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Gutes Tourismus-Jahr 2022 – Ärger über Perspektive 2023

„Gefahrenlage bleibt brisant“ – Wie übersteht Bad Aiblings Tourismus die kommende Krise?

Bad Aiblings Kurdirektor Thomas Jahn blickt auf das vergangene Tourismus-Jahr. Das Bild stammt aus 2021.
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Bad Aiblings Kurdirektor Thomas Jahn.
  • Nicolas Bettinger
    VonNicolas Bettinger
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Werden sich Gäste bald kein Hotelzimmer oder den Besuch im Restaurant mehr leisten können? In Bad Aibling spricht man nach den schweren Corona-Jahren in 2022 zwar von einer guten Situation für den Tourismus. Doch die Energiekrise sorgt für neue Herausforderungen, weshalb im neuen Jahr viele Betriebe in Schieflage geraten könnten.

Bad Aibling – „Das Problem ist nicht dieses, sondern das nächste Jahr“, sagt Bad Aiblings Kurdirektor Thomas Jahn, der derzeit kaum eine ruhige Minute zwischen Terminen, wichtigen Gesprächen und einem voll beladenen Schreibtisch findet. Denn der Tourismus erlebt besondere Zeiten.

Kaum spricht niemand mehr von den Nachwirkungen der Corona-Pandemie, wartet mit der Energiekrise die nächste große Herausforderung. Doch welche Rolle spielt das für Hotellerie und Gastronomie? Antworten liefert Thomas Jahn, der die vergangenen Monate bilanziert, die aktuelle Lage beschreibt und verärgert auf die Perspektive 2023 blickt.

Aib-Kur mit positivem Jahresabschluss 2021

Doch der Reihe nach: Als Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) während der Stadtratssitzung den Jahresabschluss der Aib-Kur ansprach, wirkte Thomas Jahn sichtlich erleichtert. Dabei ging es um das vergangene Jahr. Die Aib-Kur schließt 2021 mit einem Jahresüberschuss von über 30 000 Euro, was angesichts der Herausforderungen ein „sehr schönes Ergebnis“ sei.

Durch die Corona-Pandemie, so der Kurdirektor, hätte man einen deutlichen Mehraufwand als geplant aufbringen müssen. „Gleichzeitig sind uns dafür die ein oder anderen Einsparungen gelungen“, erklärt er.

Dazu gehörten etwa geringere Personalkosten (bei der Frage nach Kurzarbeit), Einsparungen durch abgesagte Veranstaltungen oder weniger Ausgaben für Werbung. Positiv hervorzuheben sei das Parkfest, dass im Jahr 2021 trotz Corona-Hürden und großem Aufwand fast 2000 Besucher anlockte, so Jahn.

„Aus touristischer Perspektive war und ist das ein gutes Jahr“

Nicht verschweigen könne man jedoch beispielsweise auch die deutlich niedrigen Übernachtungszahlen im vergangenen Jahr (186 612). Doch wie sieht es in diesem Jahr aus? Geht die Tendenz in 2022 wieder nach oben? „Aus touristischer Perspektive war und ist das ein gutes Jahr“, macht Jahn deutlich. Dass auch weiterhin noch Übernachtungen fehlen, sei mit dem Hochwassereinbruch zu begründen, den die Reha-Klinik Wendelstein erlitt.

„In Hotels und Ferienhäusern ist die Auslastung aber gut bis sehr gut“, betont der Kurdirektor. Die bisherigen Übernachtungszahlen zu vergleichen hätte dennoch wenig Aussagekraft, da zum einen noch wesentliche Wochen bis Jahresende fehlten.

Zum anderen seien die Werte mit vergangenen Jahren schwer abgleichbar, da die veränderte Kurbeitragspflicht neue Rahmenbedingungen geschaffen habe. Seit 2020 zahlen Gäste nämlich bereits ab der ersten Übernachtung den Kurbeitrag von 2,50 Euro. Zudem gilt dies nun für das gesamte Stadtgebiet (zuvor gehörten Ortsteile wie Willing oder Mietraching nicht dazu). „Unterm Strich aber ist die Situation in diesem Jahr wirklich gut, die Betriebe sind zufrieden.

Tourismus-Referent spricht von „seidenem Faden“

Ins gleiche Horn bläst Bad Aiblings Referent für Wirtschaft und Tourismus Dr. Thomas Geppert, gleichzeitig auch Landesgeschäftsführer des Bayersichen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga. Er zeigte sich gegenüber den OVB-Heimatzeitungen „sehr zuversichtlich“.

Natürlich hätte die Hotellerie und Gastronomie auch weiterhin mit großen Herausforderungen zu kämpfen, etwa durch die erhöhten Energiepreise.

Auch ein Umsatzrückgang sei in manchen Bereichen infolge einer gewissen Konsumzurückhaltung zu verzeichnen. „Die Gefahrenlage bleibt deshalb natürlich äußerst brisant“, erklärt Dr. Geppert. Für Bad Aibling sehe er jedoch gute Voraussetzungen für einen stabilen Tourismus. „Die Gegend ist schön, die Stadt hat viel zu bieten und das schätzen die Menschen auch weiterhin.“

Man nehme also wieder Schwung auf, der Sommer sei gut gelaufen und auch die Nachfrage habe die Erwartungen erfüllt. Geppert weiß jedoch auch: „Es hängt weiterhin am seidenen Faden.“ Er hofft deshalb auf klare Rahmenbedingungen seitens der Regierung, damit die Energiekosten bezahlbar bleiben. Denn: „Wenn die Betriebe die Energie nicht mehr zahlen können, geraten sie in eine Schieflage.“

Schwierigkeiten gerade für Kliniken

Und genau diese Perspektive ärgert auch Kurdirektor Jahn. „Wir wissen, dass wir nichts wissen“, bemängelt er fehlende Vorgaben der Regierung, die eine Planbarkeit zulassen würden. Noch immer fehlten etwa Rahmenbedingungen für einen Gas- und Strompreisdeckel. Die Zahlen der Energieversorger seien „unfassbar“ und für Betriebe dauerhaft nicht bezahlbar. Sowohl Betriebe als auch Gäste müssten aber wissen, wie viel sie künftig zahlen müssen.

Während Gastronomen und Hoteliers auf hohe Energiekosten zumindest zum Teil mit eigenen Preissteigerungen reagieren könnten, fehle den Kliniken diese Möglichkeit völlig. Jahn sieht für sie „enorme Schwierigkeiten“ und erklärt: „Im OP kann man nicht einfach den Strom abschalten oder im Patientenzimmer die Heizung ausmachen.“ Gerade Bad Aibling mit zahlreichen Fachkliniken und einem Akutkrankenhaus stehe hier vor einer gewaltigen „Drohkulisse“.

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