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Frömmigkeit als Zukunftsmodell

Landesbischof Professor Dr. Heinrich Bedford-Strohmsprach über Glück und das Evangelium. Er begeisterte die rund 100 Besucher mit seinem 75-minütigen Vortrag.  Baumann
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Landesbischof Professor Dr. Heinrich Bedford-Strohmsprach über Glück und das Evangelium. Er begeisterte die rund 100 Besucher mit seinem 75-minütigen Vortrag. Baumann

Bad Aibling – „Tage der Spiritualität“ hat die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Bad Aibling veranstaltet – mit einem hochkarätigen Gastredner: Zur Eröffnung kam der Landesbischof und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Professor Dr.

Heinrich Bedford-Strohm, in das voll besetzte Gemeindehaus.

In seinem Vortrag unter dem Titel „Geistliches Leben im Alltag“ ging der Kirchenführer zunächst auf die Frömmigkeit oder Spiritualität ein, die eine Beziehung zwischen Mensch und Gott ausdrücke. Eine große Orientierungsquelle für viele Menschen sei derzeit die Suche nach dem persönlichen Glück. Dies komme durch die zahlreichen Glückratgeber in den Buchhandlungen zum Ausdruck.

„Glück ist nicht einfach planbar, die Bibel gibt uns Hinweise, wie wir mit dem Bedürfnis nach Glück und gelingendem Leben einen Weg finden können“, konstatierte der Bischof. Er ging dazu auf die erstaunlichen Konvergenzen zwischen den zentralen Inhalten des Evangeliums und den Ergebnissen der modernen Glückforschung ein.

Diese erläuterte er anhand mehrerer Anmerkungen zu Glücksforscher-Leitsätzen wie „Üben Sie Dankbarkeit“ („Dankbarkeit muss in die Seele eingehen“) und „Seien Sie optimistisch und vermeiden Sie negatives Denken“ („tiefe Zuversicht, die durch die Abgründe des Lebens geht und die Hoffnung nie verliert“). Weitere Beispiele waren „Vermeiden Sie Grübeleien und soziale Vergleiche – Neid und Glück passen nicht zusammen“ (Biblische Beispiele: Verlorener Sohn und Arbeiter im Weinberg), „Stärken Sie ihre sozialen Beziehungen“ („Untrennbarkeit zwischen Gottes- und Nächstenliebe“) und „Lernen Sie zu vergeben“ („Vergeben ist eine zentrale Dimension im christlichen Glauben“). Beim Ratschlag „Kümmern Sie sich um Leib und Seele“ komme explizit die Religion ins Spiel und viele Inhalte der Glücksforscher seien Kernthema der Bibel, so der Vortragende.

„Dies führt zu der zentralen These: Frömmigkeit ist kein Auslaufmodell, sondern ein Zukunftsmodell“, betonte er. Eine authentische Kirche brauche geistliche Kraft und die Wiederentdeckung der Frömmigkeit, deren Schatzkammer der Gottesdienst mit seinen einzelnen Teilen sei.

Die Musik spiele dabei eine wichtige Rolle als „Evangelium in Tönen und Türöffner für die Seele“. Ein ebenso wichtiger Teil des Gottesdienstes sei das Bekenntnis der Schuld und der Zuspruch der Vergeltung. Dies erfordere zunächst das ehrliche eigene Eingestehen, was schiefläuft. „Der abschließende Segen strahlt weit über die Kirche hinaus und ist für viele Menschen das Wichtigste des Gottesdienstes“, unterstrich der geistliche Würdenträger am Ende seines 75-minütigen und mit einem lang anhaltendem Beifall bedachten Vortrags.

Gemeinsam stimmen die Besucher – darunter der katholische Stadtpfarrer Georg Neumeier und Romed-Geschäftsführer Dr. Jens Deerberg-Wittram – das „Laudate omnes gentes“ an. Der bischöfliche Segen bildete den Abschluss des inspirierenden Abends, den Pfarrer Markus Merz eröffnet hatte. Der Aiblinger Seelsorger berichtete dabei, dass er mit dem Bischof in der Coburger Morizkirche tätig war. Bürgermeister Felix Schwaller bekannte in seinem Grußwort gegenüber dem Bischof: „Ich höre gerne Ihre Predigten, ich bin zwar katholisch, aber das macht ja nix“.

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