29.500 Puten kommen doch nach Aschhofen – Landratsamt kippt Entscheidung der Gemeinde

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In diesen Putenställen sind seit fünf Wochen 23 500 Truthähne und 6000 Truthennen untergebracht. Hatte der Gemeinderat ursprünglich dagegen gestimmt, musste er jetzt auf Drängen des Landratsamtes zustimmen.
  • vonKathrin Gerlach
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Eigentlich sollten in den Ställen von Aschhofen nicht mehr als 20.000 Puten gehalten werden. Der Bauausschuss der Gemeinde Feldkirchen-Westerham hatte eine Erhöhung des Besatzes abgelehnt. Nun schritt das Landratsamt ein und drohte damit, das gemeindliche Einvernehmen zu ersetzen.

Feldkirchen-Westerham – Das physikalische Gesetz von der Wirkung des längeren Hebels hat im übertragenen Sinn der Feldkirchen-Westerhamer Bauausschuss zu spüren bekommen. Im Rahmen einer Stellungnahme hatte sich das Gremium im Februar dieses Jahres gegen die Erhöhung der Zahl der in diesen Ställen bei Aschhofen untergebrachten Puten ausgesprochen.

Zu den bisher genehmigten 20.000 Truthähnen sollten weitere 3.500 und zudem 6.000 Truthennen dazukommen. Der Bauausschuss begründete damals seine ablehnende Haltung vor allem mit der Geruchsbelästigung, auch in der nicht weit entfernten Ortschaft Unterwertach.

Gutachten ist plausibel

Das Landratsamt Rosenheim schreibt jetzt, dass der Gemeinderat das gemeindliche Einvernehmen nicht versagen darf und will es bei einer weiteren Verweigerung ersetzen.

Die Kreisbehörde schreibt unter anderem, dass der Antragsteller ein plausibles Gutachten vorgelegt hätte, das die genannten Gründe der Ablehnung widerlege. Auszug: „Die Häufigkeit der Geruchsimmissionen betrifft lediglich elf Prozent der Jahresstunden und liegt damit unter den zulässigen 15 Prozent.“

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Und weiter: „Aus unserer Sicht ist das Vorhaben inklusive der Erhöhung der Tierplatzzahlen genehmigungsfähig.“ Aus diesem Grund beabsichtigt das Landratsamt Rosenheim das gemeindliche Einvernehmen zu ersetzen.

Die Mehrheit beugt sich

Diese mehr oder weniger angeordnete Umkehr wollten die Mitglieder des Bauausschusses nicht so ohne Weiteres hinnehmen. Elisabeth Spielmann und Thomas Henties (beide Grüne) bekräftigten ihre Ablehnung mit unmissverständlichen Handzeichen.

Josef Hupfauer (FW Feldolling) meinte, die schon damals reklamierten Geruchsbelästigen bestünden weiterhin, „auch wenn das Landratsamt anderer Meinung ist“.

Die Mehrheit des Gremiums (acht Stimmen) hatte vermutlich den symbolischen längeren Arm des Landrastamtes vor Augen und stimmte der höheren Putenzahl zu.

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