Gaskunden der GWBA und Stromkunden der Stadtwerke

Gas, Strom und Wasser in Bad Aibling: Wo der Preis konstant bleibt und wo er steigt

Der Gaspreis bei der GWBA bleibt bis Oktober genauso konstant wie der Strompreis bei den Stadtwerken Bad Aibling. Die Wasserpreise wurden nach 16 Jahren erstmals wieder angepasst.
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Der Gaspreis bei der GWBA bleibt bis Oktober genauso konstant wie der Strompreis bei den Stadtwerken Bad Aibling. Die Wasserpreise wurden nach 16 Jahren erstmals wieder angepasst.
  • Eva Lagler
    vonEva Lagler
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Gaskunden der GWBA und Stromkunden der Stadtwerke Bad Aibling müssen 2021 erst einmal nicht tiefer in die Taschen greifen. Angepasst wurde hingegen nach 16 Jahren der Wasserpreis. Das hat verschiedene Hintergründe.

Bad Aibling – Für Kunden der Gas und Wärme GmbH Bad Aibling (GWBA, eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Bad Aibling und der Energie Südbayern) startete das neue Jahr mit einer guten Nachricht: „Im Gegensatz zu den meisten anderen regionalen und überregionalen Marktbegleitern führen wir bis Oktober 2021 keine Preiserhöhung durch“, so die beiden Geschäftsführer Stefan Barber und Patrick Beyer, beide seit vergangenem Jahr neu im Amt.

CO2-Ausstoß wird „bepreist“

Tatsächlich steigen mit dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG), das zum 1. Januar in Kraft getreten ist, die Preise für Erdgas, Gas, Benzin, Diesel, Heizöl und Flüssiggas an. Warum? Weil Energieversorger wie die GWBA staatliche Emissionszertifikate erwerben müssen, mit denen der CO2-Ausstoß von Kraft- und Brennstoffen „bepreist“ werden soll.

Die dadurch erfolgende Verteuerung soll einen Anreiz schaffen, mehr Energie zu sparen, auf klimaschonende Technologien umzusteigen und mehr erneuerbare Energien zu nutzen.

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„Aufgrund des BEHG müssten wir mit den Preisen um circa zehn Prozent nach oben gehen. Das werden wir aber – das hat der Aufsichtsrat definitiv entschieden – nicht tun, sondern die Mehrkosten zunächst übernehmen“, so die beiden Geschäftsführer. Sie nennen auch den Grund: Nachdem die Corona-Pandemie die Menschen auch 2021 vor große Herausforderungen stelle, wolle man mit stabilen Erdgaskonditionen einen Beitrag zur Entlastung der Kunden leisten.

Das Thema Energiesparen haben sich Barber und Beyer auch weiterhin groß auf die Fahne geschrieben. So haben GWBA-Kunden die Option, sich für CO2-neutrales Erdgas zu entscheiden. Mit einem kleinen Aufschlag unterstützen sie damit weltweite Klimaschutzprojekte. So werden die CO2-Emissionen aus ihrer Erdgasverbrennung zu 100 Prozent neutralisiert.

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Auch hier wirke die Zusammenarbeit mit dem Gesellschafter Energie Südbayern (ESB) und der Plattform Energie mit Sitz in Bad Aibling. In der Plattform Energie haben sich rund 50 Stadtwerke zur Energiebeschaffung zusammengeschlossen. „Ohne diesen gemeinsamen Einkauf könnten wir unsere günstigen Preise nicht halten“, sagt Barber.

Nicht in die Ferne schweifen müssen die Stadtwerke Bad Aibling hingegen bei der Stromversorgung: Sie liefern den Privatkunden zu 100 Prozent regionalen Ökostrom aus den Wasserkraftanlagen an Triftbach, Glonn/ Mühlbach und Inn. Auch die Strompreise bleiben in diesem Jahr unverändert, teilte Barber mit.

Wasserpreis nach 16 Jahren angepasst

Angepasst werden musste in zum Jahresbeginn hingegen nach 16 Jahren erstmals wieder der Wasserpreis der Stadtwerke Bad Aibling. Er steigt von einem Euro netto auf 1,15 Euro netto pro Kubikmeter Wasser zu erhöhen. „Die Erhöhung des Wasserpreises belastet den Durchschnittsverbraucher mit circa 6,50 Euro im Jahr“, veranschaulichte Barber. Die Wasserpreise für die Weiterverteiler (Großkarolinenfeld, Irschenberg, Jarezöd, Dettendorf et cetera) werden ihm zufolge prozentual in gleicher Höhe angepasst.

Diese Maßnahme ist, wie auch der Stadtrat einstimmig beschloss, aufgrund deutlich gestiegener Baupreise und Materialkosten sowie angesichts nun anstehender Maßnahmen zur Sicherung der Trinkwasserversorgung unumgänglich.

Hohe Kosten stehen noch ins Haus

Denn unter anderem müssen die Wasserleitung im B&O-Parkgelände erneuert, weitere Baugebiete im Stadtgebiet erschlossen und die Teilerneuerung der Quellwasserleitung fertiggestellt werden.

Zusammen mit der bevorstehenden Generalsanierung des Hochbehälters Mainz/Berbling (Bericht folgt) in den kommenden drei Jahren mit Kosten in Höhe von circa drei Millionen Euro. Teilweise müssen diese Maßnahmen Kredit finanziert werden.

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