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Südlich der Mangfall

Für Katastrophe wappnen: Bruckmühl entwickelt integrales Sturzflut-Managament

  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Der 26. Juli hat sich ins kollektive Gedächtnis der Marktgemeinde Bruckmühl eingebrannt. Die materiellen Schäden, die die verheerende Sturzflut verursacht hat, die sich von der Irschenberger Leite auf einer Länge von sechs Kilometern ins Tal wälzte, sind noch immer nicht zu beziffern.

Bruckmühl – Ganz zu schweigen von den seelischen Schäden, die sie bei den Einwohnern von der Vagener Au über Mittenkirchen, Ried, Wiechs und Götting bis nach Staudhausen hinterlassen hat.

Um für die Zukunft gewappnet zu sein, will die Marktgemeinde Bruckmühl nun ein „Integrales Konzept zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement“ südlich der Mangfall erarbeiten. Der Marktgemeinderat brachte das Vorhaben auf seiner jüngsten Sitzung mit einem einstimmigen Beschluss auf den Weg.

Begehungen mit dem Wasserwirtschaftsamt

Ursache der Sturzflut war der Starkregen, der sich über der Irschenberger Leite ergoss, die Gewässer überflutete und zu wild abfließendem Hangwasser führte. Ob es perspektivisch möglich sein kann, diese verheerende Kombination zu vermeiden oder zumindest zu drosseln, soll nun untersucht werden. „Es haben Begehungen mit dem Wasserwirtschaftsamt und Gespräche mit Betroffenen stattgefunden“, informierte Bürgermeister Richard Richter (CSU/PW).

Daraus konnte bereits ein erstes Bild der Wasserlagen und Fließrichtungen der wild abfließenden Hangwässer abgeleitet werden. „Es sind etwa fünf Ableitungen von der Irschenberger Leite. Eine Gefährdungslage ist weiter vorhanden. Wir müssen etwas tun“, so Richter. Erste Maßnahmen hatte die Kommune unmittelbar nach der Katastrophe ergriffen. Alle Gräben und Gewässerläufe wurden vom Geschiebe befreit, ausgemäht und gesichert. Gullis und Schmutzwasserkanäle in den neuralgischen Bereichen wurden gespült. Die Kanalbefahrungen und -spülungen werden fortgesetzt. „Wir sind dabei, Wege, Straßen und das Radwegenetz r und um Göttingen zu sanieren“, informierte Bauamtsleiter Konrad Kremser. Der Schaden allein an der kommunalen Infrastruktur wird auf circa 1,2 Millionen Euro geschätzt. „Wir wollen weitere kleine Schutzmaßnahmen sofort umsetzen, vermutlich außerhalb einer Förderung“, informierte der Bürgermeister. Parallel dazu sollen im Rahmen des Sturzflut-Managements eine Bestandsanalyse erfolgen, Gefahren und Risiken ermittelt, Schutzziele definiert und Schutzmaßnahmen konzipiert werden. Das Untersuchungsgebiet reicht von der Gemeindegrenze bei Vagen bis zur Gemeindegrenze bei Berbling. Die Ergebnisse fließen in eine Strategie zum Sturzflut-Risikomanagement ein.

Der Freistaat Bayern hat dazu schon vor Jahren ein Förderprogramm aufgelegt, an dem sich die Marktgemeinde beteiligen möchte. Um keine Zeit zu verlieren, wurde der vorzeitige Maßnahmebeginn beantragt. „Wir können daraus keinen Rechtsanspruch auf Fördermittel ableiten, wissen nicht, wie hoch die Förderung tatsächlich sein wird, tragen also das volle finanzielle Risiko“, betonte der Bürgermeister. Trotzdem wurde das Projekt vom Rat einstimmig befürwortet. Die Verwaltung wird jetzt drei Angebote von Fachbüros einholen.

Der Gemeinderat befürwortete zudem, dass die Verwaltung im Rahmen einer dringlichen Anordnung den Auftrag vergeben darf, um keine Zeit zu verlieren. Zudem wird ein Projektsteuerer mit Ortskenntnis beauftragt, das Fachbüro bei seiner Arbeit zu unterstützen. Die erforderlichen finanziellen Mittel werden in den Haushalt eingestellt.

Umsetzung noch nicht absehbar

Nach den Erfahrungen mit dem Hochwasserschutz an den Berghamer Bächen geht der Bürgermeister davon aus, dass schon in sechs Monaten die ersten Ergebnisse der Analyse vorliegen könnten. Dach werden die Projekte erarbeitet.

Wie schnell die Schutzmaßnahmen dann umgesetzt werden können, sei nicht abzusehen. An den Berghamer Bächen, so Richter, habe es von der Planung bis zur Umsetzung zehn Jahre gedauert. Parallel dazu, so informierte der Bauamtsleiter, würden auch die kommunalen Alarmierungsketten überarbeitet. Dazu werden Feuerwehren und Bevölkerung in den betroffenen Bereichen mit eingebunden. Wie der Bürgermeister außerdem ankündigte, seien zwei Bürgerversammlungen zur Auswertung der Sturzflut vom 26. Juli geplant.

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