Beschluss im Gemeinderat

Gegen den Fachkräftemangel: Gemeinde Tuntenhausen zahlt anteilig für Kita-Praktikanten

Der KITA-Verbund St. Johann Baptist, zu dem auch die Kindertagesstätte „Klostermäuse“ in Beyharting gehört, stellte den Antrag – der Gemeinderat stimmte geschlossen zu.
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Der KITA-Verbund St. Johann Baptist, zu dem auch die Kindertagesstätte „Klostermäuse“ in Beyharting gehört, stellte den Antrag – der Gemeinderat stimmte geschlossen zu.
  • vonWerner Stache
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Die Gemeinde Tuntenhausen übernimmt künftig die Kosten für Praktikanten an den fünf Kindertageseinrichtungen im Gemeindegebiet. Das hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen.

Tuntenhausen – Ausgangspunkt war ein Antrag des KITA-Verbundes St. Johann Baptist Beyharting auf anteilige Kostenübernahme für die Beschäftigung eines Praktikanten im Rahmen des Sozialpädagogischen Seminars (SPS) und eines Berufspraktikanten durch die Gemeinde Tuntenhausen.

Gegen den Fachkräftemangel

Der Verbund möchte dadurch eine bessere Planungssicherheit haben und zudem dem bestehenden Fachkräftemangel entgegenwirken. Bürgermeister Georg Weigl (CSU/FWG) begrüßt dies, denn „die Praktikanten bleiben dann auch oftmals bei uns in den Einrichtungen“. Wie Weigl erläuterte, erkläre sich die Gemeinde in der freiwilligen kommunalen Leistung bereit, in jedem Jahr pro Kindertagesstätte für die Beschäftigung eines SPS-Praktikanten einen Kostenanteil von 50 Prozent oder bei einem Berufspraktikanten einen Kostenanteil von 25 Prozent zu übernehmen.

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Derzeit ist also mit folgenden Kosten zu rechnen: Ein SPS- Praktikant in Vollzeit erhalte 9400 Euro – 50 Prozent davon sind 4700 Euro. Ein Berufspraktikant in Vollzeit bekomme 23 700 Euro – 25 Prozent davon sind also etwa 6000 Euro.

Wichtig ist dabei auch ein Fakt: Berufspraktikanten zählen als Ergänzungskräfte und werden im Anstellungsschlüssel mit angerechnet. „Das ist sinnvoll“, so Weigl.

Maria Breuer (UW Ostermünchen) wollte noch wissen, wie es momentan ausschaue, nachdem das Betreuungsjahr 2020/21 bereits angelaufen sei. Da aktuell noch kein Praktikant eingestellt sei, spiele das Thema laut Weigl allerdings noch keine Rolle.

Künftig fünf Kitas im Gemeindegebiet

So war der Weg frei für eine einstimmige Entscheidung. Die Gemeinde erklärte sich bereit, ab dem Betreuungsjahr 2020/2021 in jedem Jahr pro Kindertageseinrichtung für die Beschäftigung eines SPS-Praktikanten die geforderten Kosten zu übernehmen. Sollten die fünf Einrichtungen also je zwei Praktikanten haben, kämen maximal etwa 50 000 Euro jährlich auf die Gemeinde Tuntenhausen zu, erklärte Weigl.

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Diese freiwillige kommunale Leistung soll für alle fünf Einrichtungen in der Gemeinde – vorerst befristet auf drei Jahre – gelten. Dazu gehören das Katholisches Haus für Kinder „Klostermäuse“ Beyharting, der Katholische Kindergarten in Ostermünchen, das im September dieses Jahres ans Netz gehende Katholische Kinderhaus in Tuntenhausen, der Waldkindergarten Nano Tuntenhausen und das gemeindliche Kinderhaus „Purzelbaum“ in Hohenthann.

Die Träger der Einrichtungen sind dabei dazu angehalten, vor Beginn eines jeden Betreuungsjahres der Gemeinde die Beschäftigung von Praktikanten zu melden. Ebenso ist am Ende des Betreuungsjahres die Kostenrechnung zeitnah an die Gemeinde zu übermitteln.

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