Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


ÖFFNUNG DER AUSSENGASTRONOMIE

Gastronomen aus dem Mangfalltal bewerten Öffnungen ab dem 20. Mai unterschiedlich

Ein eigenes Schnelltestmobil steht nun vor dem Biergarten des Bräustüberls Maxlrain für die Gäste bereit. Stolz präsentieren die „Wirtsbuam“, Florian Geiger und Patrick Senger ( von links ), ihre neueste Errungenschaft.
+
Ein eigenes Schnelltestmobil steht nun vor dem Biergarten des Bräustüberls in Maxlrain für die Gäste bereit. Stolz präsentieren die „Wirtsbuam“ Florian Geiger und Patrick Senger ( von links ) ihre neueste Errungenschaft.

Ab Donnerstag (20. Mai) darf die Außengastronomie im Landkreis Rosenheim wieder öffnen. Die Gastronomen sind dazu unterschiedlich eingestellt, nicht alle öffnen ihr Lokal.

Paula Trautmann

Bad Aibling – „Das ist ein riesen Tohuwabohu“, sagt Florian Geiger, Wirt vom Bräustüberl und der Schlosswirtschaft in Maxlrain. Manche seiner Kollegen hätten sogar gedacht, dass sie am Mittwoch schon öffnen könnten. Die Inzidenz muss jedoch sieben Tage unter 100 sein, erst am achten Tag dürfen sie Gäste wieder bewirten – also am Donnerstag. In Maxlrain ist der Biergarten schon so gut wie hergerichtet. Nur die Regeln müssten noch ausgedruckt werden. „Wir sind zwar froh, dass wir aufmachen dürfen, aber wir trauen dem Frieden nicht richtig“, meint Geiger. Es bestehe ein Risiko, weil die Öffnung an die Inzidenz gebunden sei.

Das Wetter besorgt die Gastronomen

Auch Douglas Tovazzi, Inhaber des Landhauses Weihenlinden, beklagt die Planungsunsicherheit: „Die Öffnung ist theoretisch gut, aber es ist einfach nicht praktikabel“. Sein Restaurant bleibe deshalb vorerst geschlossen, bis die Zahlen stabil seien. Diese wolle der Gastronom abwarten, da das „Spielchen“ mit der schnellen Öffnung und Schließung bereits vergangenes Jahr schwierig gewesen sei.

Das könnte Sie auch interessieren: Wie sich die Inntaler Gastwirte auf die Öffnung der Außengastronomie vorbereiten

„Der Bund muss eine inzidenzunabhängige Öffnung ermöglichen“, sagt Thomas Geppert, Landesgeschäftsführer des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands. Eine aktuelle Dehoga-Studie ergab, dass 75,3 Prozent der Betriebe die Öffnung für Genesene, Geimpfte und negativ Getestete fordern – unabhängig von der Inzidenz. „Das würde das Hauptproblem lösen“, meint Gastronom Tovazzi, doch: „Würden Sie sich bei so einem Wetter in den Biergarten setzten?“

Das Wetter besorgt auch Rainer Lechner vom Aschbacher Hof in Feldkirchen-Westerham. Sein Team und er bereiten das Restaurant und Hotel zwar auf die Öffnung vor, planen die Karte und putzen das Haus, trotzdem wisse er nicht, ob er wirklich öffnen könne.

Gastronomen fürchten Verluste

„Bei diesen Wetteraussichten ist das ein Eiertanz“, sagt der Inhaber. Bei starkem Regen oder Wind würde er auf den Kosten sitzenbleiben, weil er seine Gäste nicht in die Gaststube bitten dürfe. Lechner versteht nicht, weshalb er den Innenbereich trotz eines Hygienekonzeptes nicht öffnen darf. Er betont: „Das ist sehr schade und bitter.“

Francesco Pace, Inhaber des Bad Aiblinger Restaurants „Nuovo Firenze“ hat das gleiche Problem. Sei das Essen der Gäste fertig, wenn es regne, sei er in einer schwierigen Situation, denn: „Wer zahlt das Essen dann?“, fragt der Gastronom. Er hat Angst, dass ihm die Gäste dann davonlaufen.

Alles wie immer, nur mit Test

Dennoch öffnet Pace sein Restaurant am Donnerstag, 20. Mai. Momentan sei er deshalb mit dem Einkauf beschäftigt: Essen und Getränke besorgen. Alles andere sei schon bereit, „wie früher, nur mit Test“. Der Gastronom freut sich auf seine Gäste, auch wenn seine Terrasse klein sei. Reservierungen seien schon einige eingegangen, auch Nachfragen bezüglich der Tests. „Die Gäste sind unsicher“, sagt Inhaber Pace.

Gäste sind verunsichert

Dass die Menschen zurückhaltender sind, wurde auch im Bräustüberl Maxrain festgestellt. Es hätten zwar einige Personen reserviert, aber nicht so viele wie im vergangenen Jahr um dieselbe Zeit. „Da hatten wir eine Flut an Reservierungen“, sagt Wirt Geiger.

Im italienischen Restaurant Giuseppe in Kolbermoor unterscheidet sich die Situation vollkommen. Die Assistentin von Geschäftsführer Giuseppe Tedesco habe ihm eine „freudige Nachricht“ überbracht: Bis Montag Abend seien per Mail bereits 276 Reservierungsanfragen eingegangen. „Das ist der Wahnsinn, die Gastronomie wird boomen“, sagt der 40-Jährige.

Tischlein deck dich: Im italienischen Restaurant „Giuseppe“ in Kolbermoor laufen die Vorbereitungen.

Lesen Sie auch: Neue Corona-Regeln gelten: Biergärten in München dürfen öffnen

Um alle Gäste unterzubringen, sei die Überdachung im Außenbereich des italienischen Restaurants vergrößert worden. Statt der bislang 230 könnten dort nun 300 Personen bedient werden. Zusätzlich seien Heizstrahler angebracht, neue Stühle gekauft und mehr vegane und vegetarische Gerichte in die Karte aufgenommen worden. „Das ist im Trend“, sagt Tedesco. Sein Team habe sich bemüht, die vergangenen Monate so gut wie möglich zu nutzen.

Auch das Bräustüberl in Maxlrain will seinen Gästen eine gute Zeit ermöglichen. Damit sie nicht frieren müssen, wurden Heizstrahler angebracht. Trocken sei es dort ebenfalls, denn Biergarten-Besucher werden mit Schirmen vor dem Regen geschützt.

Kostenlose Tests bei Giuseppe und im Bräustüberl Maxlrain

Bevor die Gäste an ihren Tisch gebracht werden, müssen sie Tests, Impfpässe oder die Bestätigung für Genesene vorzeigen. Alternativ können sich Besucher aber auch vor Ort testen lassen. Vor dem Bräustüberl Maxlrain gibt es sogar ein kostenloses Schnelltestmobil. Und auch bei Giuseppe in Kolbermoor sind die Tests kostenlos. „Vier Euro sind einfach zu viel“, sagt Geschäftsführer Tedesco. So viel kostet ein Test durchschnittlich. Die Kontaktverfolgung erfolgt bei Giuseppe über die App „Luca“. So könnten die Gäste des italienischen Restaurants auch gleich die Speisekarte einsehen, ohne sie zu berühren.

Endlich geht es wieder los

Die Gastronomen freuen sich auf ihre Gäste. „So eine Freude kann man gar nicht beschreiben“, sagt Tedesco. Auch Dehoga-Landesgeschäftsführer Geppert ist begeistert, obwohl das Wetter nicht optimal sei: „Wir freuen uns, dass es endlich wieder losgeht.“ Gäste nur im Außenbereich zu bewirten, reiche jedoch nicht, um wirtschaftlich zu arbeiten. Deswegen hofft Geppert – ebenso wie die Gastronomen – auf eine baldige Öffnung der Innengastronomie.

Für 94,4 Prozent der Betriebe ist die Öffnung des Innenbereichs wichtig bis essenziell überlebensnotwendig. Das ergab eine aktuelle Dehoga-Umfrage. Lechner vom Aschbacher Hof bestätigt: „Wir müssen dringend innen aufmachen, nur dann können wir wirtschaftlich arbeiten.“

Mehr zum Thema

Kommentare