Bilanz

Gemeinde Feldkirchen-Westerham spart 438.000 Kilowattstunden Strom ein

Eine Fotovoltaikanlage befindet sich unter anderem auf der Mittelschule in Feldkirchen-Westerham.
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Eine Fotovoltaikanlage befindet sich unter anderem auf der Mittelschule in Feldkirchen-Westerham.
  • Ines Weinzierl
    vonInes Weinzierl
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Energie von gemeindlichen Gebäuden einsparen: Das war das Ziel des Energie-Effizienz-Netzwerks Südbayern – an dem auch die Gemeinde Feldkirchen-Westerham neben anderen Kommunen teilgenommen hat. Jetzt fand die Abschlussveranstaltung des dreijährigen Projektes virtuell statt.

Feldkirchen-Westerham – Die Zahlen für die Gemeinde können sich sehen lassen. Insgesamt konnte die Gemeinde Feldkirchen-Westerham 438 Megawattstunden pro Jahr bei kommunalen Gebäuden einsparen. Das heißt 438 000 Kilowattstunden. Zum Vergleich: „Eine vierköpfige Familie verbraucht im Jahr etwa 4000 Kilowattstunden“, erklärt Ulrike Modlinger, Klimaschutzmanagerin der Gemeinde.

Kommunale Gebäude analysiert

Die Zielsetzung der Gemeinde lag zu Beginn des Projektes 2018 bei 187 Megawattstunden. „Jetzt haben wir mehr als doppelt so viel eingespart“, sagt Modlinger. Ziel war es, zwölf Prozent der elektrischen Energie und sieben Prozent der thermischen Energie einzusparen. Erreicht hat die Gemeinde 22 Prozent bei der elektrischen und 18 Prozent bei der thermischen Energie.

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Aber wie konnte das erreicht werden? Zu Beginn des dreijährigen Projektes wurden zehn kommunale Gebäude untersucht – auf Herz und Nieren geprüft quasi. Dazu zählten beispielsweise das Rathaus, die Grund- und Mittelschule in Feldkirchen, das Kultur- und Sportzentrum, die Mangfallhalle sowie einige Feuerwehren und Kindergärten.

In Zusammenarbeit mit der Hochschule Rosenheim wurden vor Ort Termine gemacht und so habe man sich in den Gebäuden beispielsweise die Heizungen, die Fenster, die Belüftungen und die Leitungen angeschaut. „Daraufhin wurde ein Maßnahmenkonzept erstellt. Was verbessert werden kann.“

Fotovoltaikanlage auf Rathaus erweitert

Ein Beispiel: Zu Beginn des Projektes war ein Teil des Rathauses mit einer zehn Kilowatt-Peak Fotovoltaikanlage ausgestattet. Die Anlage wurde jetzt erweitert: Weitere 10 Kilowatt-Peak sind hinzugekommen. Und noch eine weitere Anlage soll auf dem Satteldach folgen, erklärt Modlinger. Dafür seien bereits 30 000 Euro im Haushalt eingestellt.

Des Weiteren wurde auch beim Klärwerk die Effizienz gesteigert. Modlinger erklärt: „Es wurde eine Mikrogasturbine eingebaut – sie verarbeitet Wärme und erzeugt Strom. Von dort gelangt die Wärme auch zum Bauhof, so die Klimaschutzmanagerin.

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Zudem stellt die Gemeinde die Beleuchtung auf LED um –  binnen fünf Jahren sollten die Leuchtmittel ausgetauscht werden. Schon 2021 soll das LED-Projekt in der kompletten Kommune abgeschlossen sein.

Die Gemeinde erhebt auch die energetischen Daten der Gebäude. Und das seit zehn Jahren – so habe man einen Vergleich: „Durch die Aktualisierung der Daten kann die Gemeinde zwischenzeitlich auf eine zehnjährige Messreihe zurückblicken, die wichtige Hinweise zu den jeweiligen kommunalen Gebäuden gibt“, so die Klimaschutzmanagerin der Gemeinde.

Und wie geht es weiter in puncto Einsparungen? „Es geht weiter, das steht fest. Aber über die anstehenden Projekte kann ich jetzt noch nichts sagen.“

Grundsatzbeschluss zum stärkeren Kimaschutz mit 14:0 Stimmen verabschiedet

• Einen Grundsatzbeschluss zum Klimaschutz hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit 14:10 Stimmen gefasst. In Anlehnung an das Bayerische Naturschutzgesetz, welches die Kommunen auffordert, Vorbildfunktion beim Klimaschutz wahrzunehmen, bekennt sich der Feldkirchen-Westerhamer Gemeinderat zu dem Ziel der Klimakonferenz von Paris, die globale Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zustand zu begrenzen.

• Um den Beitrag der Gemeinde zur Erreichung dieser Ziele zu leisten, erkennt der Gemeinderat an, dass dazu größere Anstrengungen erforderlich sind. Deshalb will er bei all seine künftigen Entscheidungen deren Auswirkungen auf das Klima sowie ihre ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit prüfen. Gleichzeitig verpflichtet sich der Gemeinderat dazu, bei seinen Entscheidungen Lösungen zu bevorzugen, die sich positiv auf Klima-, Umwelt- und Artenschutz auswirken. Die Gemeinde will eine Vorbildfunktion beim Klimaschutz wahrnehmen.

Um das Ziel der klimaneutralen Gemeinde zu erreichen, hat der Umweltausschuss einstimmig beschlossen, das Umweltmanagementsystem „European Energy Award“ einzuführen. Die entsprechenden Haushaltsmittel sollen dafür in den Haushalt der nächsten Jahre eingestellt werden. Auf der Basis des bestehenden Energiekonzeptes soll eine CO2-Bilanzierung erstellt werden, um beurteilen zu können, wo noch intensivere Maßnahmen im Klimaschutz erfolgen müssen. Die Kosten von circa 7000 Euro sind in den Haushalt einzustellen. Ebenso die Kosten für ein geeignetes Softwareprogramm.

• Der Gemeinderat hat die Verwaltung mit 21:3 Stimmen beauftragt, ein Konzept für die Sanierung von gemeindlichen Gebäuden zu erstellen und dem Gemeinderat zur Entscheidung bis Ende des zweiten Quartals 2021 vorzulegen.

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