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AMTSGERICHT ROSENHEIM

425.000 Euro im Auto und keine Ahnung? Angeklagter tischt Polizei abenteuerliche Story auf

32 Pakete prall gefüllt mit Geldscheinen im Wert von insgesamt 425000 Euro entdeckten Schleierfahnder im Fahrzeug eines 68-jährigen Ukrainers.
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32 Pakete prall gefüllt mit Geldscheinen im Wert von insgesamt 425000 Euro entdeckten Schleierfahnder im Fahrzeug eines 68-jährigen Ukrainers.
  • VonTheo Auer
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Wie eine Geschichte aus einem Mafia-Krimi mutet die Story an, die ein 68-jähriger Ukrainer der Grenzpolizei in Raubling auftischte. So wollte er nichts von den 425.000 Euro wissen, die in seinem Auto schmuggelte. Er ist wieder auf freiem Fuß, das Geld und sein Auto aber wurden beschlagnahmt.

Bad Feilnbach – Die Beamten der Schleierfahndung hatten ihn am 10. September in seinem VW Phaeton mit Berliner Kennzeichen auf dem Parkplatz „Eulenauer Filze“ an der Bundesautobahn A 8 kontrolliert und dabei unter dem hinteren Nummernschild ein spezielles Versteck entdeckt. Darin fanden sie zu ihrem Erstaunen 32 Pakete prall gefüllt mit Geldscheinen – insgesamt 425 000 Euro.

Ahnungslos als Kurier unterwegs

Der Fahrer will davon angeblich keine Ahnung gehabt haben. Er gab an, er sollte den Wagen lediglich nach Affi in der Nähe des Gardasees bringen, ihn dort samt Autoschlüssel auf dem Parkplatz eines großen Einkaufszentrums abstellen, ein Stück spazieren gehen, das Fahrzeug nach einer Stunde wieder abholen und nach Berlin zurückfahren. Das hatte er drei Tage zuvor schon einmal genau so praktiziert. Dazu angeheuert habe ihn schon Monate zuvor ein „Alexander“ aus Odessa, einer Hafenstadt am Schwarzen Meer im Süden der Ukraine. Per Post habe er seine Papiere angefordert, um ein Fahrzeug auf ihn zuzulassen.

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Einige Tage später sei das Fahrzeug mit den nötigen Papieren auch tatsächlich vor seiner Wohnung abgestellt worden – mit der Instruktion, damit nach Italien zu fahren. Die Entlohnung für die Fahrt habe er dann in seiner Post vorgefunden. Persönlichen Kontakt habe er – außer mit Alexander in Odessa – niemals gehabt. Da auf den Geldpaketen zwar unbekannte Spuren, nicht aber die Fingerabdrücke des Ukrainers zu finden waren, und der Transport von Geld als solcher nicht strafbar ist, wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt.

Beteiligung an Geldwäsche nicht nachweisbar

Da die Beteiligung des 68-jährigen Ukrainers an der offensichtlichen Geldwäsche nicht nachweisbar war, musste das Verfahren gegen ihn eingestellt werden. Das Geld – immerhin 425.000 Euro – und das Fahrzeug wurden sichergestellt. Nun forderte ein Anwalt aus Berlin vor dem Amtsgericht Rosenheim die Herausgabe des Pkw, der einen geschätzten Zeitwert von 20 000 Euro hat. Er argumentierte, sein Mandant habe als Fahrer keine Straftat begangen, damit sei die Einziehung des Autos nicht rechtmäßig.

Doch ganz so einfach ist es nun auch wieder nicht: Der Vorsitzende Richter Christian Merkel machte ihm klar, dass er nun mit zweierlei Problemen zu kämpfen habe. Zum einen war der Fahrer zwar als Halter eingetragen, aber nicht als Eigentümer ausgewiesen.

Hintermännern noch auf der Spur

Zum anderen hatte sich der Ukrainer bei seiner Einvernahme mit seiner Unterschrift mit der ersatzlosen Einziehung des Wagens einverstanden erklärt. Das Geld gehörte ihm ohnehin nicht – somit fällt es als Material einer Geldwäsche-Straftat dem Staat anheim. Ein Besitzer hatte sich aus nachvollziehbaren Gründen auch nicht gemeldet. Über den Pkw wurde noch nicht entschieden, weil man nun hofft, den wirklichen Käufer, damit Eigentümer und möglichen Drahtzieher der Geldwäsche ausfindig zu machen.

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