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"Gemeinde sollte ihre Bürger schützen"

Kleckern statt Klotzen - mit diesen Worten könnte man den Vorschlag des Arbeitskreises "Zukunftsfähige Kommunikationstechnologien" grob umschreiben. Er will die in Deutschland erlaubten Grenzwerte für den Mobilfunk in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham nach unten setzen, um Bürger vor Elektrosmog zu schützen - und das gleich um das 10000- bis 100000-Fache.

Feldkirchen-Westerham - Sie sind überall. Ihnen zu entgehen: nahezu unmöglich. Eigentlich sollen Mobilfunkstrahlen das Leben bequemer und einfacher machen. So gibt es Studien, die besagen, dass sie keinerlei negative Auswirkungen auf das menschliche Befinden haben. Es gibt aber auch Studien, die besagen, dass die allgegenwärtige Strahlung gesundheitsschädlich ist.

"Eines vorweg", sagte Theo Schneider vom Arbeitskreis "Zukunftsfähige Kommunikationstechnologien" in seinem Bericht im Umweltausschuss: "Ich bin kein Mobilfunkgegner."

Schneider ist aber der Meinung, dass die in Deutschland erlaubten Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung um ein Vielfaches höher seien als nötig - und der Elektrosmog die Bürger somit mehr belaste, als notwendig. "Die Gemeinde sollte hier ihre Bürger schützen."

Und sie kann es auch, ist sich Schneider sicher. Städte und Gemeinden, wie etwa Salzburg oder Weyarn, hätten es ja bereits vorgemacht. Weyarn hat die erlaubten Werte im Gemeindegebiet im Faktor 1:10000 unter den Deutschen Grenzwerten angesiedelt. Nirgendwo werden hier die so genannten Vorsorgewerte überschritten.

"Runter mit den Grenzwerten!", das fordert also nun auch der Arbeitskreis "Zukunftsfähige Kommunikationstechnologien" für das Gemeindegebiet Feldkirchen-Westerham. Schließlich gibt es Schneider zufolge zahlreiche seriöse Studien, die belegen: "Die Strahlen bergen Gefahren. Und wenn es Strahlen gibt, von denen die ganze Bevölkerung betroffen ist, sollte man an Verbesserungen arbeiten."

Deshalb hat sich Feldkirchen-Westerham jetzt selbst Hausaufgaben aufgegeben: Die Verwaltung solle sich in Weyarn erkundigen, wie man dort genau vorgegangen sei, gab Bürgermeister Bernhard Schweiger das weitere Vorgehen vor.

"Zudem soll sich der Arbeitskreis tiefer in die Thematik einarbeiten. Sollte der Arbeitskreis dabei einen gangbaren Weg für die Gemeinde finden, ist das eine gute Sache", findet Schweiger.

Zumal die aktuellen Vorschriften ohnehin ungeschickt gewählt sind - sagt Helmut Schulte, ebenfalls Mitglied des Arbeitskreises: "Die in Deutschland geltenden Grenzwerte sind völlig unsinnig. Sie schützen uns nicht."

Auf Rückfragen aus dem Gremium betonten Schulte und Schneider, dass auch mit geringeren Strahlungswerten das Telefonieren mit dem Handy problemlos möglich sei. Die geforderte Reduzierung würde wohl nicht die Qualität des Funknetzes beeinflussen, sondern sich "nur" positiv auf die Gesundheit der Bürger auswirken.

Die bezweifelte Georg Schnitzenbaumer (FWG): "Bei uns im Außenbereich Wertach reicht die Verbindung jetzt schon nicht", gab er zu bedenken. Da habe man eher das Problem von Funklöchern. "Man geht um die Ecke, und plötzlich ist der Empfang weg", so Schnitzenbaumer. Bei geringerer Strahlung könnten also mehr Mobilfunkmasten nötig werden, um Funklöcher zu vermeiden.

Sollte sich die Gemeinde für eine Reduzierung der Grenzwerte entscheiden, kommen zusätzliche Hausaufgaben auf die Mobilfunkbetreiber zu. Schließlich müssen diese die Grenzwerte einhalten.