Für diese extreme Zeit doch viel erreicht

„In den letzten Jahren hat es mehr Spaß gemacht, die Zahlen zu präsentieren“, meinte Kur- und Tourismuschefin Ute Preibisch bei ihrer Bilanz im Corona-Zeitalter.
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„In den letzten Jahren hat es mehr Spaß gemacht, die Zahlen zu präsentieren“, meinte Kur- und Tourismuschefin Ute Preibisch bei ihrer Bilanz im Corona-Zeitalter.

Bad Feilnbach – Kaum ein Mensch auf der ansonsten so belebten Kufsteiner Straße.

Alle Gasthäuser, Hotels und der Campingplatz geschlossen. Stille im ganzen Ort: „Für mich war das ganz schlimm, zu sehen, wie ausgestorben alles war“, erinnert sich Bad Feilnbachs Kur- und Tourismusleiterin Ute Preibisch an den ersten Lockdown im Frühjahr. Und bekennt in ihrem letzten Rückblick vor dem Eintritt in die Altersteilzeit in der Online-Bürgerversammlung: „In den letzten Jahren hat es mehr Spaß gemacht, die Zahlen zu präsentieren.“

Einbruchnach gutem Start

Dabei hatte das Jahr 2020 mit den Auftritten bei der Grünen Woche in Berlin und der Freizeitmesse in Nürnberg noch verheißungsvoll begonnen. Doch sollten dies die ersten und zugleich letzten Messen gewesen sein, auf denen Bad Feilnbach für sich als Tourismusstandort warb. „Die Buchungen für das ganze Jahr wären gut gewesen – und dann kamen nur noch Stornierungen“, so Preibisch.

Auch Chorwochefiel heuer aus

Während sich die Lokale mit ihren „To go“-Angeboten einigermaßen über Wasser hätten halten können, habe es die Vermieter und den Campingplatz schwer getroffen. Nicht nur hinsichtlich der Urlauberzahlen und dem ausgefallenen Saisonstart: Auch die Teilnehmer der jedes Jahr im Ort stattfindenden, heuer jedoch abgesagten Chorwoche blieben aus, und auch die Kliniken hätten nur die Hälfte ihrer Betten anbieten können.

In den Monaten Juni bis September hätten sich die Übernachtungsstatistiken ein bisschen erholt und der Sommer sei gut verlaufen, auch wenn der Campingplatz und die Kliniken weiterhin unter Einschränkungen zu leiden gehabt hätten (siehe Kasten).

Für Preibisch und ihr Team bedeutete die Pandemie, dass man rund 120 geplante Veranstaltungen im Jahr 2020 für Einheimische und Gäste absagen musste. „Aber wir sind kreativ geworden – und das, was wir dann anbieten konnten, wurde auch richtig gut angenommen. Dazu hatten wir zum Glück auch immer gutes Wetter“, sagte die Kur- und Tourismuschefin mit Blick auf den sehr gut besuchten Jazzfrühschoppen, den Filmabend, Konzerte, die Abschiedsvorstellungen der „Scheinheiligen“, das Genussradeln, den Kirtamarkt, die Feilnbacher Dult, Qigong- und Yoga-Angebote und vor allem den Regionalmarkt.

Letzterer fand seit seiner Einführung im Juni dieses Jahres so großen Anklang, dass er seit November – nach dem Okay des Gemeinderates – sogar wöchentlich statt nur an jedem ersten Samstag des Monats stattfindet. Ob dieses Erfolgs sei man sehr stolz. „Es hat sich gezeigt, dass der Platz vor dem Rathaus optimal dafür ist und wir kriegen auch Anfragen aus anderen Gemeinden.“ Das vielfältige Angebot mit frischen heimischen Produkten passe, wie Preibisch betonte, hervorragend zur Gemeinde, die auch den Titel „Genussort“ trägt und Mitglied in der Ökomodellregion Hochries-Kampenwand-Wendelstein ist.

Und so schloss Preibisch ihre Bilanz auch mit den Worten: „Für diese extreme Zeit haben wir 2020 doch viel erreicht.“ Das gelte auch für den Zusammenhalt, der sich im zweiten Lockdown wieder im Ort zeige. Unter anderem unterstütze man dabei erneut die heimischen Wirtshäuser, sofern das möglich sei. Auf der Homepage unter www.bad-feilnbach.de ist beispielsweise wieder eine Liste aller Lokale zu finden, die einen Liefer- oder Abholdienst anbieten.

GemeinsamerProtest

Wie berichtet haben zudem die beiden Vorsitzenden des Kur- und Tourismusvereins, Karin Freiheit und Dr. Dr. Hans-Jürgen Eisele, in einem Schreiben an den bayerischen Ministerpräsidenten darauf hingewiesen, dass ein weiterer Lockdown die Hoteliers, Vermieter und Gastwirte schwer treffe, einige zum Aufgeben zwinge und den Kurbetrieb und Tourismus in Bad Feilnbach langfristig beschädige.

Die Unterzeichner baten daher, diese Beschlüsse zu überdenken und darauf hinzuwirken, das Gastgewerbe umgehend wieder zu öffnen und Maßnahmen zu ergreifen, den privaten, unkontrollierten Kontaktbereich weiter einzudämmen.

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