Galerie Markt Bruckmühl bleibt geschlossen – Absage weiterer Ausstellungen möglich

Cornelia Ahrens

Die behutsamen Lockerungen der Corona-Ausgangsbeschränkungen erlauben nun auch wieder die Öffnung von Museen. Für die Wiederöffnung des Tier- und Naturkundemusems und des Auwald-Biotops in Bruckmühl gibt es noch keinen Termin. Wie aber sieht es in der Galerie Markt Bruckmühl aus?

Bruckmühl – Ob und wann die Galerie Markt Bruckmühl wieder öffnen kann, erklärt deren Leiterin Cornelia Ahrens im Interview.

Museen dürfen öffnen. Wann hat die museale Durststrecke in Bruckmühl ein Ende?

Cornelia Ahrens: Wir müssen wohl noch ein Weilchen ausharren, denn man muss zwischen Museen und Galerien unterscheiden. Museen haben in der Regel Dauerausstellungen oder sind bestimmten Themen gewidmet. Sie können je nach Größe die Zahl der Besucher festlegen und entsprechend steuern.

Das Programm unserer Galerien ist anders ausgelegt. Es besteht aus zeitlich begrenzten Ausstellungen, die von den Künstlern jeweils neu konzipiert und gestaltet werden. Dies erfordert eine intensive Vorbereitungszeit. Die Kunstwerke müssen angeliefert und die Ausstellung „gehängt“ werden.

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Um für die Ausstellung zu werben, gibt es Einladungen zur Eröffnung, eine Einführungsrede, auch die Präsenz der Künstler und der Presse ist wichtig. Eine Vernissage in der bisherigen Form ist aber aktuell nicht zu verantworten. Da müssen wir kreativ werden und neue Ideen entwickeln. Sicherheit und künstlerischer Anspruch müssen in Einklang gebracht werden. Wie das aussehen kann, ist momentan noch offen.

Die Galerie ist momentan leer. Was wäre, wenn noch oder bereits eine Ausstellung aufgebaut wäre?

Cornelia Ahrens:Wäre eine Ausstellung etabliert, könnten wir wie ein Museum öffnen, auf Abstand achten und auch in der Galerie Markt Bruckmühl wieder Kunstwerke zeigen.

Ausgerechnet der 10. Mai ist der Tag, ab dem viele neue Lockerungen gelten. Ärgert es Sie, dass Sie die Ausstellung „Das kalte Herz“, die an diesem Tag eröffnen sollte, abgesagt haben?

Cornelia Ahrens:Nein, weil etwas anderes gar nicht möglich gewesen wäre. Planmäßig sollten vom 10. Mai bis zum 14. Juni unter dem Titel „Das kalte Herz“ Werke der Studierenden aus der Klasse von Professor Christian Ruckhäberle an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig gezeigt werden.

Die Hochschule ist seit einiger Zeit für Studierende geschlossen. Daran hat sich bis heute auch nichts geändert. Eine studentische Gruppenreise – 19 junge Künstler und Künstlerinnen sind hier als Ausstellende vorgesehen – war und ist noch immer nicht möglich und mit den medizinisch induzierten Handlungsempfehlungen auch nicht kompatibel. Wir haben die Ausstellung deshalb verschoben. „Das kalte Herz“ wird – so sehen es unsere derzeitigen Planungen vor – 2021 in der Galerie Markt Bruckmühl präsentiert werden. Dies gilt auch für die bereits vorher abgesagte Ausstellung mit Malerei von Annegret Hoch und Vektorzeichnungen von Thomas Witzke.

Gibt es für die nächsten geplanten Ausstellungen schon Sicherheit?

Cornelia Ahrens: Noch nicht ganz. Auch die für September und Oktober geplanten Ausstellungen sind noch in der Schwebe. Wie gesagt, das kommt darauf an, wie und ob wir das „Einstiegskonzept“ modifizieren können.

Wir wollen im Oktober Arbeiten eines Künstlerehepaares aus Japan zeigen. Da ist die Logistik natürlich besonders aufwendig. Aber noch bin ich zuversichtlich, dass wir diese Ausstellung „stemmen“ werden.

Traditionell werden vor den Sommerferien die Siegerbilder des Jugendwettbewerbs „jugend creativ“ der Volksbank-Raiffeisenbank präsentiert. Wird diese Veranstaltung stattfinden?

Cornelia Ahrens:Die endgültige Entscheidung dazu ist seitens der Bank noch nicht gefallen, aber ich befürchte, dass wir auch diese wunderbare Veranstaltung absagen müssen. Sie ist wirklich jedes Jahr ein emotionaler Höhepunkt in unserer Galerie. Diese Ausstellung lockt bis zu 400 Kinder, Jugendliche, ihre Eltern, Großeltern und Freunde aus der ganzen Region hierher.

In diesem Jahr könnten wir noch dazu das 50. Jubiläum von „jugend creativ“ feiern. Ich weiß, dass 6700 Bilder eingegangen sind und auch die Sieger schon feststehen. Doch was daraus wird, weiß ich heute noch nicht.

Ein fröhliches, stark besuchtes Kinderfest mit Zelt hinter der Galerie, Bewirtung und Besucherströmen im ganzen Haus Ende Juli kann ich mir, so leid es mir tut, nicht vorstellen. Aber vielleicht gibt es auch dafür noch eine „Königsidee“.

Interview: Kathrin Gerlach

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