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Zugfahrt München nach Rosenheim

„Du A . . . “ - Fahrscheinkontrolle eines Bad Aiblingers eskaliert völlig und dann ist ein Messer im Spiel

Nach dem eine Fahrscheinkontrolle zwischen einem Bad Aiblinger Fahgast und dem Zugbegleiter eskaliert, ist plötzlich ein Messer im Spiel. (Symbolbild)
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Nach dem eine Fahrscheinkontrolle zwischen einem Bad Aiblinger Fahgast und dem Zugbegleiter eskaliert, ist plötzlich ein Messer im Spiel. (Symbolbild)
  • VonChrista Auer
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Auf der Zugfahrt von München nach Rosenheim geraten ein 19-jähriger Bad Aiblinger und ein Zugbegleiter aneinander. Die Situation gerät außer Kontrolle, weil der junge Mann keinen Fahrschein vorzeigen kann. Doch wie beurteilt das Gericht nun die Vorwürfe?

Bad Aibling/Rosenheim – Am 18. Mai des vergangenen Jahres hatte ein 19-jähriger Bad Aiblinger keinen guten Tag erwischt. Laut Anklage hatte er für seine Zugfahrt von München nach Rosenheim keinen Fahrschein gelöst. Bei der Kontrolle soll er dann im Zug mit dem Zugbegleiter und einem Fahrgast aneinandergeraten sein und falsche Angaben zu seinen Personalien gemacht haben, um so das erhöhte Beförderungsentgelt zu vermeiden. Seinen Ärger soll der Beschuldigte gegenüber dem Zugbegleiter anschließend mit „Hund“ und „Arschloch“ auch noch in der Bahnhofshalle Luft gemacht haben.

Angeklagter räumt Tatvorwürfe ein

Da der junge Mann bereits drei Vorahndungen wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Vermögensdelikten hatte, landete der Fall vor dem Jugendschöffengericht. Der Angeklagte räumte die Tatvorwürfe umfassend ein. Demnach war er zu spät aus der Arbeit gekommen, hatte den Zug gerade noch erwischt aber keine Zeit mehr gehabt, ein Ticket zu lösen.

Im Zug sei die Situation dann hochgekocht, weil während er mit dem Zugbegleiter laut diskutiert habe, ein älterer Herr ein Messer gezogen habe. Im Nachhinein wisse er, dass er sich falsch verhalten habe, so die Erklärung des Angeklagten. Der Zugbegleiter bestätigte den Tatvorwurf der Anklage. Demnach habe der Beschuldigte abhauen wollen, nachdem er falsche Angaben gemacht hatte.

Als er ihn daran gehindert habe, habe der Mann ihn am Oberarm gepackt. Fahrgäste seien ihm dann zu Hilfe gekommen. Ein Fahrgast habe den Beschuldigten bedroht und aufgefordert: „Lass den Zugbegleiter in Ruhe“. In der Bahnhofshalle sei die Situation dann mit einigen Beleidigungen erneut eskaliert. Laut Einschätzung der Jugendgerichtshilfe ist der Angeklagte beruflich nicht integriert.

Arbeitsstellen bisher immer schnell verloren

Da er Arbeitsstellen bisher immer schnell verloren habe, wurde eine Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche durch die Agentur für Arbeit empfohlen. Von seiner Entwicklung her, sei der Angeklagte eher noch einem Jugendlichen gleichzusetzen, deshalb sollte Jugendstrafrecht zur Anwendung kommen.

Aus sozialpädagogischer Sicht lagen Erziehungsmängel, aber keine schädlichen Neigungen vor. Als Ahndung wurde deshalb ein Sozialer Trainingskurs, der Werte und Normen im Gruppenverband vermitteln soll, vorgeschlagen. Sollte das nicht klappen, solle eine Geldbuße verhängt werden. Die Anklagevertretung folgte den Ausführungen und beantragte zudem einen zweiwöchigen Arrest. Der Angeklagte habe ein Geständnis abgelegt und es sei kein großer Schaden entstanden, allerdings habe es bereits einige Aggressionsdelikte und Verfahrenseinstellungen gegeben.

Verteidiger Dr. Frank rückte nochmals die Situation im Zug in den Fokus, die entglitten sei, nachdem ein Fahrgast gleich ein Messer gezogen habe. In der Schalterhalle sei es dann zu einem erneuten Aufeinandertreffen seines Mandanten mit dem Zugbegleiter gekommen.

Dabei habe es sich aber um „Standardbeleidigungen gehandelt, die nicht unterste Schublade waren“. Die Taten von untergeordneter Bedeutung lägen fast ein Jahr zurück. Ein Sozialer Trainingskurs oder alternativ eine Geldbuße von 1000 Euro sei ausreichend.

Gericht sieht Angeklagten „auf schlechten Weg“

Das Jugendschöffengericht sah den Angeklagten auch aufgrund seiner Vorahndungen „auf einem schlechten Weg“ und entschied sich für einen Mix aus den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Der Angeklagte habe diverse Straftaten begangen, aber er habe sich einsichtig gezeigt und es habe sich um keine groben Beleidigungen gehandelt. Der Betrug sei im Versuch steckengeblieben, dennoch müsse dem Angeklagten klar gemacht werden, dass er sich im Rahmen der Rechtsordnung bewegen müsse.

Er stehe an der Grenze zu einer Jugendstrafe, da dürfe strafrechtlich nichts mehr vorkommen, hieß es in der Urteilsbegründung von Richter Dirk Dombrowski.

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