Gemeinde Tuntenhausen auf der Suche nach Grundwasservorkommen

In der Gemeinde ist noch genug Wasser vorhanden, Unser Bild entstand bei einer Besichtigung des Hochbehälters in Schönau. Stache
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In der Gemeinde ist noch genug Wasser vorhanden, Unser Bild entstand bei einer Besichtigung des Hochbehälters in Schönau. Stache
  • vonWerner Stache
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Zur langfristigen Sicherung der öffentlichen Wasserversorgung benötigt die Gemeinde Tuntenhausen laut Wasserwirtschaftsamt Rosenheim ein Gesamtkonzept. Bereits 2019 wurden Maßnahmen zur Erschließung neuer Gewinnungsgebiete eingeleitet. Wie geht es mit der Wasserversorgung weiter?

Tuntenhausen – Bürgermeister Georg Weigl (CSU/FWG/PF Schönau) ging auf die aktuelle Situation ein und betonte, dass das Wasser ein hohes Gut sei, das alle brauchen.

Etwa die Hälfte des Wassers kommt aus der gemeindlichen Versorgung (circa 55 Prozent), der Rest von den drei Wasserbeschaffungsverbänden Schönau-Biberg, Antersberg/Voglried sowie Ostermünchen und Umgebung.

Einteilung auch aus praktischen Gründen

Das Versorgungsgebiet der Gemeinde erstreckt sich von den Grenzen im Nord-Westen (Hohenthann) bis zu denen im Süden (Maxlrain) und im Nord-Osten (Dettendorf). Die Gemeinde versorgt zudem noch Orte im Gemeindegebiet Emmering (Kronau, Angelsbruck, Ried) und in der Stadt Bad Aibling (Wilpasing).

„Diese Versorgung außerhalb der Gemeindegrenze kommt teils aus der Zeit vor derGebietsreform oder entstand aus praktischen Gründen“, erklärte Weigl.

Pro Tag verbraucht die Kommune im Bereich der gemeindlichen Versorgung rund 825 000 Liter Wasser – im gesamten Gemeindegebiet ist es in etwa das Doppelte.

Im Rahmen des Wasserrechtsverfahrens für die Genehmigung zur Grundwasserentnahme aus dem Brunnen Eichberg, welche am 31. Dezember 2020 abläuft, fordert das Landratsamt Rosenheim nun ebenfalls ein derartiges Konzept. Weigl informierte die Räte, dass für die Erteilung einer Genehmigung zur Förderung von Grundwasser die vermuteten Grundwasserfließrichtungen und die erforderlichen Schutzgebiete berücksichtigt werden.

Probebohrungen abgeschlossen

„Wir haben im vergangenen Jahr bereits Maßnahmen zur Erschließung neuer Gewinnungsgebiete eingeleitet“, meinte Weigl und verwies auf geophysikalische Untersuchungen. Mit dieser Methode können bei eventuell vorhandenen Kiesschichten im Untergrund erste Hinweise auf mögliche Grundwasservorkommen angezeigt werden.

So wurde 2019 in der Folge auch bei Schmidhausen eine Probebohrung erfolgreich abgeschlossen. Vier Ingenieurbüros wurden dabei von der Gemeinde eingeschaltet. Dabei sticht das Ingenieurbüro IGWU aus Markt Schwaben mit einer Kosten Schätzung von 27 500 Euro heraus, weil dieses in der Vergangenheit bereits mehrfach Antragsunterlagen für Wasserrechtsverfahren ausgefertigt hat.

„Das Büro hat somit schon einen Großteil der notwendigen Informationen“, betonte Helga Schesser vom Bauamt. Um den finanziellen Aufwand in Grenzen zu halten plädierte die Verwaltung, den Auftrag der Markt Schwabener Firma zu erteilen.

Was passiert mit Brunnen Eichberg?

Johannes Lechner (CSU/FWG) interessierte, was mit dem Brunnen Eichbergnach dem 31. Dezember geschieht. Nach Worten des Bürgermeisters sei hier von einer weiteren Verlängerung auf ein oder zwei Jahre auszugehen, zumal dieser noch in einem Topzustand sei. „Was geschieht, wenn wir keine neuen Brunnen finden?“, fragte Maria Breuer (UW Ostermünchen). Weigl beruhigte die Räte: „Die Wasserversorgung unserer Gemeinde ist auch bei einem Brunnen weniger nicht gefährdet.“ Nach seinen Worten ist noch genügend Luft. Zudem bestehen Notverbünde mit Nachbargemeinden.

Viele Fragen der Räte bezogen sich auch auf neue Schutzgebiete und deren Folgen für die Landwirtschaft.

Einschränkungen sind gering

Auch hier beruhigte Weigl: „Die Einschränkungen in der Schutzzone III sind sehr gering“, meinte er. Auch Fragen zu den Nitratwerten kamen auf. Hier liegt die Gemeinde nach den Aussagen des Bürgermeisters deutlich unter den Grenzwerten.

Und: Die Wasserversorgung der gesamten Gemeinde hatte in diesem und in den vergangenen trockenen Jahren keine Versorgungsprobleme.

Die Pegel in den Brunnen seien nur unwesentliche gefallen, so Weigl.

Auftrag geht nach Markt Schwaben

Basierend auf der Kostenschätzung vom 30. Mai 2019 erhielt das Ingenieurbüro für Grundwasser und Umweltfragen, IGWU GmbH, Markt Schwaben, einstimmig den Auftrag zur Erstellung eines Wasserversorgungskonzeptes für die öffentliche Wasserversorgung der Gemeinde Tuntenhausen.

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