge Dethof übernimmt die Geschäftsleitung der Gemeinde.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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An der Spitze der Bad Feilnbacher Verwaltung gibt es zum 1. Februar einen Wechsel. Der bisherige Bauamtsleiter Helge Dethof übernimmt die Geschäftsleitung von Andreas Lukas, der das Rathaus zum 31. Januar verlässt, um künftig in Bernau das Ruder der Verwaltung zu übernehmen.

Bad Feilnbach – Helge Dethof ist in Bad Feilnbach kein Unbekannter. Schon seit 22 Jahren gehört er zum Team des Rathauses und fällt auf, weil er hochdeutsch spricht. Doch auch wenn er in Mainz geboren wurde, ist er schon lange kein Rheinländer mehr. „Ich fühle mich als echter Bayer, habe die meiste Zeit meines Lebens hier verbracht“, betont er und ergänzt schmunzelnd: „Ich bin mehrsprachig, kann auch bayerisch. Das kommt auf mein Gegenüber an und geht ganz automatisch.“

Von der Bundeswehr in die Verwaltung

Nach seiner Lehre zum Bürokaufmann kam Dethof mit 21 Jahren als Zeitsoldat auf eigenen Wunsch zu den Gebirgspionieren nach Brannenburg, denn er wollte „mal was anderes sehen“. Zu den Auslandseinsätzen hatte er allerdings seine eigene Meinung: „Ich war zu eigensinnig für die Truppe“, sagt er. Nach acht Jahren stieg er aus, holte sein Fachabitur nach und jobbte auf einer Skihütte in der Schweiz. „Ich war Mädchen für alles – Hausmeister, Kellner, Küchenhilfe, habe den Proviant mit dem Schlitten geholt“, erinnert er sich. Bergtauglich kam er 1995 zurück nach Bad Feilnbach, wo er mit seiner Frau und den beiden Söhnen lebt.

Nach seiner Ausbildung zum Verwaltungsbeamten wurd er bei der Regierung von Oberbayern in München eingesetzt. Doch bei der erstbesten Gelegenheit suchte er sich eine Tätigkeit in seiner Heimatgemeinde, denn: „Ich möchte sehen und fühlen, was meine Arbeit bewirkt.“ So kam er 1999 ins Rathaus nach Bad Feilnbach, wo er als einer der ersten „Vorzimmerherren“ begann. Als „rechte Hand“ des damaligen Bürgermeisters Josef Kirner machte er seine Termine und empfing Besucher. „Nur Kaffeekochen konnte ich schon damals nicht“, räumt er ein.

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Seine berufliche Entwicklung war von Qualifizierungen für neue Aufgaben und den gehobenen Dienst begleitet: 2003 kam Dethof ins Einwohnermelde- und Ordnungsamt, später zur Bauleitplanung, 2013 schließlich trat er die Nachfolge von Franz Rieder als Bauamtsleiter an. Die Aufgabe liegt ihm am Herzen: Er hat das integrierte Stadtentwicklungskonzept begleitet – die Entwicklung der Bad Feilnbacher Ortsmitte, die Planungen für ein neues Rathaus, die Zukunftsvisionen für Au, Bauleitplanungen im Gemeindegebiet – und alles mit großer Bürgerbeteiligung. „Das hat mir wirklich Freude gemacht“, sagt er.

Trotzdem wechselt er jetzt „ins Zentrum der Macht“ und übernimmt die Geschäftsleitung. Leicht hat er sich diese Entscheidung nicht gemacht, hat nachgefragt – bei seiner Familie, bei Bürgermeister Anton Wallner, dem Gemeinderat und bei seinem einstigen Mentor Josef Mayr. „Ich wollte den Blick von außen, um reflektieren zu können, ob ich der Richtige dafür bin“, erklärt Dethof. Alle gaben ihm grünes Licht. Und so übernimmt der 54-Jährige ab Dienstag die Verantwortung für mehr als 100 Mitarbeiter in Kernverwaltung, Kindertagesstätten, Schulen, Bauhof und Kläranlagen.

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Er hat intensiv darüber nachgedacht, was ihn erwartet, was er gern ändern würde. „Im Personalrecht bin ich noch nicht fit“, sagt er mit Blick auf kommende Qualifizierungen. „Ich muss die baulichen Scheuklappen ablegen, meinen Blick weiten auf das große Ganze und für allen Themen offen sein.“ Den Rückenwind seines neuen, großen Teams hat er, denn er wertschätzt seinen Kollegen: „Jeder hat in unserer Verwaltung seine Aufgabe, weiß genau, was er zu tun hat und macht das mit großem Fachwissen“, weiß Dethof aus 22 Jahren in der Bad Feilnbacher Verwaltung.

Nun will er die Arbeitsabläufe straffen, unzeitgemäße hierarchische Strukturen aufbrechen, mehr persönliche Verantwortung übertragen, um Kraft und Energie zu sparen. „Wir müssen die vorhandenen Kompetenzen nutzen, damit wir noch effektiver arbeiten können“, sagt er und ergänzt: „Wenn der Gemeinderat und die Bürger erkennen, dass im Rathaus sauber und gewissenhaft gearbeitet wird, schafft das Vertrauen. Dann kann sich das Gremium auf andere Aufgaben konzentrieren und muss sich nicht in Kleinigkeiten verzetteln.“

Wertschätzung ist das A und O

Auf einen Nachfolger im Bauamt wird Dethof noch warten müssen. Zwar laufen die Bewerbungsgespräche, doch vor Juli rechnet er nicht mit der Neubesetzung der Stelle. „Die Mitarbeitergewinnung und -bindung liegt mir sehr am Herzen. Es wird immer schwerer, geeignetes Personal zu finden und zu halten“, so der Verwaltungschef. Deshalb ist es ihm wichtig, dass sich die Menschen in ihrem Arbeitsumfeld in der Gemeinde Bad Feilnbach wohlfühlen und angemessene Wertschätzung erhalten. Auch den Bürgermeister will er stärker entlasten. „Der hat den ganzen Tag so viel zu tun. Da will ich ihm in vielen Bereichen den Rücken freihalten, damit er sich noch mehr den Bürgern widmen kann.“

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